Das Bürckel-Grabmal
Das Grabmal von Josef Bürckel in der nordöstlichen Ecke des Hauptfriedhofs von Neustadt an der Weinstraße gilt vielen als erhaltungswürdiges Mahnmal, das an die Täter des nationalsozialistischen Terror-Regimes erinnern soll. Der Landesbeirat für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz teilt in einem Grundsatzpapier von 2017 die Auffassung, dass im öffentlichen Interesse auch unbequeme Bauwerke Schutz und Pflege bedürfen und bezieht sich dabei explizit auf das Bürckel-Grabmal. Der Landesbeirat stellt fest: „Unter Denkmalschutz steht das Grabmal der Familie Josef Bürckel wegen seiner unbequemen Erinnerung an einen der maßgebenden Täter, einen der Menschen, die das Schreckensregime erst ermöglichten, die sog. „Herren über Leben und Tod“. Mehr Informationen gibt es
Im Rahmen der von der Universität Mainz 2020 vorgelegten Studie „Neustadt und der Nationalsozialismus“ schreibt Tobias Hirschmüller über das Bürckel-Grab:
„Das Grabmal (…) trägt die Signatur „Bernd“ und stammt daher wohl aus der Werkstatt der Kaiserslauterer Bildhauerfamilie dieses Namens. Adolf Bernd (1869–1942) gilt als deren wichtigster Vertreter, da er sich in den 1930er Jahren mit Kriegerdenkmälern regional einen Ruf erwerben konnte. Nach seinem Tod übernahm der Sohn Werner Bernd den Betrieb, daher wird dieser als Schöpfer des Grabmals angenommen. Das Grabmal besteht aus fünf stumpfpyramidenförmigen Sockeln mit den eingravierten Namen von Familienangehörigen, die einen auf der Längsseite stehenden Quader tragen, auf dem in Großbuchstaben der Name und die Lebensdaten von Josef Bürckel eingeprägt sind. Die Umbettung der sterblichen Überreste Bürckels von der Kriegeranlage im „Ehrenhain“ in ein Grab an der Nordostecke des Friedhofes ist gemäß einem Stadtratsbeschluss bereits am 23. August 1947 erfolgt. Der genaue Ort der letzten Ruhestätte ist nicht überliefert. Auf Wunsch der Nachkommen wurde das Grabmal 2016 zunächst entfernt, musste jedoch wieder aufgestellt werden, da es seit 2008 als gedachtes Mahnmal unter Denkmalschutz steht.“
Mehr Informationen zum Bürckel-Grabmal.