Umsetzung des Konzeptes

November 2025 I Umsetzung des integrierten Klimaanpassungskonzeptes

Nach der Verabschiedung des Klimaanpassungskonzepts am 02.09.2025 im Stadtrat steht nun die Umsetzung der Maßnahmen aus dem integrierten Klimaanpassungskonzept im Mittelpunkt. Im Rahmen des Förderschwerpunkts "Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels" wird die Umsetzung für drei Jahre gefördert – es wurden Fördermittel in Höhe von fast 280.000 € eingeworben, die das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit bereitstellt. Projektträgerin ist, wie bereits bei der Erstellung des Klimaanpassungskonzeptes, die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH.

Ausgehend vom Leitbild "Grün. Blau. Smart. Gemeinsam." aus dem Klimaanpassungskonzept wurden sechs Handlungsfelder definiert, innerhalb derer die verabschiedeten Maßnahmen verortet sind:

Schwammstadt

Die sogenannte Schwammstadt ist ein Konzept der Stadtplanung, das zahlreiche (über das gesamte Stadtgebiet) verteilte Flächen zur Versickerung, Verdunstung und Rückhaltung von Regenwasser schafft. Dies nennt man auch dezentrale Regenwasserbewirtschaftung. Bildlich gesprochen saugt die Stadt das Regenwasser auf und speichert es wie ein Schawmm. So kann ein naturnaher Wasserkreislauf wiederhergestellt werden, welcher die Kanalisation entlastet und Grundwasser neu bildet. Die Stadt wird durch das vorhandene Wasser gekühlt und das Risiko für Überflutungen und Hochwasser sinkt durch die vielen Versickerungsmöglichkeiten.

Handlungsfeld 2: Klimaangepasste Innenräume

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kinder werden durch die fortlaufende energetische Sanierung und thermische Optimierung kommunaler Liegenschaften vor der Hitzebelastung geschützt, gesundheitliche Risiken werden minimiert, und es entstehen klimagerechte Innenraumlösungen, die das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit aller Nutzer unterstützen und den Auswirkungen von Klimaveränderungen entgegenwirken.

Handlungsfeld 3: Technische Maßnahmen zur Verbesserung des Außenklimas

In Neustadt werden durch klimaangepasste Gestaltung kühle Begegnungsorte geschaffen, die zum Verweilen einladen und das Wohlbefinden der Nutzerinnen und Nutzer steigern. Der Fokus liegt auf der Schaffung komfortabler und nutzbarer öffentlicher Außenräume. Bis 2040 sollen wesentliche Fortschritte bei der Entschärfung identifizierter Hitzehotspots und Risikogebiete durch gezielte Maßnahmen zur Reduzierung gesundheitlicher Risiken erzielt werden, um das Außenumfeld für alle Bevölkerungsgruppen sicherer und gesünder zu gestalten.

Handlungsfeld 4: Unterstützung von Privathaushalten und Gewerbe

Bis 2028 werden Informations- und Bildungsangebote bereitgestellt, um das Bewusstsein für Klimarisiken zu schärfen und konkrete Anpassungsmaßnahmen zu fördern. Eine breite Beteiligung der Gesellschaft an der Klimaanpassung wird ermöglicht und damit die Resilienz gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels gestärkt.

Als erste Maßnahmen in diesem Bereich wurde ein Flyer zu Klimaanpassungsthemen in Neustadt erstellt, der u.a. als Informationsgrundlage für Gästeführer*innen dient. 

Darüber hinaus steht mit dem Flyer zu Fördermöglichkeiten im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung eine Informationsbroschüre für Unternehmen bereit, die sich in diesem Bereich engagieren möchten. 

Klicken Sie auf den jeweiligen Flyer:

Handlungsfeld 5: Waldumbau

Bis 2030 wird die Biodiversität im Wald durch die Schaffung und Pflege vielfältiger Lebensräume signifikant gefördert, wobei die Ökosystemleistungen des Waldes, wie Kohlenstoffspeicherung und Wasserregulierung, dauerhaft erhalten und verbessert werden, um die langfristige Stabilität und Gesundheit der Wälder zu sichern. Die Waldbrandvorsorge wird durch umfassende präventive Maßnahmen gestärkt, um die Brandgefahr zu reduzieren und die Resilienz der Wälder zu erhöhen. Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung sensibilisieren die Bevölkerung, während eine enge Zusammenarbeit zwischen Forstverwaltung und Feuerwehren eine effektive Prävention und Reaktion auf Waldbrände gewährleistet. Bis 2036 wird der Waldbestand durch gezielte Maßnahmen der Bejagung und des Waldumbaus so umgestaltet, dass er widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Veränderungen wird.

Handlungsfeld 6: Klimaanpassung strukturell verankern

Durch den Einsatz intelligenter Technologien und Innovationen wird die Lebensqualität datenbasiert erhöht, während gleichzeitig Klimaschutz und -anpassung gefördert werden. Bis 2028 ist die bisherige Integration von Klimaanpassung in Planungs- und Umsetzungsprozesse weiterentwickelt und systematisch gestärkt. Bis 2030 werden innovative und ressourcenschonende Lösungen in der Stadtentwicklung implementiert.

In einer dezernatsübergreifenden Zusammenarbeit verschiedenster Akteurinnen und Akteure werden diese Maßnahmen in den kommenden Jahren sukzessive umgesetzt. Das Klimaanpassungskonzept können Sie auf der Website der Stadt herunterladen.


Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Förderkennzeichen 67DAA00492
"DAS-A2: Umsetzung eines intergierten Klimaanpassungskonzepts für die Stadt Neustadt an der Weinstraße"


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