Fazit “1832.Das Fest der Demokratie“ unter dem Motto “Freiheit pflanzen“ - eine rundum gelungene, friedliche Veranstaltung – OB: Fest hat erneut gezeigt, dass bei uns Geschichte nicht verwaltet, sondern weitergetragen wird
Die Stadt Neustadt an der Weinstraße und die Stiftung Hambacher Schloss ziehen als Veranstalter gemeinsam mit der Stiftung „Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ als Kooperationspartner ein sehr positives Fazit zum Demokratiefest 2026. Über das Festwochenende feierten insgesamt rund 12.500 Besucherinnen und Besucher friedlich in der Innenstadt und auf dem Hambacher Schloss. Das hat die Polizei ausdrücklich betont.
Die Veranstaltung stand dieses Jahr unter dem Motto „Freiheit pflanzen“, in Anlehnung an die Landesgartenschau 2028 in Neustadt. Denn: Demokratie wächst nur, wenn wir sie gemeinsam pflegen. Und so wurde an allen Tagen viel Raum für Austausch, Kultur und Beteiligung unter anderem auf der Vereinsmeile, dem Tag der Kulturvereine, Treffpunktformaten, Kindertheater oder bei Schlossführungen geboten.
Der diesjährige „Hambacher Freiheitspreis 1832“ der Stadt Neustadt an der Weinstraße ging an Prof. Dr. Adam Bodnar, polnischer Verfassungsrechtler, Menschenrechtsaktivist und ehemaliger Justizminister. Die Laudatio auf dem Hambacher Schloss hielt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Den lokalen „Johann-Philipp-Abresch-Preis“ bekam der Wald- und Wanderverein "Die Waldschatten" verliehen. Der Verein engagiert sich in beeindruckender Weise für den Natur- und Umweltschutz.
„1832. Das Fest der Demokratie hat Neustadt erneut zu dem gemacht, was diese Stadt seit dem Hambach Fest auszeichnet: zu einem Ort, an dem Geschichte nicht verwaltet, sondern weitergetragen wird“, betont Oberbürgermeister Marc Weigel. „An diesem Wochenende wurde spürbar, dass Demokratie Menschen verbindet. Ob beim Diskutieren, beim Feiern, beim Zuhören und auch im respektvollen Streit um die besten Ideen für unsere Gesellschaft.“ Gerade angesichts von Populismus, Polarisierung und wachsender gesellschaftlicher Verunsicherung sei dieses Fest ein Zeichen für Zusammenhalt und demokratisches Rückgrat, so Weigel. „Neustadt hat sich offen, vielfältig und geschichtsbewusst präsentiert. Dafür danke ich allen Bürgern, Vereinen, Kulturschaffenden, Initiativen, Einsatzkräften und Ehrenamtlichen, die dieses besondere Wochenende mit großem Engagement getragen haben. Sie alle haben gezeigt: Freiheit und Demokratie bleiben lebendig, wenn Menschen bereit sind, Verantwortung füreinander zu übernehmen.“
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hielt die Laudation auf den Preisträger Professor Dr. Adam Bodnar. „Ich erinnere mich gut daran, wie wir uns kennengelernt haben, verehrter Herr Bodnar. Bei meinem Besuch in Polen im Jahr 2018 kamen wir in Warschau im kleinen Kreis zusammen, und wir sprachen damals mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft über Rechtsstaatlichkeit, über Bedrohungen der Demokratie, über autoritäre Tendenzen in Europa. All diese Themen prägen Ihre Arbeit, lieber Herr Bodnar, ja, sie prägen Ihr Leben. Ihr Kampf gegen Diskriminierung, Rassismus und Intoleranz verdient Bewunderung.“
Professor Dr. Adam Bodnar sagte in seiner Dankesrede unter anderem: „Ich betrachte diese Auszeichnung als eine Würdigung der gesamten polnischen Zivilgesellschaft und der Rechtsgemeinschaft, die für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in Polen gekämpft hat. Dank dieses außergewöhnlichen Einsatzes war es einer pro-demokratischen und pro-europäischen Koalition möglich, die Parlamentswahlen im Jahr 2023 zu gewinnen und anschließend den schwierigen Prozess der Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit sowie der demokratischen Erneuerung einzuleiten.“ Die Ereignisse des Jahres 1832 hätten veranschaulicht, wozu Zivilgesellschaft fähig sei, wie sie sich organisieren kann, um Grundwerte zu schützen, und welche Kraft der gemeinsamen Arbeit von Menschen innewohne, so Bodnar.
Der neue rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder betonte: „Die Menschen von 1832 träumten von einem vereinten Europa der freien Völker. Heute sind wir Teil der Europäischen Union. Aber wir wissen auch: Das europäische Projekt ist nicht selbstverständlich. Autoritäre Kräfte fordern die freiheitliche Demokratie heraus – in Europa und weltweit. Umso wichtiger sind Menschen, die aufstehen, widersprechen und Demokratie für unsere Zeit neu erringen.“ Das gesellschaftliche Klima rufe nicht nach einer Politik mit Lautstärke, sondern nach einer Politik mit Haltung und mit dem ehrlichen Bemühen, Menschen zusammenzuführen, so Schnieder. „Egal wo, das Nein zu Menschenfeindlichkeit und Hetze und das Entlarven der Lüge zählt. Manchmal reicht schon die schlichte Frage: Wie kommen Sie darauf? Weshalb glaubst Du das?“.
Von den Waldschatten bedankte sich ihr Vorsitzender Florian Hofmann stellvertretend für den Verein: „Der Preis zeigt, dass unser Engagement sichtbar ist und weit über Wandern hinausgeht. Wir sind deshalb sehr stolz. Die Natur kann man nicht alleine, sondern nur gemeinsam schützen.“
Die Stadt Neustadt an der Weinstraße und die Stiftung Hambacher Schloss richten seit dem Jahr 2022 im zweijährigen Rhythmus die wiederkehrende Veranstaltung „1832. Das Fest der Demokratie“ aus. Der Zeitpunkt – jeweils um den 27. Mai – erinnert an den Jahrestag des Hambacher Festes im Jahre 1832. In diesem Jahr fand das Fest vom 29. bis zum 31. Mai statt.
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