Reformationsjahr in Neustadt
In der historischen Altstadt von Neustadt wird die Zeit des Umbruchs im 16. Jahrhundert lebendig. Die Stiftskirche ist Entdeckungsort bedeutender Zeugnisse der Vorreformation (Bild oben) und die Gassen der Altstadt atmen noch den Geist der Bürger, die nach neuen Wegen suchten. Hier wirkten der reformatorisch gesinnte Stiftsdekan Michael Weinmar und der Landschreiber Wendel Hippler, der im Bauernkrieg anno 1525 Kanzler des deutschen Bauernparlaments wurde.
Neustadt wurde 1554 eine der ersten lutherischen Städte der Kurpfalz und Pfalzgraf Johann Casimir erhob sie zu einem Zentrum reformierter Lehre in Europa. Zacharias Ursinus, der Verfasser des Heidelberger Katechismus, wirkte hier am Casimirianum. Schließlich verbreitete der Druckermeister Matthäus Harnisch von Neustadt aus reformatorische Schriften und schuf mit der „Neustadter Bibel“ die erste Lutherbibel mit Verszählung und mit reformierten Kommentaren.
Der Reformationsbotschafter von Neustadt, Michael Landgraf, schlägt als Dozent, Schriftsteller und Stadtführer eine Brücke in diese Zeit. Als Druckermeister führt er ab 2017 durch Neustadt und bietet eine lebendige Begegnung mit der Epoche der Zünfte, Bauernkriege und Reformatoren. Bereits seit 2013 gibt er als Zacharias Ursinus Einblick in die späte Reformationszeit.
Er hält Vorträge, beispielsweise im Bibelmuseum Neustadt, oder Lesungen mit seinem neuen historischen Roman „Der
Protestant“ (Wellhöfer-Verlag 2016), der in Neustadt spielt.