HydroZwilling Rheinland-Pfalz

Starkregen sichtbar machen: Mit dem "HydroZwilling" steht in Rheinland-Pfalz seit Dezember 2025 ein digitales Simulations- und 3D-Visualisierungsmodell für die Hochwasservorsorge zur Verfügung. Nun hat das Umwelt- und Klimaministerium das Tool auch für die breite Öffentlichkeit verfügbar gemacht. Klimaschutzministerin Katrin Eder stellte den HydroZwilling Rheinland-Pfalz kürzlich auf einer Pressekonferenz vor.

Doch welchen Nutzen hat dieses komplexe und umfassende Tool und wie kann es wirkungsvoll zur Hochwasservorsorge beitragen?

Realistische und datenbasierte Szenarien
Das System verknüpft digitale Geländemodelle mit Landnutzungs-, Niederschlags- und hydrologischen Daten der Wasserwirtschaftsverwaltung. So lassen sich unterschiedliche Starkregen- und Sturzflutereignisse simulieren und Schutzmaßnahmen direkt miteinander vergleichen. 

Eine fundierte Grundlage für planerische Entscheidungen im Sinne der Klimaanpassung.

Transparenz und Eigenvorsorge für die Bevölkerung
Die 3D-Visualisierung macht potenzielle Überflutungen räumlich nachvollziehbar und zeigt die individuelle Betroffenheit von Gebäuden auf. Damit wird Risikobewusstsein gestärkt und die Notwendigkeit baulicher oder organisatorischer Vorsorge greifbarer.

Instrument für Kommunen und Fachpraxis
Kommunale Akteure haben bereits seit Dezember Zugriff auf den HydroZwilling und ergänzen fortlaufend lokale Detailinformationen, etwa zu Durchlässen, Geländeanpassungen oder Neubauten. Perspektivisch soll auch die Nutzung durch Feuerwehren im präventiven Katastrophenschutz ermöglicht werden.

Beschleunigung von Planung und Genehmigung Simulationen, die zuvor Tage in Anspruch nahmen, können nun innerhalb weniger Minuten durchgeführt werden. Das erleichtert Abstimmungsprozesse zwischen Verwaltung, Ingenieurbüros und weiteren Beteiligten und stärkt die Handlungsfähigkeit in der Wasserwirtschaft und im Hochwasserschutz.

Hintergrund:Die Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes Rheinland-Pfalz hat in den letzten Jahren in einem gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit der VRVis GmbH (Wien) den HydroZwilling RLP aufgebaut. Bereits 2023 hat das Land auf dieser Grundlage die Sturzflutgefahrenkarten erstellt, die seit November 2023 im sogenannten Wasserportal des Landes öffentlich verfügbar sind. Inzwischen wurde der HydroZwilling auch um Informationen für die Berechnung von Szenarien für Flusshochwasser erweitert. Betrieben wird der HydroZwilling RLP vom Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU).

▶ https://hydrozwilling.rlp.de/