Peter-Koch-Straße
nach Peter Koch (1874-1956), Kunstmaler, Bürgermeister und Ehrenbürger von Gimmeldingen
Peter Koch wurde 1874 in der Obermühle im Gimmeldinger Tal geboren, wo sein Vater Johannes Koch in zweiter Generation eine Wappenschmiede betrieb. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte auch Peter Koch eine Wappenschmiede- und Küferlehre. Aufgrund des industriellen Fortschritts wurde der Betrieb der Obermühle jedoch eingestellt, die Familie zog in die Ortsmitte von Gimmeldingen. Ab 1894 studierte Koch an der Akademie der Bildenden Künste in München, 1902 an der Freilicht-Malschule des Tiermalers Heinrich von Zügel in Wörth, wo er Otto Dill kennenlernte, mit dem er freundschaftlich verbunden blieb.
Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs nahm Peter Koch einen Auftrag als Porträtkünstler in den USA an. Nach Ausbruch des Krieges weitete er seine Tätigkeit in New York aus, gründete ein Atelier, erhielt Auftragsarbeiten und knüpfte Kontakte zu Künstlern am Broadway. Nach fast einem Jahrzehnt kehrte er 1922 zurück und engagierte sich in Vereinigungen in seiner Heimatgemeinde Gimmeldingen und der Pfalz, die schon vor 1914 die Motive seiner Gemälde geprägt hatten.
Bereits mehr als ein Jahr vor der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten trat Koch am 1. Oktober 1931 in die NSDAP ein. Seit dem 27. April 1933 gehörte er der NSDAP-Fraktion im Gimmeldinger Gemeinderat an, die in Gimmeldingen einen überdurchschnittlich starken Rückhalt hatte. Im Mai 1933 gestaltete Koch im Auftrag des Gemeinderats Ehrenbürgerurkunden für Paul von Hindenburg, Adolf Hitler und den pfälzischen Gauleiter Josef Bürckel.
Am 9. April 1933 wurde in Neustadt die Gleichschaltung der Institutionen der Bildenden Künste der Pfalz eingeleitet, indem die bisherigen Künstlervereinigungen aufgelöst wurden. Stattdessen wurde die „Notgemeinschaft Pfälzer Kunst“ unter dem Dach des „Kampfbundes für deutsche Kultur“ gegründet. Koch gehörte diesem Bündnis als Mitglied des „Verwaltungs- und Propagandaausschusses“ an. Seit 1935 war Koch Fördermitglied der 1925 von Hitler als Leibgarde gegründeten SS, die später maßgeblich für die Planung und Durchführung von Kriegsverbrechen und den Holocaust verantwortlich war. Bereits ab 1934 war sie für den Betrieb und die Verwaltung der Konzentrationslager zuständig, ab 1941 auch der Vernichtungslager (SS-Totenkopfverbände). Zudem trat Koch u. a. dem Reichkolonialbund bei.
Am 5. März 1937 wurde Koch zum Bürgermeister der Gemeinde Gimmeldingen ernannt. Nach dem Einmarsch der US-Armee in Gimmeldingen am 22. März 1945 übergab Koch die Amtsgeschäfte an die Besatzungsmacht. Nach dem Krieg wurde ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet. Die Spruchkammer schlug vor, Koch als „Minderbelasteten“ einzustufen. Dieser „Säuberungsvorschlag“ wurde am 31. Januar 1950 mit folgenden Sühnemaßnahmen angenommen: dreijährige Bewährungsstrafe, Aberkennung der Wählbarkeit und des Rechtes der politischen Betätigung für drei Jahre, Geldbuße von 250 DM, Kostenübernahme des Verfahrens.
Koch betätigte sich weiter als Kunstmaler. 1954 war er Mitgründer der Weinbruderschaft der Pfalz. Seine Heimatgemeinde Gimmeldingen ernannte ihn im selben Jahr zum Ehrenbürger. Dort starb er 1956.
Die Peter-Koch-Straße in Gimmeldingen trägt seit 1971 den Namen.