Der Autograf im Gebetbuch der Elisabeth von Sachsen (1552 - 1590) und Johann Casimirs (1543 - 1592)
Andreas Kuhn und Gabriele Stüber
15 * E[lisabeth] * 71
gott Weis Die Zeitt
h[err] Johan Casimir Pfaltzgraf [et ceter]a
Dein getreuer schats weil [ich lebe] Joh[ann] El[isa]be[th] [manu propria]
15 * I[ohan] C[asimir] * 71
regir mich herr durch deinen geist
Elisabeth pfaltzgreffin [et cetera] meines
herren trewe gemahl weil ich lebe
Gott weiß die Zeit = ältere Devise Johann Casimirs, belegt 1567 in seinem Stammbuch. Seine spätere Devise war „Constanter et sincere“, belegt 27.5.1577 auf Architrav des Ehrentors anlässlich Johann Casimirs Einzug in Frankenthal.
Regier mich, Herr, durch deinen Geist = Devise Elisabeths, belegt 1583 auf Wappen Elisabeths als Sigle "RMHDDG"
Pfalzgräfin Elisabeth [von Pfalz-Lautern; geb. Herzogin von Sachsen] (1552-1590, 1583), (W); weil = solange
Beide Eheleute versichern sich eigenhändig (Autographen) ihrer Liebe und lebenslangen Treue. Durch die mehrfache Verschränkung der jeweils einer Person zuzuordnenden Textteile (Monogramm, Devise, Name und Titel, Liebesbekenntnis) wird die Einheit und Verbundenheit der Ehepartner betont. Das "manupropria" lässt auf einen rechtsverbindlichen Überlieferungszusammenhang schließen.
Angesichts der glücklichen Genesung Elisabeths von ernsthafter Krankheit im Sommer 1571 könnte man eine Stiftung denken, die das Blatt einst einleitete.
Die beiden zusammengebundenen Gebetbücher sind im ausführlichen Bücherverzeichnis Elisabeths um 1576 nicht aufgeführt. Das lässt die Frage offen, ob sie 1571 in ihrem Besitz waren.