Hanns-Fay-Straße

nach Hanns Fay (1888-1957), Kunstmaler

Hanns (gelegentlich auch Hans) Fay wurde 1888 in Frankenthal geboren. Während seiner Zeit an der Volksschule zog die Familie nach Speyer um. Wie sein Vater, der Schuhmacher war, erlernte Fay zunächst ein Handwerk und wurde Tüncher und Dekorationsmaler. Von 1907 bis 1908 besuchte er die Handwerksschule in Berlin, wo er anschließend als Dekorationsmaler arbeitete.

Im Ersten Weltkrieg leistete Fay von 1914 bis 1918 Kriegsdienst an der Westfront, wo er verwundet wurde und eine Gasvergiftung erlitt. Vor Kriegsausbruch war er zurück nach Speyer gezogen, wo er 1914 geheiratet hatte und sein erster Sohn geboren worden war. Nach dem Krieg gelang es Fay, sich mittels finanzieller Unterstützung durch Mäzene allmählich als freischaffender Künstler zu etablieren, sodass er in mehreren Städten seine Werke ausstellen konnte.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde am 9. April 1933 in Neustadt u. a. durch die erzwungene Selbstauflösung des mitgliederstarken Pfälzischen Kunstvereins die Gleichschaltung der Institutionen der Bildenden Künste der Pfalz forciert. Die Künstler sollten sich unter dem Dach des „Kampfbundes für deutsche Kultur“ zu einer „Notgemeinschaft Pfälzer Kunst“ zusammenschließen. Fay, der im selben Jahr mit seiner Familie nach Neustadt zog, wurde zum ersten Vorsitzenden dieser gleichgeschalteten „Notgemeinschaft“ gewählt. Am 1. Mai 1933 wurde er Mitglied der NSDAP. Von den schon vor der NS-Zeit beachteten pfälzischen Malern war Fay einer der wenigen, die sich in ihren Gemälden und Zeichnungen nun unmittelbar nationalsozialistischen Themen und Symbolen widmeten. 

Nach NS-Verstrickungen in der ersten Phase der Diktatur sind von Fay keine weiteren politischen Bilder und Aktionen mehr bekannt, auch Ämter bekleidete er nicht mehr, nachdem die „Notgemeinschaft Pfälzer Kunst“ nach wenigen Monaten in andere Parteiorganisationen überführt worden war. Malerisch verlor er – trotz seiner Kooperation mit den Nationalsozialisten – gegenüber anderen Künstlern an Bedeutung. 1937 zog er mit seiner Familie nach Haardt. In den ersten Wochen des Zweiten Weltkriegs fiel sein zweiter Sohn Erich vor Warschau. Fay zog sich zunehmend zurück, bekam jedoch weiterhin Aufträge. In der Nachkriegszeit wirkte Fay weiter als Maler, beteiligte sich mit neuen Bildern an mehreren Ausstellungen. 1950 wurde sein kleines Haus mit Atelier in Haardt fertig. Er starb 1957 in Neustadt.

Die Neustadter Hanns-Fay-Straße wurde 1981 nach ihm benannt.

Abschlussbericht Projekt Straßennamen

Quelle: Stadtarchiv Neustadt an der Weinstraße