Was bedeutet die Einschulung für mein Kind und unsere Familie?
Mit der Einschulung gehen neue Anforderungen einher, die in erster Linie Ihr Kind, aber auch die ganze Familie betreffen: Das Kind erfährt in der Schule eine stärkere Trennung von Spiel und formalisiertem Lernen und es lernt andere Methoden des Lernens kennen. Die Vermittlung der Kulturtechniken (v. a. Lesen, Schreiben und Rechnen) steht jetzt im Vordergrund. Ihr Kind lernt neue Verhaltensregeln kennen und einzuhalten und bekommt möglicherweise mehr negative Rückmeldungen, wenn es gegen Regeln verstößt. Die Tätigkeiten, mit denen sich Ihr Kind beschäftigt, sind in der Schule nicht mehr frei wählbar – es muss Aufgaben ausführen, die es von der Lehrerin oder dem Lehrer aufgetragen bekommt und dabei spontane Wünsche und Bedürfnisse zurückstellen.
Für die Eltern und Geschwister bedeutet die Einschulung oftmals, dass das Familienleben neu organisiert werden muss; die Freizeitgestaltung und manchmal auch die Berufstätigkeit der Eltern müssen sich nach den Schulzeiten, den Möglichkeiten der Nachmittagsbetreuung und auch den Hausaufgaben richten.
Diese Zeit des Übergangs wird von intensiven Gefühlen begleitet: Die meisten Kinder freuen sich sehr auf die Einschulung und den damit verbundenen Status als Schulkind. Manchmal folgt ein paar Wochen später die Enttäuschung, wenn die Schule ganz anders ist als das Kind es sich vorgestellt hat. Auch der Abschied von den Lebensgewohnheiten der Kindertagesstätte, den vertrauten Erzieherinnen und Erziehern und anderen Kindern sowie die Eingewöhnung in eine neue soziale Umgebung fallen vielen Kindern zunächst schwer.
Den Eltern geht es oft nicht anders – sie erleben gemischte Gefühle: Stolz und Freude, aber auch Trauer über den zu Ende gegangenen Lebensabschnitt und (manchmal sorgenvolle) Gedanken an die Zukunft.
Für die Entwicklung des Kindes (und auch der gesamten Familie) stellen solche – mit dem Fachbegriff „Statuspassagen“ bezeichnete – Zeitfenster letztlich Entwicklungsimpulse dar, die ungeahnte Kräfte mobilisieren können. Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten, mit denen Sie Ihrem Kind helfen können, den Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule gut zu bewältigen.
Dieses Ziel verfolgen neben Ihnen auch die Kita und die Grundschule, die gesetzlich zu einer Zusammenarbeit für einen gelungenen Übergang verpflichtet sind. Hier können Sie helfen, indem Sie die Aktivitäten von Kita und Grundschule aktiv unterstützen und mittragen. Sprechen Sie viel mit Ihrem Kind über den bevorstehenden Wechsel, aber bleiben Sie realistisch: Vermeiden Sie Beschönigungen, aber auch Schwarzmalerei. Falls Ihre Erinnerungen an die eigene Schulzeit eher negativ sind, versuchen Sie, Ihr Kind damit nicht zu sehr zu beeinflussen, damit es unbeschwert auf die neue Herausforderung zugehen kann.
Vor der Einschulung sollten Sie mit Ihrem Kind den zukünftigen Schulweg erkunden und ausführlich üben, damit das Kind mögliche Gefahrensituationen kennt.