Skulpturen und Geschichte: Kunstgenuss in Neustadts Altstadt
Beim Spaziergang durch die Innenstadt von Neustadt an der Weinstraße begegnen Ihnen an vielen Ecken kunstvolle Skulpturen. Regionale Künstler haben eindrucksvolle Werke geschaffen, die in der mittelalterlichen, romantischen Altstadt moderne Akzente setzen. Originalzitate der Künstler zu den hier aufgeführten Kunstwerken geben Ihnen erste Anhaltspunkte zur Symbolik und Intention der Kunstobjekte.
Innenstadtplan mit Bummelstrecke
Die Vorbotin
Seit Dezember 2007 hält die „Vorbotin“ - sie ist von Bürgern gestiftet - mitten im pulsierenden Leben der Neustadter Innenstadt die Erinnerung an Hambach 1832 wach. Gerade das Stadtzentrum war Sammel- und Ausgangspunkt für viele Teilnehmer des Zuges zum Hambacher Schloss. Im Jahr 2007 hat sich das Hambacher Fest zum 175. Mal gejährt. Dieses Jubiläum wurde in vielfältiger Weise begangen, so u.a. durch eine dreitägige Feier „unten im Dorf und oben auf dem Schloss“ an Pfingsten und durch einen speziellen Tag für die Jugend. Den wesentlichen künstlerischen Beitrag zum Jubiläum hat eine Persönlichkeit geleistet, die schon viele Jahre in Hambach am Fuße des Schlosses zuhause ist: Frau Prof. Christiane Maether. Ihre Skulptur „Vorbotin“, eine Hommage an das Hambacher Fest, hat während der Jubiläumssaison den Schlossberg und das Schloss bereichert. Frau Maether selbst hat sie als „Erinnerungszeichen und zugleich Sehnsuchtssymbol der Liebe zur Freiheit“ bezeichnet. Frau Prof. Maether hat mit ihrer „Vorbotin“ einen bemerkenswerten Spruch assoziiert: „Vergiss nicht, dass du Flügel hast“. So ist das Werk von Frau Maether ein Symbol für Optimismus, Hoffnung und Zuversicht.
Künstlerin: Prof. Christiane Maether
Material: vergoldete Bronzeskulptur
Standort: Locatie (N 49°21'2" - E 8°8'23")
Bessinung
Wernigerode war bereits zu Zeiten der DDR Partnerstadt von Neustadt an der Weinstraße. Deshalb wollte ich eine Skulptur schaffen, die den Betrachter zum Nachdenken anregen soll, deshalb auch der Name "Besinnung".
Künstler: der Neustadter Maler und Bildhauer Nobert Mayer
Material: roter Sandstein
Technik: frei von Hieb, teils gespritzt und überschliffen
Standort: Wernigeröder Platz
Elefant
"Im linken Ohr des Elefant" befindet sich ein "Kummerkasten", er wird wöchentlich vom Kinderschutzbund geleert und bearbeitet."
Künstler: Michael Leopold
Material: Edelstahl
Technik: Edelstahlrohre/-bleche etc. geformt, verschweißt, poliert und ausgeschäumt
Standort: am Marstall
Der Freiheit eine Gasse
Vom Rathaus-Innenhof ging im Jahr 1832 der Marsch zum Hambacher Schloss aus. Dieses historische Ereignis wird durch die Bronze-Plastik "Der Freiheit eine Gasse" des renommierten Bildhauers Prof. Stephan Balkenhol im Zentrum des Hofes sichtbar gemacht. Prof. Stephan Balkenhol erklärt, dass seine Kunst nicht nur an "historische Ereignisse erinnern, sondern Geschichte vergegenwärtigen soll. Die "Gasse der Freiheit" sei zu einer großen Straße durch Europa geworden. Wir müssen aufpassen, dass sie nicht wieder zur Gasse wird", mahnt der Künstler.
Künstler: Prof. Stephan Balkenhol
Material: Bronze-Plastik
Standort: Rathausinnenhof
Idee im Kopf
"Durch das Zusammenspiel von Phantasie und Vorstellungskraft, gepaart mit handwerklichen Fähigkeiten entstehen aus industriellen Abfällen Figuren von bizarrer Schönheit. Bedingt durch das Material werden vorrangig Figuren in Rüstungen geboren, die ehemals in ihren Einzelteilen bereits der Vergessenheit auf Schrottplätzen an heim fallen sollten und so zu neunem Leben erweckt wurden."
Künstler: Paul Pantle
Material: altes Eisen
Technik: schneiden, trennen, biegen, schweißen, schleifen
Standort: Hintergasse
Krieger
"Trotz des Titels handelt es sich nicht um ein Kriegsdenkmal, sondern eher um ein Kriegermahnmal. Die Figur ist verletzt und versucht sich mit ihrem Stahlpanzer zu schützen. Dieser Panzer lässt auch an Gefieder denken. Ikarus wäre auch ein möglicher Titel aber "Krieger" hat sich bei der Kunstmesse in Pirmasens und der Ausstellung in der Villa Böhm durchgesetzt. Vielleicht könnte er noch fliegen, wenn sein Gefieder nicht zur Panzerung mutiert wäre!"
Künstler: Bernhard Mathäss, Bildhauer aus dem Neustadter Weindorf Duttweiler
Material: Baton und Stahl
Technik: die Figur in Ton modelliert, über ein Gipsnegativ in Beton gegossen; Panzerung aus Einzelteilen zusammengeschweißt
Standort: Obere Hauptstraße am Strohmarkt
Kriegerdenkmal
Das „Kriegerdenkmal“ steht heute mitten in der Hauptstraße von Neustadt an der Weinstraße. Es regt durch die eingemeißelten Namen von 500 Opfern des Ersten Weltkrieges heute zum Nachdenken über den Krieg und dessen Opfer an. Ursprünglich war das Denkmal zum Gedenken an die „gefallenen Helden“ des Ersten Weltkrieges gedacht.
Künstler: Entwurf: Prof. Hermann Hahn, Ausführung: J.W. Steger
Material: Roter Sandstein
Kunigunde und de Werth
"Er ist der hohe Beamte, Vertreter der Siegermacht und des Sonnenkönigs. Sie, das einfache Mädchen aus dem Bürgertum muss ihren ganzen Mut zusammen nehmen um ihn entgegenzutreten. Sie zieht ihren Schal wie ein Schild an sich und zeigt Haltung. Die Materialwahl Beton und Stahl, also Materialien von Waffen und Panzerung, deutet auf die verhängnisvolle Entwicklung der deutsch-französischen Geschichte bis zum Zweiten Weltkrieg hin."
Künstler: Bernhard Mathäss
Material: Beton, Edelstahl und Sandstein
Technik: Betonguß nach einem Tonmodell mit eingearebiteten Stahlinkrustationen; Sokel aus Sandstein in traditioneller Steinhauertechnik barbeitet.
Standort: Kunigundenstraße
Rathauslöwe oder Leo
"Der Löwe ist ein sogenanntes "Apotropaion", d.h. ein Unglück abwehrendes Symbol vor dem Haupteingang des Rathauses. Gleichzeitig ist der Löwe das Wappentier der Stadt Neustadt und der Pfalz. Kinder können ihn beklettern und auf ihm reiten. Er ist sehr menschenfreundlich."
Künstler: das Neustadter Bildhauerehepaar Barbara und Prof. Gernot Rumpf
Material: Bronze
Technik: Guß
Standort: Marktplatz vor dem Rathaus
Mensch im Widerstreit
"Die Plastik hat zum Thema eine menschliche Grundeigenschaft, die Goethe mit "zwei Seelen in meiner Brust" bezeichnet und der Volksdramatiker Nestroy in einem auf ihm selbst bezogenes Stück mit dem Titel "Der Zerrissene" bearbeitet hat. Die Plastik bleibt ambivalent mit dem Bestreben sich zu öffnen oder sich zu schließen, so wie man zwischen dem Guten und dem Bösen hin und her gerissen sein kann."
Künstler: Prof. Eberhard Linke
Material: Bronze
Technik: Keramische Aufbautechnik
Standort: Untere Hauptstraße am Strohmarkt
Vögel
"Die Vögel beleben den Baum und die Umgebung als künstlerischen Akzent."
Künstler: Franz-W. Müller-Steinfurth
Material: Bronze
Technik: Guß
Standort: Juliusplatz
Vordenker
"Durch die stammartige Säule wird der Kopf räumlich hervorgehoben. Die Schrägstellung der Säule wird ausbalanciert durch das keilartig zielgerichtete Geischt, dessen rhythmische Phasen ein "Hervorkommen" andeuten, was eine Analogie zum "Vordenken" sein könnte."
Künstler: Professor Eberhard Linke
Material: Bronze
Technik: Keramische Aufbautechnik
Standort: Laustergasse
Zeitraumspirale
"Die Materie erreicht geistige Dimension, realisierbar durch den Dialog der Skulptur mit der vorhandenen architektonischen Umgebung. An einem öffentlichen Platz aufgestellt, versteht sich dieses Werk als eine Metapher des Lebens und der schöpferischen Kraft."
Künstler: George Pavel aus Aachen
Material: Edelstahl
Technik: handgebogen, geschweißt und hochpoliert
Standort: Hetzelplatz
Zeitungsleser
"Die Plastik "Zeitungsleser" soll in der Hektik der Zeit den Betrachter zum Nachdenken anregen, aber auch erfreuen."
Künstler: Franz-W. Müller-Steinfurth
Material: Bronze
Technik: Guß
Standort: Juliusplatz