Der Saalbau aus meiner Erinnerung

Mein Vater Hartmut Bulla und mein Onkel Horst Kühner waren die Haus- und Bühnenmeister im Saalbau. Mein Onkel bewohnte die Hausmeisterwohnung im Obergeschoß, mit Zugang zum Speicher, mit seiner Frau und den 3 Töchtern. Zudem waren beide Männer bei der Feuerwehr, im Löschzug 1.

Mein Vater wurde in der Nacht auf den 25. November 1980 zum Saalbaubrand über die damals noch übliche Alarmklingel in der Wohnung alarmiert. Unwissend, was passiert ist machte er sich auf den Weg zum Feuerwehrgerätehaus.

An der Einsatzstelle angekommen, beauftragte er ein junges Paar zu uns nachhause zu gehen und den Schlüssel für den Saalbau zu holen. Bei uns angekommen klingelten sie Sturm. Meine Mutter wurde wach und ging zum Fenster. Das junge Paar berichtete, was passiert ist. Natürlich wollte meine Mutter den Schlüssel nicht an fremde Leute aushändigen. Worauf sie mich weckte, mit den Worten: „bring Vater schnell den Saalbauschlüssel, es brennt.“ Ich zog mir schnell ein paar Kleider an und rannte los.

Schon am Marktplatz roch ich den Brand. Als ich am Kriegerdenkmal vorbei, Richtung Klemmhof rannte, sah ich schon den Feuerschein am Himmel. Als ich die Gabelsbergerstraße erreichte, bekam ich es schon mit der Angst zu tun.

Am Saalbau, Höhe Glasveranda angekommen, sah ich meiner Tante und Cousinen mit nichts als dem Nachthemd bekleidet auf der Straße stehen. Da fiel mir schon ein Stein vom Herzen, dass sie unbeschadet davongekommen sind. Nach einem kurzen Gespräch versuchte ich meinen Vater im Wirrwarr des Einsatzes zu finden. Nach der Übergabe des Schlüssels, ging ich zurück zu meiner Tante, wir nahmen uns in die Arme und weinten. Die Bilder dieser Nacht haben sich so eingeprägt, als wäre es gestern gewesen. Zu diesem Zeitpunkt war ich 14 Jahre alt.

Mein Vater arbeitete noch bis zu seiner Berentung im Neuen Saalbau und war somit 26 Jahre dort Hausmeister (1976-2007).

In der Zeit der Französischen Besatzung, wurde der Kellerbereich unter dem Schillersaal von den Franzosen als Nachtclub genutzt. Entsprechend waren auch Wandmalereien in den Kellerräumen vorhanden (Pin-Up Girls, Oben ohne und im Baströckchen). Im angrenzenden Bereich befand sich die Konditorei Michel.