Was bedeutet die Wahl der Schulform für unser Kind und unsere Familie?

Den Eltern fällt es oft nicht leicht, sich für eine weiterführende Schule zu entscheiden. Sie wollen das Beste für Ihr Kind und denken dabei möglicherweise vor allem an die Zukunft: Welche Schulform soll mein Kind besuchen, um die besten Chancen für sein späteres Leben zu haben?

Für Ihr Kind dagegen sind vielleicht ganz andere Dinge wichtig, beispielsweise, auf welche weiterführende Schule seine Freunde gehen werden. Grundschulkinder sind sich oft gar nicht oder erst sehr spät bewusst, dass die Wahl der weiterführenden Schulform in erster Linie von ihrem Lern- und Arbeitsverhalten und ihren Leistungen abhängt. Sie sind auch noch nicht in der Lage, die Tragweite der Entscheidung für eine bestimmte Schule zu überblicken und sollten sie keinesfalls allein treffen. Hinzu kommt, dass Grundschulfreundschaften später oft an großen Unterschieden in den schulischen Leistungen zerbrechen. An der weiterführenden Schule schließen die Kinder hingegen meistens schnell neue Freundschaften – oft zu Kindern, die etwa gleich leistungsfähig sind.

Die Entscheidung für eine weiterführende Schulform zu treffen, obliegt Ihnen als Eltern – aber natürlich sollte Ihr Kind bei der Auswahl der speziellen Schule mitsprechen dürfen.

Letztlich ist die geeignete Schule für Ihr Kind diejenige, in der sich Ihr Kind gefordert fühlt, aber nicht überfordert wird. Überlegen Sie, welche Interessen, Stärken und Schwächen Ihr Kind hat und welche Schulform am besten zu diesen Voraussetzungen passt. Bleiben Sie dabei realistisch und versuchen Sie, Ihr Kind nicht zu überschätzen.

Kinder brauchen Freiheit und Freizeit, manchmal auch Langeweile. Wenn Ihr Kind die Schulform Ihrer Wahl zwar meistern könnte, aber dafür große Opfer erbringen müsste, nehmen Sie besser davon Abstand. Muss ein Kind die weiterführende Schule wieder verlassen, weil es den Anforderungen nicht gewachsen war, empfindet es das oft als persönliche Niederlage. Ein – so erlebtes – Versagen ist für ein Kind zumeist schwer zu verkraften.

Auf der anderen Seite führen viele Wege zu einem bestimmten Abschluss: Berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung, dass auch Bildungswege der berufsbildenden Schulen den qualifizierten Sekundarabschluss I (ehemals mittlere Reife), das Fachabitur oder Abitur als Abschluss ermöglichen (mehr Informationen dazu finden Sie in der Beschreibung der entsprechenden Bildungsgänge).