Theodor-Körner-Straße
nach Theodor Körner (1791-1813), Dichter, Dramatiker, Freiheitskämpfer
Carl Theodor Körner wurde 1791 in Dresden geboren. In seinem Elternhaus verkehrten u. a. Goethe, Schiller und Wilhelm von Humboldt, was bei ihm ein Interesse an Literatur und Wissenschaft weckte und ihn früh zu eigenen Dichtversuchen brachte. Zumeist wurde er durch Privatlehrer unterrichtet, 1808 begann er an der Bergakademie Freiberg ein Studium des Bergbaus, der Mineralogie und der Chemie. Während dieser Zeit entstanden einige Gedichte, die 1810 unter dem Titel „Knospen“ veröffentlicht wurden. Im selben Jahr wechselte er an die Universität Leipzig, wo er Kameralistik, Verwaltungs- und Wirtschaftslehre studierte. Wie schon in Freiberg nahm Körner rege am studentischen Leben Teil, war Mitglied einer Burschenschaft und duellierte sich mit Adeligen.
1811 begann Körner ein Studium in Wien, wo Freunde der Familie wie Wilhelm von Humboldt und Friedrich Schlegel lehrten. In Wien besuchte er häufig das Burgtheater, lernte Joseph von Eichendorff kennen, verlobte sich mit der Schauspielerin Antonie Adamberger und schrieb in kurzer Zeit zahlreiche Dramen, Opernlibretti und Erzählungen. Mit dem Trauerspiel „Zriny“, das auf die Besatzung Deutschlands durch Frankreich anspielt, wurde er bekannt und erhielt Anfang 1813 von Erzherzog Karl einen dreijährigen Vertrag als Theaterdichter.
Trotz dieser Erfolge entschloss er sich im März 1813, sich aktiv der entstehenden Befreiungsbewegung gegen Napoleon anzuschließen, und reiste nach Breslau, wo er als „Jäger zu Fuß“ in das Freikorps des Majors Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow eintrat. Auch im Lützow’schen Freikorps schuf Körner weitere Gedichte, die sich meist mit den Befreiungskriegen oder anderen aktuellen Geschehnissen befassen, darunter „Lützows wilde Jagd“, das bereits 1814 von Carl Maria von Weber vertont und dadurch zu einem der berühmtesten Lieder aus der Zeit der Befreiungskriege wurde.
Im Juni 1813 wurde das Freikorps von württembergischen Rheinbundtruppen bei Kitzen in der Nähe von Leipzig angegriffen, wobei Körner durch drei Säbelhiebe am Kopf schwer verletzt wurde. Nach seiner Genesung stieß er im August abermals zum Lützow’schen Freikorps, das zu diesem Zeitpunkt in Mecklenburg stationiert war. Am 26. August beteiligte er sich an einem Überfall auf eine Nachschubkolonne der französischen Truppen bei Gadebusch, wobei er tödlich von einer Kugel im Bauchraum getroffen wurde. Seine Kameraden beerdigten ihn am darauffolgenden Tag zwischen zwei Eichen in Wöbbelin. An dieser Stelle ließ Körners Vater 1814 eine Gedenkplakette anbringen. Im selben Jahr veröffentlichte er in dem Gedichtband „Leyer und Schwerdt“, der bis 1819 fünf Auflagen er reichte, zahlreiche Gedichte seines Sohnes.
Die Theodor-Körner-Straße wurde zwischen 1896 und 1911 nach ihm benannt.