Bismarckstraße
nach Otto von Bismarck (1815-1898), Politiker, Reichskanzler des Deutschen Reiches
Otto von Bismarck wurde 1815 auf Schloss Schönhausen bei Stendal in Sachsen als zweiter Sohn eines aus einem alten Adelsgeschlecht der Altmark stammenden Rittmeisters geboren. Nach dem 1835 abgeschlossenen Studium der Rechtswissenschaften begann er ein Referendariat im Verwaltungsdienst, das er jedoch nicht abschloss. Gemeinsam mit seinem Bruder verwaltete er ab 1839 die väterlichen Güter. 1847 schloss er die Ehe mit Johanna von Puttkamer. Das Paar hatte drei Kinder.
Seine politische Laufbahn begann Bismarck 1845 als Abgeordneter im Provinziallandtag von Pommern. 1847 rücke er in den Vereinigten Preußischen Landtag nach und hatte Kontakt zu führenden konservativen Politikern. 1851 wurde er zum preußischen Bundestagsgesandten in Frankfurt am Main ernannt. Er strebte die Gleichstellung der beiden Staaten Preußen und Österreich innerhalb des Bundes an. Im Verfassungskonflikt 1862, ausgelöst durch die Ablehnung der Ausgaben für die Heeresreform durch das Parlament, wurde er von König Wilhelm I. zunächst vorläufig, dann endgültig zum preußischen Ministerpräsidenten berufen und regierte bis 1866 ohne ein vom Parlament beschlossenes Budget. 1867 wurde er Kanzler des preußisch dominierten Norddeutschen Bundes.
1870 provozierte er mit der Veröffentlichung der von ihm bewusst verkürzten „Emser Depesche“ den Krieg zwischen den Staaten des Norddeutschen Bundes und Frankreich. Nach dem deutschen Sieg und der Gründung des Deutschen Reiches wurde Bismarck zum Reichskanzler ernannt. Wenig später löste Bismarck den „Kulturkampf“ gegen die katholische Kirche und die Zentrumspartei aus. Ebenso führte er in den folgenden Jahren einen fortwährenden Kampf gegen die erstarkende Arbeiterbewegung. Mit seiner eigenen Sozialgesetzgebung versuchte er ihr den Boden zu entziehen. Gleichzeitig versuchte er mit dem 1878 im Reichstag durchgesetzten „Sozialistengesetz“, das bis 1890 immer wieder verlängert wurde, vergeblich, die verhasste Sozialdemokratie zu vernichten. Mit der Thronbesteigung Wilhelms II. im Juni 1888 verlor Bismarck seine viele Jahre unangefochtene Machtposition. Seine Vorlage für ein unbefristetes Sozialistengesetz scheiterte im Januar 1890 im Reichstag. Der Kaiser forderte ihn nach Meinungsverschiedenheiten zum Rücktritt auf. Am 18. März 1890 reichte Bismarck sein Abschiedsgesuch ein und wurde zwei Tage später als Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident entlassen. Am 30. Juli 1898 starb Otto von Bismarck in Friedrichsruh bei Hamburg.
Die Neustadter Bismarckstraße erhielt ihren Namen zwischen 1891 und 1896.