Ludwig II. (*1229) (1253 - 1294)
Pirmin Spieß
In der ersten bayerischen Landesteilung vom 28. März 1255 wurden das Herzogtum Bayern und die Pfalzgrafschaft bei Rhein unter dem beiden Söhnen Herzog Otto II. (1206-1253) aufgeteilt. Die Primogenitur, die übliche Erbfolge, wurde nicht geübt, das Herzogtum wie ein Bauernhof geteilt. Ludwig II. erhielt das Herzogtum Oberbayern und die Pfalzgrafschaft, Heinrich XIII. (*1235) (1253–1290) das Herzogtum Niederbayern. Die beiden bayerischen Herzogtümer wurden 1340 unter Ludwigs Sohn, dem römisch-deutschen Kaiser Ludwig IV., wiedervereinigt – die Pfalzgrafschaft bei Rhein 1329 verselbständigt. Ludwig II. residierte in München und vereinzelt in Heidelberg, Heinrich wählte Landshut als Residenzstadt.
Im Rückblick wurde Otto I. (*um 1117-1183) im Jahr 1180 von Kaiser Barbarossa als Dank für Hilfe in der Schlacht (Veroneser Klause) mit dem Herzogtum Bayern belehnt. Am 14. Oktober 1214 erwarben die Wittelsbacher die Pfalzgrafschaft mit dem Zentrum Heidelberg – die Verbindung sollte bis 1918 halten.
München wurde unter seiner Herrschaft – er war der ältere – erstmals Residenzstadt, weil Ludwig im „Alten Hof“ regierte. Von da aus besuchte er bisweilen Heidelberg.
Seine erste Ehefrau Maria von Brabant ließ er 1256 hinrichten, weil er sie fälschlicherweise des Ehebruchs verdächtigte. Ursache war ein verwechselter Brief, den der Ritter Raugraf Raugraf Heinich I. († 1261), dem Bruder des Wormser Bischofs Eberhard I. aushändigte. Als Sühne stiftete Ludwig – wegen der Hinrichtung seiner Ehefrau „der Strenge“ genannt - das Kloster Fürstenfeld bei Fürstenfeldbruck.
In zweiter Ehe war Ludwig mit Anna von Glogau (um 1240-1271) verheiratet. In dritter Ehe erhielt er die Hand von König Rudolfs Tochter Mathilde.
1290 ereilte Ludwig ein schwerer Schicksalsschlag: auf einem Turnier in Nürnberg erhielt sein ältester Sohn eine tödlich Wunde. Nachfolger wurde sein Sohn Rudolf I. aus seiner Ehe mit Matthilde von Habsburg – er hinterließ drei Söhne:
Adolf (*1300-1327),
Rudolf II. (*1306) (1329-1353) – regierte auf der Burg Winzingen,
Ruprecht I. (*1309) (1329-1390), der Gründer der Universität Heidelberg – begraben in der Neustadter Stiftskirche, die als Memoria des Hauses Wittelsbach in ihrer heutigen Gestalt errichtet wurde.