Stadt pflanzt 90 Obstbäume - Sorten heißen Bauchnabel-Quitte oder Kotäckerle

Die Umweltabteilung der Stadt pflanzt derzeit in der Neustadter Feldflur 90 Obstbäume. Dabei handelt es sich um Neu- und Ersatzpflanzungen, überwiegend auf städtischen Naturschutzgrundstücken. Je nach Standorteigenschaften kommen verschiedene Kultur- und Wildobstarten zum Einsatz, meist Hochstämme auf stark wachsenden Unterlagen. Das garantiert später „Landschaftsbäume“ mit starken Stämmen, statisch stabiler Krone, hoher Lebenserwartung und guter Eignung als Nahrungs- und Nisthabitat für Vögel, Kleinsäuger und Insekten.

Auf feuchteren Standorten werden überwiegend Apfelbäume gepflanzt, auf trockeneren Standorten Kirschen, Mandeln und Wildobstarten wie Felsenkirsche, Elsbeere und Mispel. Für die anderen Standorte sind Birnen, Quitten und Walnussbäume vorgesehen. Als Spezialität gesellen sich zwei Weiße Maulbeerbäume dazu.

Die häufigste Obstart ist die Birne; hiervon werden 29 Bäume gepflanzt, davon 15 Tafel- und Wirtschaftsbirnen sowie 14 Weinbirnen. Die Weinbirnen sind nur zur Vermostung geeignet und tragen teilweise wenig sympathisch klingende Namen wie Wilde Eierbirne oder Nußlocher Kotäckerle. Bei den Allzwecksorten sind Sorten wie Peters-, Pauls- und Philippsbirne mit dabei. Unter den 15 Apfelsorten waren der Braune Matapfel (Kohlapfel), der Rote Bellefleur (Siebenschläfer) und der Rote Eiserapfel, die am längsten haltbare alte Apfelsorte, früher in der Pfalz weit verbreitet. An Mandelsorten werden die Dürkheimer Krachmandel und die Mußbacher Lokalsorte Keilmandel gepflanzt. Bei den ursprünglich aus dem Kaukasus und Vorderasien stammenden Quitten gibt es kaum einheimische Sorten. Neben Klassikern wie der Konstantinopler Apfelquitte und der Portugiesischen Birnquitte wurde auch die türkische Sorte Çukur Göbek ausgewählt, was übersetzt etwa Hängebauch- oder Bauchnabel-Quitte bedeutet. Bei den Süßkirschen kommt in der Wingertflur wegen der Kirschessigfliegen-Problematik die gelbfrüchtige Dönnissens Knorpelkirsche zum Einsatz.

Die Baumpflanzungen verteilen sich sehr unterschiedlich auf die einzelnen Neustadter Gemarkungen. Das liegt an der Zahl und Größe der zur Verfügung stehenden städtischen Flächen und an ihrer Eignung für Obstbäume. So muss bei Hochstämmen auch auf Abstände von Verkehrswegen und Nachbargrundstücken sowie Unverträglichkeiten gegenüber Staunässe oder Trockenheit geachtet werden. Die meisten Bäume, zusammen 52 Stück, werden in der Diedesfelder Wingertflur gepflanzt. Allein 28 davon ersetzen abgängige Zwetschgenbäume am Flutgraben, die noch aus der Zeit vor der Flurbereinigung stammen. Weitere 10 Bäume kommen im Umfeld des Parkplatzes vor der Vinothek Isler zu stehen. Mit 15 bzw. neun Bäumen folgen die Gemarkungen Geinsheim und Königsbach. Die restlichen Bäume verteilen sich auf Duttweiler, Hambach, Lachen-Speyerdorf und Mußbach. Gimmeldingen geht wegen der Dominanz und hohen Dichte von Mandelbäumen diesmal leer aus; hier sollen in Zukunft vor allem Mandeln nachgepflanzt werden.

Die jungen Bäume müssen wegen der klimawandelbedingten Trocken- und Hitzephasen im Sommer mittlerweile mindestens vier Jahre gewässert werden. Dabei kann es durchaus zu mehr als 10 Einsätzen während der Vegetationsperiode kommen. Schnitt und Kronenaufbau der Bäume werden nach der so genannten modifizierten Schweizer Oeschberg-Methode von Fachleuten der städtischen Umweltabteilung durchgeführt. Gedüngt wird mit Schafsmist. 

Autor: Pressestelle, 18.12.2025