von 2012 bis 2024 nach Karl Peters (1904-1998), Rechtswissenschaftler

Biografie:

Karl Albert Josef Peters wurde 1904 in Koblenz geboren. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaft an den Universitäten Münster, Königsberg und Leipzig sowie der Akademie für Internationales Recht in Den Haag.

1927 promovierte er an der Universität Münster und war anschließend in mehreren Städten als Staatsanwalt tätig, 1931 habilitierte er sich an der Universität Köln.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten trat Karl Peters zum 1. Mai 1933 in die NSDAP ein. Über die strafrechtliche „Erneuerung“ durch den Nationalsozialismus äußerte er sich in mehreren Publikationen positiv.

An der Universität Köln wurde Peters 1938 außerplanmäßiger Professor. 1942 ernannte ihn das Justizministerium zum Ersten Staatsanwalt am Oberlandesgericht Köln. Im selben Jahr erhielt er einen Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität Greifswald. Nachdem Greifswald 1945 kampflos an die sowjetische Armee übergeben worden war, blieb Peters zunächst Professor. In seinem Entnazifizierungsprozess wurde er jedoch als „Mitläufer“ eingestuft und im März 1946 fristlos entlassen. Im November 1946 konnte Peters eine Lehrtätigkeit an der Universität Münster antreten. Als „Mitläufer“ schien er für die Verantwortlichen politisch tragbar. Im August 1948 gelang es ihm als „entlastet“ eingestuft zu werden.

1962 wechselte Peters an die Universität Tübingen. Die Bundesregierung beauftragte ihn mit der Aufklärung von Justizirrtümern. Nach seiner Emeritierung 1972 kehrte Peters nach Münster zurück. 1974 wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, 1984 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Marburg, 1989 die der Universität Münster. Er starb 1998 in Münster.

Anzahl der Straßenbenennungen nach Karl Peters in Deutschland:

Bei den heutigen Straßenbenennungen nach dem Rechtswissenschaftler Karl Peters handelt es sich – wie in Neustadt an der Weinstraße – um Umwidmungen von Straßen, die zuvor nach dem Kolonialisten Carl (Karl) Peters benannt worden waren. Dabei kamen insbesondere bei dem Straßennamen Petersstraße jedoch auch andere Personen für die Umwidmung infrage. Eine genaue Anzahl der Carl (Kar)l Peters gewidmeten Straßen anzugeben ist deshalb nicht möglich.

Umbenennung 2024:

Um die Vergangenheit aufzuarbeiten wurde in der Stadtratssitzung am 24.09.2019 eine Überprüfung sämtlicher Straßennamen der Stadt auf politische Belastung hin in Auftrag gegeben. Mit dieser Überprüfung wurde das Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V. beauftragt. Ziel war es, die Straßennamen der Stadt vor allem hinsichtlich antisemitischer, nationalsozialistischer, kolonialistischer und frauenfeindlicher Gesichtspunkte zu untersuchen. Als Ergebnis ist der Abschlussbericht zu den umstrittenen Straßen entstanden, der am 15.09.2022 veröffentlicht wurde. Nach mehreren Umfragen und Beteiligungen der Anwohner, beschloss der Stadtrat einstimmig die Straße ab dem 1. Januar 2025 in Maria-Merian-Straße umzubenennen.

Quelle: Stadtarchiv Neustadt