Arndtstraße

nach Ernst Moritz Arndt (1769-1860), Schriftsteller, Geschichtsprofessor

Ernst Moritz Arndt wurde 1769 in Groß Schoritz auf Rügen (damals Teil von Schwedisch-Pommern) geboren. Sein Vater war Leibeigener, konnte sich jedoch wenige Monate vor der Geburt des Sohnes aus der Leibeigenschaft freikaufen. Arndt konnte das Gymnasium in Stralsund besuchen, ab 1789 studierte er in Greifswald und Jena Theologie, Geschichte, Geographie, Völkerkunde, Sprachen und Naturwissenschaften. Ab 1794 arbeitete er als Hauslehrer. 1800 habilitierte er sich in Greifswald in Geschichte und lehrte als Privatdozent, ab 1805 als außerplanmäßiger Professor. Nach den napoleonischen Kriegen erhielt Arndt 1818 eine Professur im nun zu Preußen gehörenden Bonn. Da man ihm im repressiven Vormärz jedoch wie vielen anderen Gelehrten „demagogische Umtriebe“ unterstellte, wurde er bereits 1820 suspendiert. Obwohl die Vorwürfe zwei Jahre später fallengelassen wurden, durfte er weiterhin nicht lehren. Erst 1840, im Alter von 79 Jahren, wurde er vollständig rehabilitiert.

In den Revolutionsjahren 1848/49 gehörte Arndt als fraktionsloser Abgeordneter für Solingen der Frankfurter Nationalversammlung an. Er war Teil der Gesandtschaft, die 1849 dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. die deutsche Kaiserkrone anbot, die dieser ablehnte. Arndt starb 1869 im Alter von 91 Jahren in Bonn.

Die Nationalsozialisten verherrlichten Arndt als rassenideologischen Vordenker. 1933 wurde die Universität Greifswald zu seinen Ehren in Ernst-Moritz-Arndt-Universität umbenannt. Nach einem mehrere Jahre andauernden Streit über diese Ehrung wurde der Name 2018 wieder in Universität Greifswald geändert.

Die Neustadter Arndtstraße wurde vor 1911 benannt. Aus den Ratsprotokollen geht das genaue Jahr der Benennung nicht hervor. Auf einem zwischen 1896 und 1911 entstandenen Stadtplan ist die Arndtstraße bereits unter diesem Namen eingezeichnet.

Abschlussbericht Projekt Straßennamen

Quelle: Stadtarchiv Neustadt an der Weinstraße