Kinderschutz: Vielfältige Präventionsangebote - auch im Saalbau

Die Stadt Neustadt setzt kontinuierlich auf umfassende Präventionsmaßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Dabei kooperiert sie eng mit verschiedenen Institutionen und Fachstellen, um präventiv gegen sexuellen Missbrauch und Gewalt vorzugehen und betroffene Kinder sowie ihre Familien zu unterstützen. In diesem Rahmen konnten nun 700 Schülerinnen und Schüler aus fünften und sechsten Klassen im Saalbau ein Theaterstück besuchen, das für dieses wichtige Thema sensibilisiert. 

Das interaktive Theaterprojekt „Trau Dich!“ ist ein Bestandteil der ganzheitlichen Strategie des städtischen Jugendamts zur Prävention von sexueller Gewalt, wie Beigeordnete Waltraud Blarr, Dezernentin für Familie, Jugend und Soziales, erklärt: „Mit der Einladung in den Saalbau sprechen wir die Kinder direkt an, vermitteln ihnen wichtige Fähigkeiten, um ihre eigenen Grenzen zu erkennen und zu wahren. Aber es ist nur ein Teil eines viel umfassenderen Programms, das wir in Neustadt etabliert haben, um die Sicherheit und das Wohl unserer Kinder kontinuierlich zu fördern.“ Das Ziel ist, die Themen sexuelle Gewalt und Kinderschutz frühzeitig anzusprechen und nachhaltig in den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen der Stadt zu verankern.

Angebote für verschiedene Altersgruppen und Eltern

Im Rahmen der „Frühen Hilfen“ werden für Familien mit Kindern bis sechs Jahren sowie für Fachkräfte beispielsweise Online-Vorträge angeboten. In den Kitas gibt es in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzdienst Schulungen zum Thema „Kinderschutz – aber sicher“.

Außerdem wurde ein verbindlicher Handlungsleitfaden für städtische Kitas erarbeitet, der Mitarbeitenden hilft, im Verdachtsfall angemessen zu reagieren. Für alle Grundschulen bietet der Kinderschutzbund außerdem das Präventionsprojekt „Mein Körper gehört mir“ kostenlos an. Es wird von der Stadt finanziell unterstützt.  

Das Theaterstück „Trau Dich!“, das von einem Ensemble aus Frankfurt am Main im Saalbau aufgeführt wurde, ist speziell auf Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 zugeschnitten. Es nutzt interaktive Elemente und multimediale Geschichten, um Kindern ein Verständnis für den Umgang mit sexuellen Missbrauchssituationen zu vermitteln und sie zu ermutigen, sich Hilfe zu holen.

Diese Veranstaltung sowie die vielen anderen Angebote des Jugendamts zeigen auch die Tragfähigkeit des Netzwerks, das die Stadt im Bereich Kinderschutz aufgebaut hat. Die enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Jugendhilfe, Vereinen und weiteren Institutionen sorgt dafür, dass alle Akteure Hand in Hand arbeiten, um dem sexuellen Missbrauch schlagkräftig zu begegnen.

Ein wichtiger Bestandteil dieses Netzwerks ist die Schulsozialarbeit, die an vielen Schulen bereits fest integriert ist. Auch die Kita-Sozialarbeit wurde in den letzten Jahren erheblich ausgebaut, um bereits im frühen Kindesalter anzusetzen.

Zur Neustadter Präventionsarbeit gehört auch die jährliche Netzwerkkonferenz Kinderschutz, die Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen der Jugendhilfe, Bildung, Justiz und Gesundheit zusammenbringen. Die Konferenzen sind eine Plattform, um neue Themen zu diskutieren und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Institutionen weiter zu stärken.

Unterstützungsangebote für Betroffene

Die Stadt Neustadt sowie die zahlreichen Netzwerk-Partner stellen auch eine Vielzahl an Beratungsangeboten zur Verfügung, die sowohl Kindern, Jugendlichen als auch Eltern bei Fragen zum Kinderschutz unterstützen. Zu den wichtigsten Anlaufstellen gehören:

Kinderschutzdienst Mittelhaardt in Trägerschaft des Diakonischen Werks: Fachstelle für von Gewalt betroffenen oder bedrohte Kinder und Jugendliche. Zu den Aufgaben der Kinderschutzdienste gehört es, Mädchen und Jungen, die Opfer von seelischer Gewalt, Misshandlungen oder sexueller Gewalt geworden sind oder bei denen ein entsprechender Verdacht besteht, ein Ansprechpartner zu sein, der sich ihnen zuwendet und ihren Aussagen vertraut. https://www.diakonie-pfalz.de/ich-suche-hilfe/kinder-und-jugendliche/kinderschutzdienst

Erziehungsberatungsstelle im Haus der Diakonie in Trägerschaft des Diakonischen Werks: Beratung für Eltern, Kinder und Jugendliche. Sie hilft bei allen Fragen rund um die Erziehung. Das Team hilft und unterstützt Kinder mit Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeiten, berät Alleinerziehende und Eltern und bietet Hilfe für Jugendliche auf der Suche nach ihrem eigenen Weg. https://www.diakonie-pfalz.de/ich-suche-hilfe/kinder-und-jugendliche/erziehungs-und-familienberatung

Erziehungsberatungsstelle Caritaszentrum Neustadt: Ebenfalls Beratung für Eltern, Kinder und Jugendliche. https://www.caritas-speyer.de/angebote/erziehungs-ehe-und-lebensberatung#p122

Kinderschutzbund Neustadt: Ebenfalls Beratung für Eltern, Kinder und Jugendliche. https://www.kinderschutzbund-nw-duew.de/unsere-angebote/beratungsstelle.html

Nummer gegen Kummer / das Kinder- und Jugendtelefon: Kinder und Jugendliche können sich kostenlos und anonym beraten lassen. Montags bis samstags zwischen 14 Uhr und 20 Uhr, kostenfrei (auch per Handy!). Samstags beraten auch junge Beraterinnen und Berater im Alter zwischen 16 und 21 Jahren. https://www.kinderschutzbund-nw-duew.de/kinder-und-jugendliche/nummer-gegen-kummer.htm

Autor: Pressestelle, 27.06.2025