Vorrangmodell

Das Vorrangmodell nimmt als Einziges eine eindeutige Gewichtung vor: Ökologie vor Soziales vor Ökonomie.

Durch die Gleichrangigkeit der beiden vorgenannten Modelle wird unterstellt, dass die Verschlechterung in einem Bereich durch den Fortschritt in einem anderen Bereich miteinander aufgerechnet werden können. Hierbei spricht man auch von schwacher Nachhaltigkeit. Wird beispielsweise ein Schwimmbad an der Stelle gebaut, an der vorher ein natürlicher See war, so ist dies im Sinne des Drei-Säulen-Modells und des integrativen Nachhaltigkeitsmodells in Ordnung, da das Schwimmbad die soziale Nachhaltigkeit verbessert. Auch ist die Zerstörung des Ökosystems "See" akzeptabel, da durch den Bau des Schwimmbads Arbeitsplätze entstehen und somit das Wirtschaftswachstum erhöht.

Aus Sicht des Vorrangmodells ist dies der falsche Ansatz. Denn ohne eine intakte Ökologie fehlt die Grundvoraussetzung für soziale Stabilität. Und ohne die soziale Stabilität wäre keine ökonomische Stabilität gegeben. Ökologische Nachhaltigkeit kann demnach nur in geringem Maße bzw. gar nicht durch ökonomische und soziale Nachhaltigkeit ersetzt werden. Diese Sichtweise nennt man auch starke Nachhaltigkeit. Die Einhaltung ökologischer Grenzen ist demnach unabdingbar, da nur so langfristig stabile Lebensbedingungen auf der Erde gesichert werden können. Sie bilden somit gewisse Leitplanken, innerhalb derer wirtschaftliche und soziale Ziele verfolgt werden können.