Pfälzer Frauen im Bauernkrieg
Pfälzer Frauen waren im Bauernkrieg handelnde und leidende Personen. Es sind Frauen bekannt, die sich aktiv in der Sache des „Gemeinen Mannes“ engagierten und sie so auch zu einer des „Gemeinen Weibes“ machten. Es gab Frauen, welche die Umstände zu ihrem Vorteil nutzten und schließlich solche, welche die Folgen des "buerischen handells" zu bewältigen hatten.
Aus Neustadt- Die Base des obersten Bauernhauptmanns Veltin Wernher aus Albersweiler
Im Augustinerinnenkloster, der „Weißen Klause“, lebte 1525 die Base des obersten Hauptmanns des Geilweiler Haufens Veltin Wernher aus Albersweiler. Mehr ist über diese Nonne nicht bekannt, aber vielleicht verdankte ihr die „Weiße Klause“, dass sie den "buwerischen handell" glimpflich überstand; denn es war ihrem Konvent nach 1525 möglich, Güter zu kaufen, nachdem er vor 1525 solche hatte verkaufen müssen. (Landesarchiv (LA) Speyer E6, Nr. 2805, Quadrangulierung (Q) 25, fol. 62 v.)
Katharina Zolt, ehemalige Nonne des Dominikanerinnenklosters St. Lambrecht
Katharina Zolt aus Germersheim, Nonne im Dominikanerinnenkloster St. Lambrecht, belud wohl zu der Zeit, als das Konvent im Mai und Juni 1525 vor den Bauern geflohen war, einen Wagen mit fünf Betten samt Zubehör, einer Kiste mit Betttüchern, Zinngeschirr, drei silbernen Bechern, zwei silbernen Löffeln, Schmuck, Kleidungsstücken und einem bunten Tuch sowie einer vergoldeten Figur des hl. Georg. Mit dieser Aussteuer, zu der noch zwei Gültbriefe gehörten, machte sie sich auf den Weg nach Neustadt, wo sie den Maler Hanns Muehyser (Hans Mühlhäuser) heiratete. (Universitätsbibliothek Heidelberg, Urkunden Lehmann, Nr. 356)
Aus Bad Dürkheim- Die Frau des Hans Schneider
Die Frau des Hans Schneider stand aktiv auf der Seite der Bauern. Während ihr Mann als Anführer des Dürkheimer Aufgebots an der Schlacht bei Pfeddersheim teilnahm, wurden ihr während des Aufstandes "botschafft vnd brieff von den bauwern gebracht vnd mit antwurt widerumb abgefertigt". Hans Schneiders Frau war offensichtlich die „Sekretärin“ in der Befehlszentrale der Bauern zu Dürkheim und stand damit im Zentrum des Geschehens. Dies verdankte sie augenscheinlich ihrer nicht alltäglichen Fähigkeit, (verschlüsselte?) Briefe zu lesen und die Antwort nach Diktat zu schreiben, möglicherweise aber auch selbständig zu formulieren. Nach der "vffruhr" teilte sie das Schicksal tausender Frauen; sie wurde zur Witwe. Ihr Mann Hans Schneider war als „Aufrührer“ nach der Schlacht bei Pfeddersheim geköpft worden. (LA Speyer E6, Nr. 77, 4/4, Q85, fol. 165 r.)