Elwetritsche-Brunnen
Das Pfälzer Fabelwesen - die Elwetritsche
"Entschleunigung“ lautet eines der Zauberworte in der Pfalz. Dazu gehört auch das Stehenbleiben und Staunen, denn es gibt viele Details zu bewundern. So auch am Neustadter Elwetritsche-Brunnen. Der 1978 eingeweihte Elwetritsche-Brunnen von Gernot Rumpf zeigt viele Facetten des Pfälzer Fabelwesens und erfreut kleine und große Besucher am Marstallplatz. Der Legende nach liefen Hühner und anderes Getier bei einem Gewitter in den Wald. Dort trafen sie auf Wichtel, Kobolde und Elfen. Aus der Verbindung gingen die Mischwesen Elwetritsche hervor. Der Brunnen zeigt die würdevolle Elwetritsche-Königin, eine Babytritsch und streitlustig sich bespritzende Kampftritsche. Auch die Jagd-Utensilien Laterne und Kartoffelsack sind zu sehen. Bei der Jagd werden die Elwetritsche mit den Rufen Tritsch-Tritsch und Uiuiui in den Sack gelockt. Doch lässt man sie gleich wieder frei.
Es macht Laune, den zehn bronzenen Elwetritschenfiguren am Marstallplatz bei ihren neckischen Wasserspielen zuzuschauen. Der Betrachter kann sie in allen Stadien erleben: von Eiern in verschiedenen Größen über ausschlüpfende kleine Elwetritsche bis hin zu den ausgewachsenen Exemplaren. In unregelmäßigen Abständen allerdings kann doch Beschleunigung angesagt sein. Eine der Elwetritsche nämlich gebärdet sich heimtückisch. Sie speit unerwartet los. Da macht so mancher Besucher schon einmal einen kleinen Hopser.
Der Platz rund um den Brunnen heißt Marstall, einst ein Pferdestall im Verwaltungsviertel. Dort lagen auch der Sitz der Landschreiberei, also das Oberamt des Kurfürsten, sowie die kurfürstliche Kellerei.
Was sind Elwetritsche?
Die kultigen Fantasiewesen sind in der ganzen Pfalz bekannt. Hannah Liesenfeld versucht in dieser Folge von "Ich hab da mal ne Frage" herauszufinden, was hinter den Mischwesen aus Vogel und Mensch steckt.
Filmbeitrag mit Michael Landgraf “Elwetritsche in Neustadt an der Weinstraße“
Umfeld: das Projekt "Wasser in die Stadt"
Wo bis 1972 der Speyerbach offen floss, wird heute durch das Projekt "Wasser in die Stadt" der alte Wasserlauf angedeutet. Ziel des Projektes „Wasser in die Stadt“ war und ist es, dass kleine Wasserläufe in der Innenstadt den Verlauf des alten Speyerbachs nachzeichnen und dadurch wieder Wasser in der Stadt sichtbar und erlebbar gemacht wird. Dies wertet das Stadtbild auf und erhöht die Attraktivität der Innenstadt. Ein Bachlauf und ausreichend Sitzmöglichkeiten laden die Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Stadt zum Verweilen ein. Die Naherholungsoase dient der Erfrischung und führt bis zum Elwetritsche-Brunnen. Weitere Informationen zum Projekt "Wasser in die Stadt"
Kleine Skulpturen des Neustadter Künstlerehepaares Rumpf sollen die Vorgeschichte der Elwetritsche darstellen. Mit dieser künstlerischen Ausgestaltung, die von Bürgerstiftung und Lions Club gestiftet wird, soll das Gesamtbild entlang des Wasserlaufs vollendet werden.