Könnte man das Straßennetz nicht schneller sanieren, wenn ESN, Stadtwerke und die Tiefbauabteilung der Stadt ihre Maßnahmen unabhängig voneinander konzipieren? (D.h. während an einer Straße nur die Oberfläche erneuert wird, ist anderorts an einer anderen Straße nur die Sanierung von Kanal und Leitungen fällig.)
Auf den ersten Blick könnte man Straßen schneller sanieren, wenn nur der Straßenoberbau erneuert wird, weil dann deutlich weniger Bauzeit benötigt wird. In der Zeit könnten andernorts der Eigenbetrieb Stadtentsorgung Neustadt und Stadtwerke die defekten Leitungssysteme in einer Straße grundhaft erneuern und die aufgebrochenen Leitungsgräben dann als Flickstellen wieder verschließen. Dies ist jedoch in zweierlei Hinsicht nicht sinnvoll:
Zum einen neigen umfangreiche Kanal- und Leitungsarbeiten bei Verschließen der Öffnungen dazu, dass an der Nahtstelle zwischen jahrelangem gewachsenen Erdreich und frisch verfüllten Baugruben Strukturbrüche im Untergrund auftreten und am Asphalt spätere Nahtrisse entstehen. Hauptgrund ist aber, dass eine oberflächlich sanierte Straße unter Auslassung defekter Leitungen darunter unweigerlich zu einem späteren Zeitpunkt eine erneute Öffnung der Straße nach sich zieht. Man hat also im Ergebnis keine Zeit gespart, sondern war nur zu unterschiedlichen Zeiten 2x in der Straße tätig, in der Regel ebenso unter Vollsperrung. Hingegen sollte der Regelfall in Neustadt an der Weinstraße sein, dass ESN, Stadtwerke und die kommunale Tiefbauabteilung eine Straße gemeinsam anpacken und dann für Jahrzehnte dort Ruhe herrscht.