Hermann-Löns-Straße
nach Hermann Löns (1866-1914), Schriftsteller, Journalist
Hermann Löns wurde 1866 in Culm (Chelmno) in Westpreußen geboren. Als er 18 Jahre alt war, wurde sein Vater, der Lehrer Friedrich Löns, nach Münster versetzt, wo Löns das Abitur ablegte. Seine Studienversuche in Medizin und Naturwissenschaften (1887–1890) brach er ab.
Ab 1891 arbeitete er bei verschiedenen Zeitungen in Kaiserslautern, Gera und schließlich in Hannover, wo er mit satirischen Texten unter dem Pseudonym Fritz von der Leine Erfolg hatte. In diesen Jahren machte er häufig Ausflüge in die Lüneburger Heide, die zu seinem Landschaftsidealbild wurde. 1901 erschienen der Gedichtband „Mein goldenes Buch“ und die Erzählsammlung „Mein grünes Buch“, die beide wenig Beachtung fanden. Löns‘ 1902 gegründete „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ musste 1904 den Betrieb wieder einstellen. Anschließend schrieb er bis 1908 Glossen für das „Hannoversche Tagblatt“ und war 1907–1909 Leiter der „Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung“ in Bückeburg.
Mit dem Erzählband „Mümmelmann“ und den Bauernromanen „Der letzte Hansbur“, „Dahinten in der Heide“ und insbesondere „Der Wehrwolf“ gelang Löns 1909/10 der literarische Durchbruch. Es folgten fünf weitere Buchveröffentlichungen innerhalb eines Jahres. Er wurde bekannt für seine Natur- und Jagdmotivik, häufig mit Bezug zur Lüneburger Heide. Er selbst stilisierte sich als „Jägerpoet“.
Nachdem ihn 1911 seine Frau mit dem gemeinsamen Kind verlassen hatte, begab sich der zunehmend unter Wahnvorstellungen und Alkoholproblemen leidende Löns auf eine Wanderschaft in Österreich, der Schweiz, und den Niederlanden. Nach seiner Rückkehr nach Hannover 1912 gelang es ihm nicht mehr, an seine literarischen Erfolge anzuknüpfen.
Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete sich Löns freiwillig zum Kriegsdienst und fiel vier Wochen nach Dienstantritt in Frankreich bei Loivre. Von den Nationalsozialisten verherrlicht, wurde sein Leichnam 1934 angeblich identifiziert und 1935 bei Walsrode in der Lüneburger Heide feierlich beigesetzt.
Die Hermann-Löns-Straße in Mußbach erhielt 1971 ihren Namen.