Schädliche bzw. lästige Tiere und Pflanzen
In diesem Merkblatt zeigen wir Ihnen, wie sie mit verschiedenen schädlichen bzw. lästigen Tieren und Pflanzen verfahren können.
Ameisen
Immer wieder treten Meldungen auf über größere Ameisenvorkommen in Neustadt. Das können heimische Arten sein wie die schwarze Wegameisen aber auch neu eingewanderte Arten aus dem Mittelmeerraum. die dazu tendieren sehr große Kolonien z.T. mit mehreren Königinnen zu bilden. Vorkommen von eingewanderten Ameisenarten bzw.-gattungen wie Pheidole oder Tapinoma sind in Neustadt der Fachwelt bereits seit 2009 bekannt. Grundsätzlich haben alle Ameisenarten ein Recht auf Leben und dürfen nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden. Besonders geschützt sind sogar einige Waldameisenarten in Deutschland. Im Siedlungsbereich hat man es allerdings in aller Regel mit Arten zu tun, die nicht besonders geschützt sind. Was ist zu tun, wenn diese lästig werden?
Bei kleineren Vorkommen reichen oft die üblichen Haushaltsmittel wie Hirschhornsalz oder die Verwendung von Duftstoffen wie Lavendel, Zitrone, Minze aber auch Essig und ätherische Öle, die die Tiere vertreiben. Bei massiveren Vorkommen empfiehlt sich das Hinzuziehen einer Schädlingsbekämpfungsfirma und/oder die Bestimmung durch einen Fachmann, wobei einer der nächsten sehr fachkundigen Entymologen Herr Dr. Wieland, der Leiter des Pfalzmuseums Bad Dürkheim, sein dürfte (info@pfalzmuseum.bv-pfalz.de).
Bei Bekämpfungen können Fraßköder gut funktionieren, wobei diese um so besser wirken je früher im Jahr sie eingesetzt werden (am besten bereits ab März), da sie dann mangels anderen Nahrungsangeboten bevorzugt in die unterirdischen Kolonien eingetragen werden und die Wirkstoffe dann dort frei werden und nicht großflächig in die Umwelt gelangen. Insektizide Granulate bzw. Gießmittel können punktuell an Stellen ausgebracht werden, wo z.B. die Ameisen in Häuser eindringen oder an der Basis von Bäumen, die von den Ameisen zum Besuch von Blatt- oder Rindenläusen belaufen werden, so dass ihnen die Nahrungsressourcen abgeschnitten werden. Als sehr wirksame Mittel für Fraßköder sollen unter Fachleuten insbesondere Köder mit den Wirkstoffen Fipronil (Fourmidor von BASF) oder DMA (Dimethylarsinat, Finicon Avantgarde Ködergel) gelten. Neben Fraßködern gibt es aber auch gifthaltige Ameisengele, die in Fugen u.ä. verteilt werden können, so dass das Gift nur die dortigen Ameisen betrifft und nicht anderen Tieren (oder gar Haustieren) schaden kann.
Nach aktuellen Meldungen soll auch eine biol. Bekämpfung über Nematoden helfen, da Ameisen diese für Mensch, Haustier, Nützlinge und Pflanzen undschädlichen Fadenwürmer meiden. Z.B. über das Produkt "Nemaplus" lassen sich diese in Pulverform (da Ruhezustand) erwerben und mit Wasser verdünnt auf Ameisenpfade gießen und schrecken dann erfolgreich Ameisen ab, wobei das Gießen alle 1-2 Monate zwischen Frühjahr und Herbst erfolgen sollte für eine nachhaltige Wirkung.
Es ist richtig, dass Ameisen lokal mitunter lästig werden können. Eine rechtliche Verpflichtung gegen lästig werdende Ameisen vorzugehen oder gegen die meisten eingewanderten Arten wie Tapinoma und Co besteht weder für Private noch die Stadt und wäre angesichts der fehlenden Möglichkeiten das Problem nachhaltig zu lösen auch fragwürdig.
Hinzu kommt, dass durch Pflanzenhandel und Co auch immer wieder neue Ameisenarten und Vorkommen in den Siedlungsraum eingetragen werden und sich dort ausbreiten. Wir müssen daher mit diesen Arten leben und auskommen lernen, wozu auch eine angemessene Reaktion auf die Tiere gehört. Vor Bekämpfungen sollten Möglichkeiten der harmlosen Vertreibung genutzt werden. Wenn aber die Tiere ein gewisses Maß an Belastung erreicht haben, kann im Einzelfall auch eine Bekämpfung sinnvoll und notwendig sein. Hierbei handelt die Stadt übrigens ähnlich wie ein privater Flächenbesitzer und lässt Vorkommen auf städtischen Flächen(-> z.B. auf dem Gelände von Kindergärten, Schulen, Friedhöfen etc.), die dort zu Problemen führen durch professionelle Schädlingsbekämpfer bekämpfen. Auch in Neustadt und Umgebung gibt es dazu einige gute Firmen.
Ratten
In den meisten Fällen sind Ratten ein vorübergehender Anblick, da sie als Kulturfolger zwar dem Menschen folgen, aber mobil sind und schnell wieder abwandern, um sich neue Futterquellen zu erschließen. Falls Ratten aus dem Kanal kommend beobachtet werden, kann dies dem ESN gemeldet werden unter der Telefonnummer (06321) 8520 (Hr. Kramer). Ansonsten gilt das Prinzip Eigenschutz (Beauftragung eines Kammerjägers), wenn Sie sich vor Rattenzuwanderung schützen möchten.
Bei ganz massiven Rattenansiedlungen kann ggf. das Gesundheitsamt auf Basis des Infektionsschutzgsetzes tätig werden. Ansprechpartner hierzu wäre der Kreis Bad Dürkheim.
Hornissen
Hornissen, Wespen, Hummeln und Wildbienen stehen unter Artenschutz. Sie gehören zu den staatenbildenden Insekten und überleben nicht länger als einen Sommer. Sie erfüllen wichtige Funktionen im Naturkreislauf. Hornissen und Wespen regulieren das Artengefüge der Insekten. Hummeln bestäuben mit ihrem langen Rüssel auch Blüten, die Bienen nicht erreichen können. Honigbienen sorgen für eine reiche Ernte im Obstgarten.
In Ausnahmefällen: Umsiedelung des Nestes
Im Fall einer Gefährdung von Menschen durch die Insekten kann eine Ausnahmegenehmigung zur Umsiedelung des Nestes bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragt werden. Bevor an eine Umsiedlung oder Entfernung des Nestes gedacht wird, können folgende Maßnahmen helfen:
- Separieren des Nestes auf dem Dachboden vom übrigen Wohnraum mit einem dünnmaschigen Netz
- Absperrung des Nestbereiches mit einem Zaun in circa 5 Metern Abstand
- Anbringen einer Sichtblende
Hinweis: Rat finden Sie auch bei Hornissenberatern, die sich bestens mit den Tieren auskennen und zu diesem Thema gut beraten können.
Asiatische Hornisse
Seit 2023 werden auch in Neustadt verstärkt Nester der eingewanderten asiatischen Hornisse gesichtet, die eine Bedrohung insbesondere für die Honigbiene darstellt. Im Gegensatz zur heimischen Hornisse baut sich die asiatische Hornisse eher kugelförmige Nester und oft auch in Bäumen, so dass sich die Nester gut von der heimischen Art unterscheiden lassen. Wer ein solches kugelförmiges Hornissennest sieht, der kann dieses bitte gerne mit einem Foto auf der Internetseite artenfinder.rlp.de/MeldeaufrufAsiatischeHornisse oder via E-Mail an invasivearten@sgdsued.rlp.de melden. Sobald ein Nest gemeldet wird, werden Hornissen-Experten die Funde bewerten und die Daten zusammentragen.Für den Menschen ist die asiatische Hornisse übrigens nicht gefährlicher als die Europäische. Aufgrund der großen Völker und ihrer Ernährung u.a. von Honigbienen, soll sie aber nach einer entsprechenden EU-Verordnung beobachtet werden.
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