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Aktuelles von Oberbürgermeister Weigel

Was war heute los? Hier finden Sie die aktuellen Tageszusammenfassungen von Oberbürgermeister Weigel.

26.03.2020

Der Tag heute:                                                                                                                                                                                 Erstmal die gute Nachricht: Eine 96-jährige Corona-Patientin wurde heute geheilt aus dem Hetzelstift entlassen. Das macht doch Hoffnung! Im Hetzelstift haben wir zur Zeit weitere 5 positiv getestete Patienten und 5 Verdachtsfälle. Im GDA 3 Positivfälle und 3 Verdachtsfälle. Insgesamt in NW 43 amtlich registrierte Positiv-Fälle. Die Lage ist also stabil, aber noch kein Anlass zur Entspannung.

Unser Notkrankenhaus ist voll eingerichtet und betriebsbereit. Derzeit ist eine Belegung noch nicht erforderlich, da sich die Lage am GDA und im Herzelstift entgegen der sich zwischenzeitlich rapide zuspitzenden Entwicklung vom vorigen Wochenende nicht verschlechtert hat. Wir müssen aufgrund steigender Fallzahlen aber weiter mit sehr hohem Behandlungsbedarf rechnen. Sorgen macht uns der Blick ins Elsass. Wir hoffen, dass wir frühzeitiger gewarnt und getestet haben und früher vorgesorgt haben. Sicher weiß das keiner, kein Grund zur Entwarnung. Wir können das Notkrankenhaus jederzeit öffnen und sind gerüstet bei einer Verschlimmerung der Lage.

Die Stadt sorgt für die Einrichtung, die Infrastruktur, das Gebäude, die Reinigung, die Sicherheit und auch den Aufwendungsersatz für die vielen Ehrenamtlichen und tragen dafür auch alle Kosten. Über die medizinische Trägerschaft bin ich im Gespräch mit dem Träger des Hetzelstifts und dem Land.

Die Allgemeinverfügungen der Stadt musste ich ab morgen 0 Uhr zugunsten der nun landesweit geltenden Landes-Rechtsverordnung zur Corona-Bekämpfung aufheben. Wer sich dafür interessiert, möge unser neuestes Amtsblatt studieren. Für mich ist das so in Ordnung. Bringt nur geringfügige Änderungen mit sich. Für GDA und Hetzelstift gelten zum besonderen Schutz Einzelverfügungen, die die bisherigen Maßnahmen aufrechterhalten: Besuchsverbot und Quarantäne bleiben.

Alles weitere läuft planmäßig mit städtischem Personal: das Testcenter, Bürgertelefon/Chat, Raumschutz, Vollzug, Notbetreuung der Kinder usw. Auch unsere Homepage ist immer aktuell. Vielen Dank meinen fleißigen und zuverlässigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern! Und vielen Dank den vielen Ideen und Initiativen, die wir weitgehend bündeln und koordinieren können.

Bald folgen auch Infos, wie Sie die lokale Wirtschaft unterstützen können, um die wir uns ebenfalls große Sorgen machen. Bitte bedenken Sie das bei Einkäufen im Internet. Da müssen alle umdenken! Bitte unterstützen Sie unsere Gastronomie, die Lieferung und Abholung anbietet und unseren Handel durch Gutscheinkäufe und Bestellungen. Hierzu bald mehr.
Schauen sie auf neustadt.eu

24.03.2020

Der Tag heute:
Vielen Dank den Neustadter Firmen aus der Kreativwirtschaft für ihre Idee und die Umsetzung ihres Spots zu unserer Bürgerhotline. Diese ermöglicht auch Zugang zum Testcenter. Auch haben wir einen Chat eingerichtet, eine Unternehmerhotline geschaltet und bündeln mittlerweile zentral alle Hilfsangebote.

Wir haben heute in NW (Stand 15 Uhr) 40 (gestern 34) positive Fälle, drei im Krankenhaus, wo es z.Zt 8 weitere Verdachtsfälle gibt. Ein Todesfall mit hochgradigem Covid-19-Verdacht aus dem GDA von gestern hat sich als negativ erwiesen. Auch zu fünf Verdachtsfällen im GDA kam heute ein negatives Testergebnis, ein weiterer Fall war positiv. Die Lage hinsichtlich des GDA und des Hetzelstifts stellt sich heute also etwas entspannter da als gestern. Allerdings besteht kein Grund zur Entwarnung. Wir beobachten die Entwicklung aufmerksam und gehen insgesamt von weiter steigenden Fallzahlen und wachsendem Behandlungsbedarf aus.

Das Notkrankenhaus ist nun aufnahmebereit, benötigt aber noch Sachspenden und für die kommende Zeit auch noch Freiwillige, insbesondere medizinische und pflegerische Fachkräfte.

Vom Land Rheinland-Pfalz kam heute eine Rechtsverordnung, die die kommunalen Allgemeinverfügungen auf landeseinheitliche Linien trimmt. So werden bei uns nochmal geringfügige Änderungen nötig, die wir morgen und übermorgen vollziehen und über die ausführlicher über die Tagespresse und über die Homepage informiert wird. Es bleibt das Primat der Kontaktreduzierung und des besonderen Schutzes der Alten- und Pflegeeinrichtungen.

Es sind möglicherweise Trickbetrüger unterwegs, die sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamts ausgeben. Das hätte momentan eh keine Zeit zum Hausieren. Also: Uffbasse!

 

22.03.2020

Kurzes Update von heute:

- Als dritter Fall in Rheinland-Pfalz ist heute ein 84-jähriger Neustadter Corona-Patient im Krankenhaus Hetzelstift gestorben. In Gedanken bin ich bei seiner Frau und der Familie. Er bewohnte zuvor das GDA Wohnstift. Zahl der amtlich bestätigen Fälle ist auf 26 gestiegen.

- Für das morgen in Betrieb gehende Notkrankenhaus suchen wir dringend examinierte Pflegekräfte, zum Beispiel Altenpfleger, Krankenpfleger, aber auch Rettungssanitäter, die häufiger, am liebsten regelmäßig, für Dienste vor Ort verfügbar wären. Bitte melden bei miriam.schardt@neustadt.eu

- Ergebnis der Beratung der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten: Es wird keine totale Ausgangssperre geben, sondern Maßnahmen zur drastischen Kontaktreduzierung gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Ich gehe davon aus, dass man im Wesentlichen bundesweit auf die bereits bestehende Rechtslage in Neustadt und Teilen der Pfalz nachzieht und wir vorerst bei uns nichts weiter ändern müssen. Ich halte das übrigens vorerst auch für richtig so. Näheres finden Sie auf der Homepage neustadt.eu

- Die bundesweite Telefonnummer der Kassenärztlichen Vereinigung, die 116117, funktioniert meist nicht. Als Neustadter Bürger können Sie unsere Bürgerhotline 06321/855-1891 anrufen, tägl 7-18 Uhr und werden bei Bedarf von dort an unser Testcenter vermittelt. Unternehmen können die Hotline unserer Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft wählen: 06321/8900920

- Das schöne Wetter trieb viele vor die Tür, was alleine noch kein Problem ist, wenn es aus bestimmtem Grund geschieht. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben weiter möglich.Wir unterbinden Menschenansammlungen von mehr als zwei und wenn wir oder die Polizei davon Kenntnis erlangen oder es bei Kontrollen auffällt, schreiten wir unter Bußgeldauflagen ein.

Am besten bleiben Sie daheim und gesund!

 

21.03.2020

Was war heute los?

-Es gibt nun 22 amtliche positiv getestete Fälle in NW (gestern 16), ein Patient in sehr kritischem Zustand. Zur Aktualität der Statistik schrieb ich gestern schon etwas. Hetzelstift weiter im Notbetrieb, Altenheime in Quarantäne.

-Wegen der medizinischen Notlage habe ich Stufe 4 von 5 nach dem Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetz für Neustadt ausgerufen. Technische Einsatzleitung aktiviert.

-Anschließend begann die Stadt mit großer Manpower aus unserem Katastrophenschutz mit dem Aufbau eines Corona-Behelfskrankenhauses im Diakonissen-Mutterhaus. Morgen Abend wird es stehen und am Montag mit über 100 Betten Kapazität in Betrieb gehen, als Rückhalt fürs Hetzelstift, das die ärztliche und pflegerische Leitung stellen wird. Wir brauchen ehrenamtliche Fachleute. Dort absolut keine anderen Patienten, bitte niemand dort einfach hinfahren. Danke an alle Helfer, Feuerwehr, THW, DRK: maximaler Einsatz! Danke meiner technischen Einsatzleitung, SFI Klein, Stabsleiter Thomas Nett, den Org-Leitern und den leitenden Notärzten insbesondere Carla Bernius und Benny Benker, den Treibern für die Planung und granatenmäßig schnelle Organisation. Wahnsinn, was da heute passiert ist! Kann mich auf alle hundertprozentig verlassen! Selbst Klopapier ist da 😉

-Danke an die Diakonissen in Lachen-Speyerdorf, die aus ihrem christlichen Verständnis heraus keine Sekunde gezögert haben, als ich spätabends angefahren kam und um diese mehr als ungewöhnliche und schwerwiegende Hilfe bat. Die Stadt „okkupiert“ zwei Häuser, die uns sehr entlasten werden.

-Vollzug der Maßnahmen zur Kontaktreduzierung (Betretungsverbote im öffentlichen Raum, Geschäfts-und Gaststättenschließungen) klappten sehr gut. Berichte der Einsatzkräfte deuten auf ruhige Lage. Hohe Präsenz unseres aufgestockten Vollzugsdienstes. Danke euch!

-Bau-und Gartenmärkte machen morgen auf unseren Wunsch hin freiwillig keinen Gebrauch von der bundesweiten Aussetzung des Sonntagsverkaufsverbotes, heißt sie sind geschlossen. Dürfen wegen Versorgungsfunktion z.B. für Handwerk und Reparaturbedarf am Montag wieder öffnen.

-Aufregung wegen Sirenen-Fehlalarms durch technischen Defekt in Mußbach. Ein unglaublich bescheuerter Zufall in gerade solchen Zeiten. Lautsprecher-Durchsagen zum Betretungsverbot waren wohl teils nicht gut zu verstehen. Tut uns leid, wohl nicht so effektiv.

-Rumpf-Stadtrat tagte zur Übertragung der Kompetenzen auf den Hauptausschuss heute Morgen um 10: Einstimmige Unterstützung des Stadtrates in Krisenzeiten.

-Dann Verwaltungsstabssitzung im Rathaus. Hohe Disziplin meiner Mitarbeiter auch am Wochenende.

-Viele Neustadter mit medizinischer Ausbildung melden sich freiwillig zur Hilfe. Bitte weiterhin melden!

-Ins städtische Corona-Testcenter in der Speyerdorfer Straße brachten heute Neustadter Firmen und Privatleute ungefragt aus ihren Beständen dringend benötigte Materialien (Desinfektion, Schutzkleidung), aber auch Kuchen. Leider fehlt uns hier weiterhin noch vieles (wie überall zur Zeit). Aldi verzichtet auf die Miete für Räume und unterstützt die Stadt! Danke!

-Neustadter Firma bietet an, Atemschutz-Masken zu nähen, lassen wir zur Zeit prüfen. Viele denken mit.

Trotz der sorgenvollen Umstände hat dieser Tag ausschließlich Hoffnung gemacht. Bin stolz auf Neustadt! Wenn wir so zusammenstehen, bewältigen wir die schwersten Krisen!

 

20.03.2020

Wir haben zur Zeit amtlich 16 positiv getestete Fälle in der Stadt. Definitiv sind es schon viel mehr, denn die Statistiken des Landes sind wegen verzögerter Meldungen der Gesundheitsbehörden nicht aktuell, außerdem dauern die Testergebnisse zur Zeit 2-3 Tage wegen der Laborengpässe.

Stand jetzt haben wir 3 Corona-Infizierte aus dem GDA Wohnstift im Krankenhaus und 5 Verdachtsfälle unter den Bewohnern/Bewohnerinnen dort. Das Hetzelstift war vergangene Woche ja schon einmal für einen Tag wegen des Ausfalls von Ärzten und Pflegekräften komplett abgemeldet und konnte auch keine Notfälle bzw Rettungswagen mehr annehmen. Unser Krankenhaus ist im Notbetrieb, zwei Stockwerke stehen unter Quarantäne. Ich muss es so deutlich sagen: Neustadt an der Weinstraße befindet sich in einem medizinischen Notstand!

Ich habe heute für die Alten- und Pflegeeinrichtungen und fürs Krankenhaus ein totales Betretungsverbot erlassen und die Bewohner der Altenheime unter häusliche Quarantäne gestellt sowie die Auflagen für Heime und Behinderteneinrichtungen verschärft. Es tut mir so leid für die Menschen, die keinen Besuch mehr bekommen können, aber es geht um ihr Leben!

Schon jetzt ist wie überall das Material und das Personal knapp und wir erwarten in den kommenden Tagen sprunghaft steigende Infektionszahlen, besonders an unseren verwundbarsten Punkten: dem Krankenhaus und den Altenheimen. Wir müssen uns auf ein dramatisches Ausmaß der Krise einstellen. Wir bereiten uns auf alles vor!

Aus dem 40km entfernten Wissembourg werden bereits dramatische Zustände aus dem Krankenhaus berichtet. Es können nicht mehr alle Patienten beatmet werden.

Von der Erkrankung bedroht sind zumeist alte Menschen und Risikopatienten. 90% von uns müssen sich um die eigene Gesundheit keine Sorgen machen! Deshalb bleiben Sie bitte ruhig und helfen Sie mit, die Lage durch unsinniges Verhalten nicht unnötig zu verschlimmern!

Auch wenn die Eingriffe in die Freiheit des Einzelnen gewaltig sind und einige Kollegen und auch ich dafür kritisiert werden: Sie müssen sein, um noch Schlimmeres zu verhindern. Was mir Hoffnung und Zuversicht für die kommenden Wochen gibt, ist das kollegiale Miteinander und der große Einsatz der Helfer und die vielen positiven und unterstützenden Rückmeldungen und Beiträge.

Bleiben Sie bitte besonnen und vernünftig und seien Sie solidarisch mit den Alten und gesundheitlich Schwachen in unserer Gesellschaft!

19.03.2020

Die Ausflugs-und Vereinsgaststätten sowie die Waldhütten habe ich ab heute geschlossen und werde Gimmeldingen, Haardt und Königsbach tagsüber am Wochenende von Ordnungsamt, Feuerwehr und Bauhof abriegeln lassen. Polizei unterstützt. Großer Aufwand und Energie, die wir eigentlich anderweitig brauchen, aber leider scheint immer noch nicht genug Verständnis für die Lage vorhanden zu sein. Bitte machen Sie es uns am Wochenende nicht wieder so schwer!
Verkehrsrechtliche Anordnung ist raus, Zufahrtsstraßen nach Gimmeldingen sind dann nur frei für Bewohner, Linien- und Wirtschaftsverkehr. Auch an die uns sonst immer willkommenen Gäste von rechts des Rheines: Bitte bleiben Sie daheim!