Nachhaltigkeitsstrategie

Die Nachhaltigkeitsstrategie wurde 2022 vom Stadtrat beschlossen und orientiert sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs). Besonders eng mit der kommunalen Ebene verknüpft ist dabei das Nachhaltigkeitsziel 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“, das lebenswerte, widerstandsfähige und zukunftsfähige Städte in den Fokus rückt.

Um die Strategie aktuell zu halten und ihre Wirksamkeit regelmäßig zu überprüfen, wird sie fortlaufend evaluiert. Eine erste Evaluation im Rahmen des Nachhaltigkeitsberichts im April 2026 hat gezeigt, dass bei den einzelnen Zielen und Maßnahmen Anpassungsbedarf besteht. Zudem sollten Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten künftig noch klarer gefasst sein, damit aktueller und konkreter geplant und gehandelt werden kann.

Mit dem Beschluss des Stadtrats am 29. September 2026 ist die Fortschreibung nun offiziell. Die weiterentwickelte Nachhaltigkeitsstrategie dient künftig als zentrale Dachstrategie für eine nachhaltige Stadtentwicklung und setzt den verbindlichen Orientierungs- und Handlungsrahmen für Neustadt an der Weinstraße bis zum Jahr 2030.

Download Nachhaltigkeitsstrategie Neustadt 2030 - Fortschreibung 2026

Mit der aktuellen Fortschreibung wurde die Chance genutzt, Ziele und Maßnahmen gezielt zu bündeln, Indikatoren nachzuschärfen und Doppelstrukturen abzubauen. Das Ziel war nicht das Rad neu zu erfinden oder mehr Regelwerke und Bürokratie zu schaffen, sondern Bestehendes wirkungsvoll zu verbinden. Die in den letzten Jahren erarbeiteten Fachstrategien der Stadtverwaltung, vom Gesamtkonzept Demokratiestadt über das Mobilitätskonzept 2030+ bis hin zur Biodiversitätsstrategie und der Wirtschaftsstandortstrategie, wurden zu einer Dachstrategie auf strategischer Ebene zusammengeführt. 

Die Nachhaltigkeitsstrategie behält auch in der Fortschreibung ihre bewährte Gliederung in sechs Handlungsfeldern. Diese umfassen die Themen gesellschaftliche Teilhabe und Bildung, nachhaltige Stadt- und Gewerbeentwicklung, globale Verantwortung und nachhaltiger Konsum, nachhaltige Mobilität, Klimaschutz und Klimaanpassung sowie Natur und Umwelt. Gemeinsam bilden sie den Rahmen für eine nachhaltige Entwicklung Neustadts und bündeln zentrale kommunale Aktivitäten, Ziele und Maßnahmen.

Handlungsfeld 1 - Gesellschaftliche Teilhabe & Bildung für alle

Leitlinie:
Alle Menschen in Neustadt an der Weinstraße haben trotz unterschiedlicher Ausgangssituationen die Möglichkeit, ein gesundheitsbewusstes Leben ohne Armut, mit bezahlbarem Wohnraum und niedrigschwelligem Zugang zu Teilhabe und Bildung zu führen.

Das Handlungsfeld Gesellschaftliche Teilhabe und Bildung für alle bildet den strategischen Rahmen für eine chancengerechte und demokratische Stadtentwicklung. Im Mittelpunkt stehen die Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), gesellschaftlicher Teilhabe, Bürgerbeteiligung sowie demokratischem Engagement.

Im Zuge der Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie wurde das Handlungsfeld stärker an den inzwischen verabschiedeten Fachstrategien ausgerichtet. Insbesondere der BNE-Umsetzungsplan, das Konzept Bürgerbeteiligung sowie das Demokratiestadtkonzept wurden als zentrale Bausteine in die Nachhaltigkeitsstrategie integriert. Gleichzeitig wurden Ziele und Maßnahmen hinsichtlich ihrer Zuständigkeiten, Umsetzbarkeit und Steuerbarkeit überprüft und entsprechend angepasst.

Beispielmaßnahmen:

  • Umsetzung und regelmäßige Fortschreibung des kommunalen BNE-Umsetzungsplans

  • Weiterentwicklung von BNE-Angeboten der Volkshochschule, der Jugendarbeit und des Tourismus

  • Aufbau attraktiver Lern- und Begegnungsorte in Böbig und Branchweiler

  • Stärkung der Stadtteilzentren als wohnortnahe Orte für Austausch, Bildung, Beratung und Teilhabe

  • Bildungs- und Veranstaltungsangebote zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen

  • Etablierung des Beteiligungskonzepts mit Beteiligungsleitlinie, Koordinierungsstelle und Online-Portal

  • Unterstützung von Bürgerforen und vergleichbaren Beteiligungsformaten zur nachhaltigen Entwicklung

  • Weiterentwicklung des Demokratiestadtkonzepts und Stärkung der Demokratiebildung

  • Schaffung beziehungsweise Weiterentwicklung von Jugendtreffs und Jugendbeteiligungsformaten

  • Vermittlung demokratischer Beteiligung bereits in Kita und Schule, etwa durch Kita-Parlamente und Klassenräte

Handlungsfeld 2 - Nachhaltige Stadt- und Gewerbeentwicklung

Leitlinie
Nachhaltigkeit und zirkuläres Wirtschaften werden in der Wirtschaftsentwicklung und in der Wirtschaftsstandortstrategie als Leitprinzipen verstanden. Die Gewerbeansiedlung erfolgt nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit „Ökologie“, „Ökonomie“, „Soziales“. Die Verwendung regenerativer Energien und der Schutz der Biodiversität spielen bei der für Unternehmensansiedlung erforderlichen Genehmigungen eine wesentliche Rolle. Die Aufenthaltsqualität für Mitarbeitende und Besuchende in den Gewebequartieren ist ein wesentliches Thema in der Revitalisierung und Entwicklung von Gewerbegebieten.

Das Handlungsfeld Nachhaltige Stadt- und Gewerbeentwicklung bildet den strategischen Rahmen für eine zukunftsfähige Entwicklung von Wirtschaft, Gewerbeflächen und Innenstadt. Ziel ist es, wirtschaftliche Entwicklung mit Klima-, Ressourcen-, Flächen- und Biodiversitätsschutz in Einklang zu bringen und die Attraktivität des Wirtschafts- und Lebensstandorts langfristig zu sichern.

Im Zuge der Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie wurden die inzwischen vorliegenden Fachkonzepte – insbesondere die Wirtschaftsstandortstrategie, das Gewerbeflächenkonzept sowie die Innenstadt-Quartiersentwicklung – als operative Ziele aufgenommen. Gleichzeitig wurden bestehende Ziele an den aktuellen Planungsstand angepasst und Doppelungen mit den Fachstrategien vermieden.

Beispielmaßnahmen:

  • Schrittweise Umsetzung und Weiterentwicklung der Wirtschaftsstandortstrategie bis 2035

  • Umsetzung und regelmäßige Fortschreibung des Gewerbeflächenkonzepts bis 2040

  • Aufbau eines GIS-basierten Gewerbeflächen- und Standortmonitorings

  • Erfassung verfügbarer, brachliegender und nachverdichtbarer Flächen

  • Verbesserung des Flächenmanagements und der datenbasierten Standortentwicklung

  • Unterstützung von Unternehmen bei der Nutzung von Fördermöglichkeiten für Klimaschutz und Klimaanpassung

  • Entwicklung neuer Gewerbeflächen nach nachhaltigen Qualitätsstandards

  • Qualitative Weiterentwicklung und Revitalisierung bestehender Gewerbegebiete

  • Berücksichtigung von Ressourceneffizienz, Klimaanpassung, Biodiversität und nachhaltiger Mobilität

  • Schrittweise Umsetzung von Projekten der Innenstadt- und Quartiersentwicklung

  • Weiterentwicklung der Innenstadt als begrünter, umweltfreundlich erreichbarer Aufenthalts- und Begegnungsort

Handlungsfeld 3 - Globale Verantwortung und nachhaltiger Konsum

Leitlinie
Die Neustadter Bürgerinnen und Bürger sowie die Stadtverwaltung Neustadt leben das Thema Nachhaltigkeit auch mit Blick auf eine global nachhaltige Entwicklung. Sie konsumieren so weit als möglich ökologisch und regional und unterstützen dadurch die lokale und regionale Wertschöpfung. Nicht lokal erzeugbare Produkte stammen aus nachhaltiger, fairer Produktion. Es werden Kooperativen in der Einen Welt unterstützt und gestärkt, was den Menschen im globalen Süden eine Lebensperspektive eröffnet.

Das Handlungsfeld Globale Verantwortung und nachhaltiger Konsum bündelt die kommunalen Aktivitäten zur Förderung fairer und nachhaltiger Beschaffung, globaler Partnerschaften sowie eines verantwortungsvollen Konsum- und Tourismusverhaltens. Es trägt dazu bei, globale Verantwortung und nachhaltigen Konsum als Bestandteil kommunalen Handelns weiterzuentwickeln.

Im Zuge der Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie wurden die Ziele an aktuelle Entwicklungen angepasst. Erfolgreich abgeschlossene Maßnahmen wurden aus der Strategie herausgenommen, neue Entwicklungen – beispielsweise im Bereich nachhaltiger Tourismus – aufgegriffen und bestehende Ziele entsprechend weiterentwickelt. Darüber hinaus wurde das operative Ziel zu Cradle to Cradle an den aktuellen Entwicklungsstand angepasst.

Beispielmaßnahmen:

  • Einführung und Umsetzung einer städtischen Beschaffungsrichtlinie auf Grundlage des Cradle-to-Cradle-Ansatzes

  • Verstetigung der Auszeichnung Neustadts als Fairtrade-Town

  • Förderung regionaler und fairer Konsummöglichkeiten

  • Weiterentwicklung einer kommunalen Cradle-to-Cradle-Strategie

  • Aufbau einer Steuerungsgruppe für zirkuläres Wirtschaften

  • Berücksichtigung von Stoffkreisläufen und gesunden Materialien in Verwaltung und Stadtentwicklung

  • Stärkung regionaler Kooperationen und Aktivitäten für nachhaltigen Tourismus

  • Beteiligung an Nachhaltigkeitskampagnen wie „#nadierlich Pfalz“

  • Prüfung geeigneter Nachhaltigkeitszertifizierungen und vergleichbarer Initiativen im Tourismus

Handlungsfeld 4 - Nachhaltige Mobilität

Leitlinie
Die Neustadterinnen und Neustadter nutzen das breit gefächerte Mobilitätsangebot mit Schwerpunkten auf dem ÖPNV, der E-Mobilität, Car- und Bikesharing-Angeboten sowie dem Rad- und Fußverkehr rege und gern, da es komfortabel, kostengünstig und umweltfreundlich ist. Neue Parkraumkonzepte reduzieren den Platzbedarf für den motorisierten Individualverkehr, eröffnen Gestaltungsmöglichkeiten und erhöhen dadurch die Lebensqualität in Innenstadt und Weindörfern.

Das Handlungsfeld Nachhaltige Mobilität bildet den strategischen Rahmen für eine umweltverträgliche, sichere und zukunftsfähige Mobilitätsentwicklung in Neustadt an der Weinstraße. Ziel ist es, nachhaltige Mobilitätsformen zu stärken, den öffentlichen Raum qualitätsvoll weiterzuentwickeln und die Mobilitätswende aktiv zu gestalten.

Im Zuge der Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie wurde das Mobilitätskonzept 2030+ als zentrales Fachkonzept in die Nachhaltigkeitsstrategie integriert. Darüber hinaus wurden operative Ziele an aktuelle Planungen angepasst, insbesondere im Bereich Ladeinfrastruktur und Parkraummanagement. Inhalte, die künftig durch spezialisierte Fachkonzepte bearbeitet werden, wurden entsprechend aus der Nachhaltigkeitsstrategie herausgenommen.

Beispielmaßnahmen:

  • Schrittweise Umsetzung der Leitprojekte des Mobilitätskonzepts 2030+

  • Entwicklung eines integrierten Radverkehrskonzepts

  • Erarbeitung einer sicheren, durchgängigen und barrierefreien Fußverkehrsstrategie

  • Weiterentwicklung der jährlichen STADTRADELN-Kampagne

  • Bedarfsgerechter Ausbau von Fahrradabstellanlagen an Schulen, Kitas und städtischen Einrichtungen

  • Erarbeitung einer Stellplatzsatzung zur Förderung des Radverkehrs und der Mobilitätswende

  • Ausbau und bessere Vermittlung nachhaltiger Mobilitätsangebote im Tourismus

  • Etablierung eines betrieblichen Mobilitätsmanagements für Unternehmen und Verwaltung

  • Prüfung ergänzender ÖPNV- und Shuttle-Angebote bei Festen und Veranstaltungen

  • Erstellung eines gesamtstädtischen Ladeinfrastrukturkonzepts

  • Erarbeitung und Umsetzung eines nachhaltigen Parkraumkonzepts

  • Unterstützung bei der Ausweitung von Carsharing-Angeboten, auch in den Weindörfern

Handlungsfeld 5 - Klimaschutz und Klimaanpassung

Leitlinie
Neustadt an der Weinstraße leistet seinen gerechten Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise und orientiert sich dabei an den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens und insbesondere an der Begrenzung der globalen Erwärmung auf möglichst 1,5 °C. Alle Akteure in der Stadt erkennen die Klimakrise und die damit verbundenen tiefgreifenden Veränderungsprozesse an und setzen sich für eine ambitionierte und möglichst schnelle Reduktion der Treibhausgasemissionen ein. Das verbleibende CO2-Budget dient dabei als Leitschnur für die Ambition und Dringlichkeit des kommunalen Klimaschutzes. Zugleich begegnet die Stadt den bereits heute spürbaren und künftig zu erwartenden Folgen des Klimawandels durch eine vorausschauende Klimaanpassung. Die Klimaschutzprinzipien, der effiziente Einsatz natürlicher Ressourcen, der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Stärkung der Klimaresilienz stehen daher im Zentrum unseres Handelns.

Das Handlungsfeld Klimaschutz und Klimaanpassung bildet den strategischen Rahmen für die Transformation Neustadts an der Weinstraße hin zu einer klimaneutralen und klimaresilienten Stadt. Es bündelt die wesentlichen Ziele und Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasemissionen sowie zur Anpassung an die bereits heute spürbaren Folgen des Klimawandels.

Im Zuge der Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie wurden die Klimaschutzziele auf Grundlage neuer fachlicher Erkenntnisse und der inzwischen abgeschlossenen kommunalen Wärmeplanung umfassend überprüft und weiterentwickelt. Gleichzeitig wurden erstmals eigenständige Ziele zur Klimaanpassung aufgenommen und bestehende Maßnahmen entsprechend angepasst beziehungsweise ergänzt.

 Beispielmaßnahmen:

  • Fertigstellung und Inbetriebnahme der Photovoltaik-Freiflächenanlage Benzenloch

  • Untersuchung und Erprobung von Agri-Photovoltaik im Stadtgebiet

  • Umsetzung und regelmäßige Fortschreibung des kommunalen Wärmeplans

  • Ausbau erneuerbarer Wärmeerzeugung und Weiterentwicklung der Wärmenetze

  • Umstellung fossiler Wärmeversorgungen auf erneuerbare Energien

  • Fortsetzung der Umrüstung von Straßen- und Gebäudebeleuchtung auf LED

  • Ausbau von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern und Fassaden

  • Schrittweise Umstellung der Wärmeversorgung kommunaler Gebäude

  • Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf emissionsfreie Antriebe

  • Aufbau eines zentralen Fuhrparkmanagements

  • Umsetzung der priorisierten Maßnahmen des Klimaanpassungskonzepts

  • Verstetigung des Klimaanpassungsmanagements in der Verwaltung

  • Durchführung von Klimawoche, Solarreihe, STADTRADELN und weiteren Informationsformaten

  • Weiterentwicklung der Energiewende-Botschafter als niedrigschwelliges Beratungsangebot

Handlungsfeld 6 - Natur und Umwelt

Leitlinie
Die attraktive Lage Neustadts an der Pforte des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen ist Grundlage für ihre hohe Lebensqualität. Vielfältige Strukturen von der landwirtschaftlich geprägten Rheinebene, den artenreichen Gauwäldern, unterschiedlichen Weinberglagen bis hin zu intensiv bewaldeten, teils naturnahen Mittelgebirgsbereichen und zahlreichen innerstädtischen Grünflächen machen den Reiz Neustadts aus.
Die Menschen in Neustadt sind stolz auf ihr Naturerbe, sie erhalten und entwickeln es weiter und tragen damit dazu bei, die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen.

Das Handlungsfeld Klimaschutz und Klimaanpassung bildet den strategischen Rahmen für die Transformation Neustadts an der Weinstraße hin zu einer klimaneutralen und klimaresilienten Stadt. Es bündelt die wesentlichen Ziele und Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasemissionen sowie zur Anpassung an die bereits heute spürbaren Folgen des Klimawandels. Im Zuge der Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie wurden die Klimaschutzziele auf Grundlage neuer fachlicher Erkenntnisse und der inzwischen abgeschlossenen kommunalen Wärmeplanung umfassend überprüft und weiterentwickelt. Gleichzeitig wurden erstmals eigenständige Ziele zur Klimaanpassung aufgenommen und bestehende Maßnahmen entsprechend angepasst beziehungsweise ergänzt.

Beispielmaßnahmen:

  • Umsetzung und jährliche Konkretisierung der Biodiversitätsstrategie

  • Förderung der biologischen Vielfalt in Grünflächen, Gebäuden und außerhalb des Siedlungsbereichs

  • Unterstützung eines ökologischen und wassereffizienten Land- und Weinbaus

  • Förderung von Wissenstransfer, Vernetzung und Erfahrungsaustausch in der Landwirtschaft

  • Schrittweise Umsetzung des Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepts

  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Hochwasser- und Starkregenereignissen

  • Weiterentwicklung der Waldverjüngung durch Pflanzung und Naturverjüngung

  • Dauerhafter Erhalt von mindestens zehn Prozent Wildnis- und Prozessschutzflächen im Stadtwald

  • Bewirtschaftung des Stadtwaldes nach den Kriterien des FSC-Deutschland

  • Erstellung und Umsetzung von Gewässerentwicklungsplänen

  • Förderung ökologischer Gewässerunterhaltung und von Gewässerrandstreifen

  • Optimierung der Kläranlage zur Reduzierung von Phosphor- und Stickstoffeinträgen

  • Verbesserung der Wasser- und Abwasserqualität sowie des ökologischen Gewässerzustands

 

Nachhaltige Stadtentwicklung ist eine langfristige Aufgabe, die kontinuierliches Handeln und regelmäßige Weiterentwicklung erfordert. Dabei kommt es allerdings nicht nur auf die Stadtverwaltung an: Auch Bürgerinnen und Bürger, Vereine sowie die lokale Wirtschaft sind gefragt, die nachhaltige Entwicklung Neustadts aktiv mitzugestalten.  Die fortgeschriebene Nachhaltigkeitsstrategie schafft dafür eine gemeinsame Grundlage. Um dieses Engagement sichtbar zu machen und zum Mitmachen zu inspirieren, startet Anfang 2027 das Projekt „Neustadt hoch 17 – Geschichten des Gelingens“. Hier werden nicht nur zukunftsweisende städtische Projekte und Maßnahmen der Nachhaltigkeitsstrategie vorgestellt, sondern auch Bürgerinnen und Bürger, zivilgesellschaftliche Akteure und Unternehmen bekommen eine Bühne, um ihre eigenen Beiträge und Initiativen einzureichen und der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. 

 Vorherige Versionen:

Nachhaltigkeitsstrategie Version 2022-2026

Neustadt in eine nachhaltige Zukunft führen und dabei die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen unterstützen. Das möchten wir mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie erreichen. 

März 2024 I Förderung der Stelle "Koordinator/in für kommunale Entwicklungspolitik"

Die Stadt Neustadt an der Weinstraße erhält Fördermittel vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Höhe von 144.787 Euro zur Ausschreibung der Stelle „Koordinator/in für kommunale Entwicklungspolitik“. Sie unterstützt das Team der Stabsstelle für Klimaschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Entwicklung künftig vor allem in Sachen globaler Zusammenarbeit und nachhaltiger Entwicklung vor Ort.

Dadurch kann die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie vorangetrieben werden. Im Fokus steht hierbei die kommunale Entwicklungspolitik. Dies bedeutet für die Stadt zum einen, zur Fairtrade Town zu werden. Zum anderen wird auch eine Beschaffungsrichtlinie für faire und nachhaltige Materialien in der Stadtverwaltung angestrebt. Für die globale Zusammenarbeit soll außerdem die bereits bestehende Partnerschaft zu einer bolivianischen Kommune unterstützt werden. Dabei ist die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger sowie weiterer beteiligter Akteure stets von großer Bedeutung, um ein vielschichtiges Netzwerk für die nachhaltige Entwicklung aufzubauen.


Über 2 1/2 Jahre haben wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, der Zivilgesellschaft, Politik und der lokalen Wirtschaft an den Fragen gearbeitet, wie wir uns ein nachhaltiges Neustadt an der Weinstraße vorstellen und wie wir dies erreichen können.

Im Jahr 2022 wurde schließlich die Nachhaltigkeitsstrategie Neustadt an der Weinstraße 2030 verabschiedet, die in insgesamt sechs Handlungsfeldern diverse Ziele formuliert und mit 82 Maßnahmen hinterlegt. Sie dient der Stadt als Instrument einer zielgerichteten nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 2030 sowie einem strategischen Nachhaltigkeitsmanagement.


Download: Nachhaltigkeitsstrategie Neustadt 2030

Handlungsfelder

Aus einer mehrteiligen Bestandsaufnahme des Status Quo zur nachhaltigen Entwicklung in Neustadt an der Weinstraße im Jahr 2020 wurden nachfolgende Handlungsfelder herausgearbeitet. Sie wurden jeweils mit einer thematischen Leitlinie hinterlegt, die den wünschenswerten Zustand im Jahr 2030 beschreibt:

Handlungsfeld 1 - Gesellschaftliche Teilhabe und Bildung

Hier stehen die Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund - das bedeutet Bürgerbeteiligung, attraktive Lernorte und BNE-Maßnahmen für lebenslanges Lernen.

Leitlinie:

Alle Menschen in Neustadt an der Weinstraße haben trotz unterschiedlicher Ausgangssituationen die Möglichkeit, ein gesundheitsbewusstes Leben ohne Armut, mit bezahlbarem Wohnraum und niedrigschwelligem Zugang zu Teilhabe und Bildung zu führen.

Beispielmaßnahmen:

  • Verbesserte Ansprache und Förderung von Frauen, insbesondere mit Migrationshintergrund
  • Etablierung eines BNE-Stammtisches zum Austausch über BNE-Themen
  • Austausch zwischen Jugendvertreterinnen und -vertretern sowie dem Stadtrat
  • Erstellung eines BNE-Umsetzungsplans
  • Vermittlung von BNE-Workshops und Planspielen

Hier finden Sie eine Übersicht zum Download: Handlungsfeld 1 - Unsere Ziele & Maßnahmen

Handlungsfeld 2 - Nachhaltige Stadt- und Gewerbeentwicklung

Wie sehen die Gewerbegebiete der Zukunft aus? Was muss eine attraktive Innenstadt für Bewohnerinnen und Bewohner, Gäste, Handel und Gastronomie leisten?

Leitlinie:
Nachhaltigkeit ist Standard in der Wirtschaftsentwicklung. Die Gewerbeansiedlung erfolgt nach den Erfordernissen des Klima- und Gewässerschutzes unter größtmöglicher Schonung der natürlichen Ressourcen. Die Verwendung regenerativer Energien und der Schutz der Biodiversität gehören zu den Grundsätzen der sich ansiedelnden Unternehmen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird durch Kinderbetreuungseinrichtungen im Betrieb oder Quartier unterstützt.

Beispielmaßnahmen:

  • Konzepterstellung zur nachhaltigen (Weiter-) Entwicklung bestehender und zukünftiger Gewerbegebiete
  • Beratung und Aufklärung zu betrieblichen Ökokonten
  • Entwicklung von Beratungsangeboten zum nachhaltigen Gewerbebau für Unternehmen (Cradle-to-Cradle-Prinzipien und zirkuläre Wertschöpfung)
  • Umsetzung der nachhaltigen Maßnahmen aus dem Zukunftskonzept Innenstadt

Hier finden Sie eine Übersicht zum Download: Handlungsfeld 2 - Unsere Ziele & Maßnahmen

Handlungsfeld 3 - Globale Verantwortung und nachhaltiger Konsum

Eine nachhaltige und gerechte Welt für alle lässt sich nur erreichen, wenn wir uns unserer globalen Verantwortung bewusst werden und nach dieser entsprechend handeln.

Leitlinie:

Die Neustadter Bürgerinnen und Bürger sowie die Stadtverwaltung Neustadt leben das Thema Nachhaltigkeit auch mit Blick auf eine global nachhaltige Entwicklung. Sie konsumieren so weit als möglich ökologisch und regional und unterstützen dadurch die lokale und regionale Wertschöpfung. Nicht lokal erzeugbare Produkte stammen aus nachhaltiger, fairer Produktion. Es werden Kooperativen in der Einen Welt unterstützt und gestärkt, was den Menschen im globalen Süden eine Lebensperspektive eröffnet.

Beispielmaßnahmen:

  • Einführung von Beschaffungsrichtlinien zur nachhaltigen Beschaffung auf Grundlage des Cradle to Cradle-Ansatzes
  • Teilnahme an der Kampagne Fairtrade-Towns und Auszeichnung als Fairtrade-Town
  • Unterstützung der Partnerschafts-Kooperative des Weindorfes Gimmeldingen in Bolivien, zum Beispiel bei der Vermarktung von Produkten in der Stadt
  • Neustadt an der Weinstraße wird Mitglied im C2C-Netzwerk (Cradle to Cradle)

Hier finden Sie eine Übersicht zum Download: Handlungsfeld 3 - Unsere Ziele & Maßnahmen

Handlungsfeld 4 - Nachhaltige Mobilität

Wie unterstützen wir die Mobilität von morgen und schaffen Orte hoher Aufenthaltsqualität?

Leitlinie:

Die Neustadterinnen und Neustadter nutzen das breit gefächerte Mobilitätsangebot mit Schwerpunkten auf dem ÖPNV, der E-Mobilität, Car- und Bikesharing-Angeboten sowie dem Rad- und Fußverkehr rege und gern, da es komfortabel, kostengünstig und umweltfreundlich ist. Neue Parkraumkonzepte reduzieren den Platzbedarf für den motorisierten Individualverkehr, eröffnen Gestaltungsmöglichkeiten und erhöhen dadurch die Lebensqualität in Innenstadt und Weindörfern.

Beispielmaßnahmen:

  • Fahhradabstellmöglichkeiten und Anreize für das Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit, Schule und Kita schaffen
  • Etablierung eines verkehrsträgerübergreifenden betrieblichen Mobilitätsmanagements
  • Ausweitung des ÖPNV-Angebots (Shuttle) für Feste und Veranstaltungen
  • Durchgängige Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge in Bestand und Planung

Hier finden Sie eine Übersicht zum Download: Handlungsfeld 4 - Unsere Ziele & Maßnahmen.

Unter folgenden Links finden Sie Informationen zu den verschiedenen Themen:

Handlungsfeld 5 - Klimaschutz

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie haben wir unsere Klimaschutzziele und Maßnahmen aktualisiert und auf das CO2-Budget ausgerichtet, das uns noch zur Verfügung steht, um die 1,5-Grad-Grenze von Paris zu erreichen. Sie dienen dazu, ein klimapositives Neustadt zu gestalten.

Leitlinie:

Neustadt an der Weinstraße leistet seinen gerechten Beitrag im Kampf gegen die Klimakrise und zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels. Alle Akteure in der Stadt erkennen die Klimakrise und die damit einhergehenden massiven Veränderungsprozesse an und setzen sich proaktiv für die Bewältigung der Herausforderungen und das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels ein. Das CO2-Budget der Stadt Neustadt an der Weinstraße ist schon bald aufgebraucht und signalisiert dadurch, dass weitreichende Klimafolgen nicht mehr zu verhindern sind. Dennoch ist es jetzt nötig, Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen umzusetzen, um möglichst wenige Schäden und Gefährdungen zu verursachen. Unsere Klimaschutzprinzipien, der effiziente Einsatz unserer natürlichen Ressourcen, der konsequente Ausbau erneuerbare Energien (EE) sowie die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen stehen daher im Zentrum unseres Handelns.

Beispielmaßnahmen:

  • Planung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage
  • Erstellung eines kommunalen Wärmeplans sowie Bau eines EE-basierten Nahwärmenetzes
  • Umrüstung der Straßen- und Gebäudebeleuchtung auf LED fortsetzen
  • Belegung kommunaler Liegenschaften mit Photovoltaik
  • Informationskampagnen zu Themen der Energieeinsparung, Sanierung und Umrüstung auf EE-Anlagen
  • Zivilgesellschaftliches Engagement zum Austausch von Klimaschutzinformationen aktivieren und unterstützen

Die Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße verfolgt außerdem neun konkrete Klimaschutzprinzipien.

Unsere Klimaschutzprinzipien: 

  • Wir stellen grundsätzlich bis 2032 unseren kommunalen Fuhrpark sowie andere Arbeitsmaschinen und -geräte, soweit technisch möglich, auf E-Antriebe um.
  • Wir setzen in unseren Liegenschaften grundsätzlich Wärmeerzeugungsanlagen ein, die auf Erneuerbaren Energien basieren oder schließen diese an effiziente Wärmenetze an. Bestehende Anlagen sollen unter den Gesichtspunkten der Nutzungsdauer bis 2035 durch EE-Anlagen ausgetauscht oder an das Wärmenetz angeschlossen werden.
  • Wir kompensieren den Strombedarf für unsere Liegenschaften, unsere Straßenbeleuchtung und unseren Fuhrpark ab 2032 soweit wie möglich aus eigenen oder auf Neustadter Gemarkung liegenden EE-Anlagen.
  • Wir reduzieren unseren Energieverbrauch deutlich durch eine beschleunigte Umrüstung der Straßen- und Gebäudebeleuchtung, dem Einsatz effizienter Elektrogeräte bei weißer Ware und IT, sowie durch die energetische Sanierung unserer Liegenschaften.
  • Wir bestimmen auf unserem langfristigen Weg zu einem zirkulären Gebäudebestand erste Pilotprojekte zur Umsetzung des Cradle to Cradle Prinzips.
  • Wir stellen unsere Beschaffung sukzessive auf Basis der Cradle to Cradle-Prinzipien um.
  • Wir testen das Instrument der Klimawirkungsprüfung für ausgewählte Projekte mit dem Ziel, Klimaschutz kontinuierlich mitzudenken.
  • Wir setzen in neuen Quartieren vorrangig auf Erneuerbare Energien bei der Wärme- und Stromversorgung oder auf einen Anschluss an effiziente Wärmenetze.
  • Bei der energetischen Sanierung von Quartieren setzen wir verstärkt auf den Anschluss an effiziente Wärmenetze, die möglichst durch Erneuerbare Energien betrieben werden sollen.

Hier finden Sie eine Übersicht zum Download:

Handlungsfeld 5 - Unsere Ziele & Maßnahmen

Klimaschutzprinzipien

Handlungsfeld 6 - Natur und Umwelt

Wir wollen unsere belebte Umwelt bewahren und ausweiten. Dazu gehört beispielsweise eine nachhaltige Forstwirtschaft, ökologisch wertvolle Grünflächen, Gewässerschutz und eine nachhaltige Landwirtschaft.

Leitlinie:

Die attraktive Lage Neustadts an der Pforte des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen ist Grundlage für ihre hohe Lebensqualität. Vielfältige Strukturen von der landwirtschaftlich geprägten Rheinebene, den artenreichen Gauwäldern, unterschiedlichen Weinberglagen bis hin zu intensiv bewaldeten, teils naturnahen Mittelgebirgsbereichen und zahlreichen innerstädtischen Grünflächen machen den Reiz Neustadts aus.

Die Menschen in Neustadt sind stolz auf ihr Naturerbe, sie erhalten und entwickeln es weiter und tragen damit dazu bei, die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen. Dazu gehört auch ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Böden, denen als Grundlage allen Lebens, als Wasser- und Kohlenstoffspeicher eine wachsende Bedeutung zukommt.

Beispielmaßnahmen:

  • Erhöhung des Flächenanteils von Wildnisgebieten und Prozessschutzflächen
  • Anbieten von Patenschaften zur ehrenamtlichen Pflege der Eh-da-Flächen
  • Erstellung und Umsetzung eines Gewässerentwicklungsplanes
  • Erhöhung des Bestandes an Grünflächen in der Innenstadt und den Ortsteilen (um rund 10%)
  • Umsetzung von Maßnahmen zum Wasserrückhalt in Feld und Wald (für Hochwasser- und Starkregenvorsorge)
  • Bewerbung, Förderung und Ausbau von Ökolandbau und solidarischer Landwirtschaft

Hier finden Sie eine Übersicht zum Download: Handlungsfeld 6 - Unsere Ziele & Maßnahmen.

Sie können sich ebenfalls auf den Seiten der Umweltabteilung weitergehend informieren.

Hintergrund

Neustadt an der Weinstraße war eine von acht Modellkommunen im Pfälzerwald, die sich mit der Erstellung einer Nachhaltigkeitsstrategie beschäftigten. Am 28.06.2022 verabschiedete der Stadtrat schlussendlich die Nachhaltigkeitsstrategie.

Ein externer Projektbeirat bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (Engagement Global), des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz (später der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz), des Ministeriums des Inneren und für Sport Rheinland-Pfalz, des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz und des Biosphärenreservats Pfälzerwald unterstützen das Kernteam in diesem Prozess. Das Institut für Ländliche Strukturforschung und das KOBRA-Beratungszentrum (IfLS-KOBRA) waren ebenfalls beteiligt. Projektträger war der Bezirksverband Pfalz.


Stand: 30.09.2026