Wann ist mein Kind schulfähig?

Die wichtigste Voraussetzung für die Einschulung ist die Schulfähigkeit eines Kindes. Damit sind Fähigkeiten und Kompetenzen gemeint, die das Kind mitbringen sollte, um fit für die Schule zu sein: Neben der kognitiven (geistigen) Leistungsfähigkeit gehören dazu die körperlich-gesundheitliche Verfassung, soziale und emotionale Kompetenzen und eine verlässliche Arbeitshaltung und Motivation. Beispiele für diese Fähigkeiten und Kompetenzen sind, wenn Ihr Kind

  • Symbole (Verkehrszeichen, Markenlogos etc.) unterscheiden, vergleichen und in unterschiedlichen Zusammenhängen wieder erkennen kann: Symbolverständnis ist eine Voraussetzung für das Lesenlernen.
  • Dinge sortieren kann – beispielsweise nach Größe, Gewicht, zeitlichen Kriterien (länger – kürzer; früher – später; vorher – nachher usw.) oder räumlichen Kriterien (vor – hinter; über – unter etc.): Seriation (=Fähigkeit zum Sortieren) ist erforderlich, um mathematische Prinzipien begreifen zu können.
  • mit Stift und Schere umgehen kann; vertraute Wege allein zu Fuß zurücklegen und in Begleitung Fahrrad fahren kann: Fein- und grobmotorische Fertigkeiten sind beispielsweise für das Schreibenlernen, den Kunst- und Werkunterricht aber auch den Sportunterricht wichtig.
  • bei Bedarf gemeinsam mit anderen Kindern an einer Aufgabe arbeiten, eigene Ideen einbringen und die Ideen der anderen berücksichtigen kann; sich auch mit Worten wehren kann und nicht gleich handgreiflich wird: Soziale Kompetenzen sind die Voraussetzung für Freundschaft und Anerkennung durch andere und tragen dazu bei, dass Ihr Kind sich in der Klasse wohlfühlen kann.
  • längere Zeit ohne die Gegenwart von Eltern oder Geschwistern verbringen kann; sich selbst etwas zutraut und zuversichtlich in die Zukunft schaut; sich selbst anziehen und kleinere Aufgaben selbständig übernehmen kann: Emotionale Kompetenzen, Selbstvertrauen und Selbständigkeit tragen dazu bei, dass das Kind belastbar und stabil ist.
  • eine bestimmte Tätigkeit auch alleine über den Zeitraum einer Viertelstunde selbständig ausüben kann; das Einhalten gewisser Ordnungen und Regeln gewohnt ist (beispielsweise, den Arbeitsplatz nach Beendigung einer Tätigkeit eigenständig aufzuräumen); bereit ist, ein Ziel auch dann weiterzuverfolgen, wenn kleine Hindernisse auftreten; bei Rückschlägen nicht völlig entmutigt ist, sondern andere Lösungswege ausprobiert und um Hilfe bitten kann: Anstrengungsbereitschaft, Ausdauer und Frustrationstoleranz helfen Ihrem Kind, wenn es in der Schule mal nicht rund läuft oder Schwierigkeiten auftreten.

Diese Fähigkeiten und Kompetenzen erwirbt Ihr Kind größtenteils im Alltag – die Erzieherinnen und Erzieher in der Kindertagesstätte achten darauf und fördern solche Voraussetzungen für die Schulfähigkeit. Auch Sie können Ihrem Kind dabei helfen, indem Sie viel mit ihm sprechen und vorlesen, mit ihm basteln und draußen spielen, es in seinem Tun bestärken und ihm neue Herausforderungen aufzeigen.
Lassen Sie Ihrem Kind Zeit für unbeschwertes Spiel, spontane Kontakte zu anderen Kindern, zum Herumtoben und Entspannen. Spezielle Förderprogramme sind in den seltensten Fällen erforderlich. Bedenken Sie auch: Zum Schulkind wird Ihr Kind in der Schule – es muss nicht schon vorher alles können, was dann in der Schule wichtig wird. Die Erfahrungen, die Ihr Kind in der Schule sammeln wird, helfen ihm ebenso dabei, die Anforderungen dort zu bewältigen. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Kind bereits schulfähig ist, suchen Sie das Gespräch mit den Erzieherinnen und Erziehern in der Kita und Ihrem Kinderarzt, der Ihr Kind durch die Vorsorgeuntersuchungen meistens gut kennt.