Einstimmiger Beschluss für neue Wirtschaftsstrategie

Die Stadt hat nun klare Kriterien für ihre Wirtschaftsstrategie: Der Stadtrat hat einstimmig die von Verwaltung und WEG (Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft) vorgelegte Standortstrategie verabschiedet. Die neue wirtschaftliche Ausrichtung ist das Ergebnis des von vielen Akteuren aus der Wirtschaft mitgestalteten Entwicklungsprozesses „ZuWiN – Zukunftsarbeit Wirtschaftsstandort Neustadt“. Oberbürgermeister Marc Weigel lobt: „Was hier gemeinsam entstanden ist, ist echte strategische Wirtschaftsförderung. Die Stadt hat sich mit Unterstützung vieler engagierter Köpfe neu ausgerichtet. Wir wollen so noch weiter vorne als bisher im Standortwettbewerb mitspielen.“

Ein zentrales Element der Strategieentwicklung war der breit angelegte Beteiligungsprozess. Rund 70 Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Verwaltung brachten sich ein. Dabei spielten zwei Gruppen eine Schlüsselrolle: eine praxisnahe Kernarbeitsgruppe, in der Neustadter Unternehmerinnen und Unternehmer unterschiedlichster Branchen vertreten waren – etwa aus Industrie, Handwerk, Pflege, Tourismus, Forschung und Handel – sowie eine Resonanzgruppe, die aus Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden, Institutionen und Politik bestand. Diese Struktur ermöglichte eine intensive inhaltliche Arbeit bei gleichzeitiger Rückkopplung mit den vielfältigen Interessen der Stadtgesellschaft.

„Die Strategie entstand nicht am Reißbrett, sondern in engem Schulterschluss mit der lokalen Wirtschaft“, erklärte Projektleiterin und WEG-Geschäftsführerin Karin Henneke im Stadtrat bei seiner jüngsten Sitzung auf dem Hambacher Schloss. Dieser gemeinsame Arbeitsprozess habe nicht nur konkrete Ergebnisse hervorgebracht, sondern auch das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Wirtschaft und weiteren Akteuren gestärkt.

Sieben Handlungsfelder und eine gemeinsame Vision für Neustadt

Herzstück der neuen Strategie ist eine gemeinsam entwickelte Vision für Neustadt als Wirtschaftsstandort. Aufbauend darauf wurden sieben zentrale Handlungsfelder definiert. Diese reichen von einer unternehmensfreundlichen Verwaltung über Bildung und Innovation bis hin zur Lebensqualität als Standortfaktor. Für jedes Handlungsfeld wurden strategische Ziele sowie konkrete Projektansätze entwickelt.

Die wirtschaftliche Ausrichtung der Stadt soll in Zukunft nachhaltiger, innovationsfreudiger und zugleich stärker in der Region verwurzelt sein. Die Strategie zielt darauf ab, die traditionellen Stärken Neustadts, wie beispielsweise der Weinbau, weiterzuentwickeln und mit den Anforderungen einer modernen, zukunftsorientierten Wirtschaft zu verbinden.

Neuer Beirat als Impulsgeber und Motor der Umsetzung

Im Zuge der Neuausrichtung wurde auch die bisherige Struktur der wirtschaftlichen Beratung reformiert. Der kommunale Wirtschaftsbeirat wird aufgelöst. An seine Stelle tritt ein neu konzipierter Beirat auf Basis des Gesellschaftsvertrags der WEG. Dieses Gremium übernimmt nicht nur beratende Aufgaben, sondern soll auch eine Monitoring-Funktion für die Umsetzung der Strategie wahrnehmen. Die Mitglieder dieses neuen Beirats stammen größtenteils aus dem ZuWiN-Prozess und bringen daher viel Erfahrung mit.

Die konstituierende Sitzung sowie die Festlegung der Geschäftsordnung soll Anfang Juli 2025 im Rahmen einer Sitzung des WEG-Aufsichtsrats stattfinden. Ziel sei ein schlagkräftiges Gremium, das die Wirtschaftsentwicklung der Stadt aktiv begleitet und Impulse für deren Weiterentwicklung gibt, so Henneke.

Bereits während des Strategieprozesses wurden erste konkrete Projektideen identifiziert. Dazu zählen unter anderem Initiativen zur Stärkung der Weinwirtschaft, der Aufbau eines Handwerksbildungszentrums, die Förderung grüner Technologien sowie die Entwicklung eines neuen Innovationsformats für Neustadt. Diese Projekte sollen nicht nur die wirtschaftliche Vielfalt fördern, sondern auch zur Erhöhung der regionalen Wertschöpfung beitragen.

Ein wichtiger Schwerpunkt der neuen Strategie ist die Lebensqualität – nicht nur als weicher Standortfaktor, sondern als entscheidendes Kriterium im Wettbewerb um Fachkräfte. Unternehmen betonen zunehmend die Bedeutung guter Lebensbedingungen für die Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeitender. Die Strategie sieht daher gezielte Maßnahmen für die Innenstadt, die Mobilität, Gesundheitsversorgung und Kultur vor.

Mit dem Stadtratsbeschluss beginnt nun die Umsetzung. Die Verantwortung liegt bei Stadtverwaltung, WEG und den beteiligten Wirtschaftsakteuren – in Abstimmung mit dem neuen Beirat. „Wir geben damit gemeinsam ein starkes Signal für eine moderne, breit getragene und strategisch ausgerichtete Wirtschaftsentwicklung“, so Oberbürgermeister Marc Weigel.

Autor: Pressestelle, 28.05.2025