Aktuelles: Landesweite Ehrung für kommunales Engagement erstmals in Neustadt

Autor/in: Pressestelle

Die Freiherr-vom-Stein-Plakette des Landes Rheinland-Pfalz wurde am 27. Oktober 2026 erstmals in Neustadt an der Weinstraße verliehen. 

Bild vergrößern: Verleihung Freiherr-vom-Stein-Plakette im Saalbau Bild: © Martin Koch
Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Plakette im Saalbau

Das Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur ehrte im Saalbau 42 Personen für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in der kommunalen Selbstverwaltung. Unter den Ausgezeichneten war auch Roland Ipach aus Neustadt-Mußbach.

Die Freiherr-vom-Stein-Plakette ist die höchste Auszeichnung des Landes für besondere Verdienste in der kommunalen Selbstverwaltung. Mit ihr werden Bürgerinnen und Bürger gewürdigt, die sich über viele Jahre ehrenamtlich für ihre Stadt, Gemeinde oder ihren Ort einsetzen – etwa in Ortsbeiräten, Stadträten, Ausschüssen oder anderen kommunalen Gremien.

Oberbürgermeister Marc Weigel begrüßte die Geehrten, ihre Angehörigen sowie viele Landrätinnen und Landräte, Bürgermeister und Beigeordnete aus ganz Rheinland-Pfalz. Dass unser Saalbau vom Land als Veranstaltungsort für die alle drei Jahre stattfindende wichtigste Ehrungsveranstaltung für Kommunalpolitiker ausgewählt wurde, sei für Neustadt eine besondere Ehre.

Weigel verwies in diesem Zusammenhang auf aktuelle Ereignisse, die Neustadt unmittelbar berühren: Auf die Inhaftierung des Bürgermeisters der türkischen Partnerstadt Mersin-Yenishehir, die im Kontext der Inhaftierung einer Reihe von CHP-Politikern in der Türkei zu sehen sei. Außerdem auf die jüngsten Unruhen in Frankreich, von denen auch Neustadts französische Partnerstadt Mâcon direkt betroffen war. Weigels Appell an die anwesenden Landespolitiker lautete daher: „Die jüngsten Ereignisse in unseren Partnerstädten zeigen beispielhaft, was auf der Welt los ist und wie fragil demokratische Strukturen sein können. Setzen Sie sich bitte für den Erhalt und die Stärkung der Handlungsfähigkeit unserer Kommunen ein, denn sie ist auch in unserem Land bereits akut bedroht!"

Staatsminister Sven Teuber betonte, wie wichtig das Engagement und die Arbeit in der Kommunalpolitik sei: „Sie sind die Menschen, die vor Ort sind, Sie schaffen Vertrauen, Vertrauen bei Menschen, die das Vertrauen in Politik vielleicht schon verloren haben.“ Anschließend überreichte er die Plaketten und würdigte das Engagement der Ausgezeichneten: „Sie sind die Visitenkarte unseres Staates.“

Für den musikalischen Rahmen der Feierstunde sorgte das Ensemble der Kreismusikschule des Landkreises Südliche Weinstraße.

Bild vergrößern: Ipach und OB Bild: © Stadt Neustadt
Roland Ipach und Oberbürgermeister Marc Weigel

Mußbacher Roland Ipach mit Freiherr-vom-Stein-Plakette ausgezeichnet

Auch Roland Ipach aus Mußbach erhielt eine Auszeichnung. Er engagiert sich seit mehr als zwanzig Jahren in der Kommunalpolitik. Von 2009 bis 2024 gehörte er dem Ortsbeirat Mußbach an und war in dieser Zeit stellvertretender Ortsvorsteher des Ortsbezirks. 2024 wurde er zum Ortsvorsteher von Mußbach gewählt. Darüber hinaus ist er Mitglied des Stadtrats von Neustadt und des Aufsichtsrats der Wohnungsbaugesellschaft mbH.

In der offiziellen Begründung wird besonders hervorgehoben, dass Ipach sich als Brückenbauer zwischen Bürgerschaft, Vereinen, Landwirtschaft, Weinbau und kommunaler Verwaltung eingesetzt hat. Seine sachorientierte und ausgleichende Arbeitsweise habe wesentlich dazu beigetragen, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die kommunalen Institutionen zu stärken. Zudem brachte er seine Fachkompetenz in den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft und Weinbau in die kommunale Arbeit ein.

Hintergrund

Die Freiherr-vom-Stein-Plakette ist nach dem preußischen Staatsmann und Reformer Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein (1757–1831) benannt. Mit der von ihm mitgestalteten preußischen Städteordnung von 1808 wurde die kommunale Selbstverwaltung maßgeblich gestärkt. Die nach ihm benannte Auszeichnung würdigt heute Menschen, die sich in besonderer Weise für die kommunale Selbstverwaltung engagieren.

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