Ernst-Udet-Straße

nach Ernst Udet (1896-1941), Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, Generalluftzeugmeister im Zweiten Weltkrieg

Ernst Udet wurde 1896 in Frankfurt am Main geboren. Er besuchte in München die Volksschule und das Gymnasium, das er 1912 mit der Mittleren Reife verließ. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich 1914 freiwillig zum Heeresdienst, wurde zunächst abgelehnt und diente bis Oktober 1916 als ziviler Motorradmelder. Danach ließ er sich auf eigene Kosten zum Piloten ausbilden und wurde Jagdflieger. Mit 62 Luftsiegen, die meisten nach Manfred von Richthofen, wurde er zum gefeierten Kriegshelden.

Nach dem Krieg arbeitete Udet als Kunstflieger und leitete von 1922 bis 1925 in München seine eigene Firma Udet Flugzeugbau, die Sportflugzeuge baute. Durch spektakuläre Flugshows, Forschungsflüge und Auftritte in Filmen erlangte er internationale Berühmtheit. 1933 trat er der NSDAP bei und wurde Fliegervizekommodore des Deutschen Luftsportverbandes. Ab 1934 war er im Reichsluftfahrtministerium tätig und ab 1935 in der Luftwaffe unter Hermann Göring für deren technische Aufrüstung zuständig, obwohl ihm die organisatorischen Aufgaben schwerfielen. Er stieg bis 1939 zum Generalluftzeugmeister mit 4000 Mitarbeitenden auf, wurde jedoch zunehmend wegen Untauglichkeit kritisiert.

Die Luftwaffe erzielte Anfangs Erfolge im Zweiten Weltkrieg, zeigte aber ab 1940 erhebliche Schwächen, besonders in der Luftschlacht um England. 1941 entzog Göring Udet nach Hitlers Druck viele Kompetenzen, woraufhin sich Udet dem Alkohol hingab. Nach fehlender Unterstützung durch Göring erschoss er sich am 17. November 1941 in seiner Wohnung in Berlin. Das NS-Regime deklarierte seinen Tod als Unfall bei Waffenversuchen und organisierte ein Staatsbegräbnis.

Die Ernst-Udet-Straße in Lachen-Speyerdorf wurde 1981 nach ihm benannt.

Abschlussbericht Projekt Straßennamen

Quelle: Stadtarchiv Neustadt an der Weinstraße