Warum werden augenscheinlich bei Kanal- und Leitungsarbeiten so viele Löcher gemacht und dann wieder temporär verschlossen? Wäre es z.B. nicht besser, den Kanal auf ganzer Länge freizulegen und zu erneuern?

Wenn bei Kanal- und Leitungsarbeiten Aufgrabungen an bestimmten Stellen wiederholt werden, liegt dies entweder daran, dass unterschiedliche Leitungssysteme in unterschiedlichen Tiefenlagen betroffen sind oder aus brandschutz- und rettungstechnischen Gründen Teilabschnitte der Baustelle verschlossen werden müssen, damit Katastrophenschutz- und Rettungsfahrzeuge an die Häuser kommen. Würde man beispielsweise den Kanal auf ganzer Länge der Baustelle freilegen, würde dies die Erneuerung sicherlich beschleunigen, aber in weiten Teilen der Straßenmitte wären über längere Zeiträume die Häuser für die Feuerwehr mit Drehleiter ebenso wenig erreichbar wie für Anlieferungen von Anliegern an die eigenen Häuser. Auch muss in der Baustellenmitte stets gewährleistet sein, dass über den Rest der Baustelle die jeweiligen Arbeitsbereiche mit schwerem Gerät überhaupt angefahren werden können. Ein offenliegender Kanal auf gesamter Länge wäre hier hinderlich.
Bei der Rohrverlegung werden zunächst die Wasserhauptrohrleitungen verlegt. Nach einer gewissen Länge muss eine Druckprobe durchgeführt werden und anschließend wird die Trinkwasserleitung gespült. Erst wenn diese Arbeiten beendet sind, können die meist quer zur Hauptleitung liegenden Hausanschlüsse auf die neu verlegte Leitung aufgeschweißt werden. Zur Umbindung muss jeweils ein neues Kopfloch an der Hauptleitung hergestellt werden.