Metzgergasse und Kunigundenstraße
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Bild: © Rolf Schädler
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Bild: © Pfalz Touristik, Dominik Ketz
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Bild: © CC-BY-SA Pfalz Touristik, Dominik Ketz
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Die sieben ältesten Fachwerkhäuser der Pfalz befinden sich hier in der historischen Altstadt
Metzgergasse:
In der historischen Metzgergasse war die Zunft der Fleischhauer angesiedelt. Alte Symbole an Torbögen wie der Ziegenbock, der Ochse oder das Lamm erinnern noch an den Berufsstand. Die Metzger hatten einen kurzen Weg zum Markt, der über eine Brücke führte, denn bis 1865 floss der Speyerbach hier offen durch Neustadt. Metzgergasse 3 ist eines der schönsten Fachwerkhäuser der Region. Das rebenumrankte Gebäude mit der romantischen Gasse und den Türmen der Stiftskirche ist auch eines der schönsten Bildmotive in der Stadt. Wenn die Tür offensteht, kann im Innenhof an einer Ecke das Entstehen von Fachwerk erkundet werden. Lange galt das Haus, dessen Holzbalken und Kern aus dem Jahr 1384 stammten, als das älteste der Pfalz. Inzwischen wurden in Neustadt ältere entdeckt. Die sieben ältesten Fachwerkhäuser der Pfalz befinden sich hier in der historischen Altstadt. Viele Häuser der Metzgergasse wurden in späterer Zeit umgebaut. Dennoch bewahrte die Gasse ihren mittelalterlichen Charakter.
Kunigundenstraße:
Die Kunigundenstraße bietet mit der Metzgergasse einen malerischen Weg zum Marktplatz. Der Name sowie zwei Skulpturen erinnern an eine Legende aus dem Pfälzischen Erbfolgekrieg (1689-1698). Philipp von Orléans, Bruder des französischen Königs Ludwig der XIV., war mit Liselotte von der Pfalz verheiratet. In den Wirren um die Erbnachfolge in der Kurpfalz griff Ludwig militärisch ein. Sein Heerführer Ezéchiel de Mélac brannte viele kurpfälzische Orte nieder, so auch Heidelberg, Mannheim und Speyer. Doch der französische Kriegskommissar Johann Peter de Werth entschied, Neustadt zu verschonen. Die Stadt sollte als Basis für den Kriegszug dienen. Rund hundert Jahre danach entstand die Legende, dass ein schönes Mädchen namens Kunigunde Kircher den Kriegskommissar umgestimmt habe. Der hatte wirklich 1704 eine Kunigunde Barbara Kirchner geheiratet. Ob die Legende stimmt? Die Neustadter erinnern sich jedenfalls gerne an ihre angebliche Retterin, so auf dem Weihnachtsmarkt der Kunigunde.