Klima, Nachhaltigkeit & Umwelt: Weitere Prüfung der Tiefengeothermie durch Stadtrat beschlossen
Welche Rolle könnte Tiefengeothermie künftig für die Wärmeversorgung in Neustadt spielen? Mit dieser Frage hat sich der Stadtrat in seiner Sitzung am 29. September befasst.
Grundlage der Beratung war ein Vorschlag der Stadtverwaltung, die technische und wirtschaftliche Machbarkeit eines gemeinsamen Wärmeprojekts mit dem Unternehmen Vulcan Energy vertieft zu untersuchen. Die vielen positiven Einschätzungen aus den Fraktionen zeigten auf, dass in dieser Technologie großes Potenzial gesehen wird – sowohl was die Klimaneutralität, aber auch Neustadt als Wirtschaftsstandort anbelangt. Dennoch wurde auf Risiken und Bedenken hingewiesen, die im weiteren Prozess beleuchtet und berücksichtigt werden müssten.
Die Tiefengeothermie ist im kommunalen Wärmeplan als mögliche Quelle für eine klimafreundliche Wärmeversorgung vorgesehen. Nach den bisherigen Untersuchungen könnte sie einen erheblichen Teil des künftigen Wärmebedarfs der Neustadter Fernwärmenetze decken. Ob ein solches Projekt technisch umsetzbar und wirtschaftlich tragfähig wäre, ist jedoch noch offen. Entscheidend ist unter anderem, wie weit die Fernwärme ausgebaut wird und wie viele Gebäude angeschlossen werden können. Auch zu möglichen Standorten und den künftigen Wärmepreisen sind weitere Untersuchungen nötig.
Die Verwaltung hatte dem Stadtrat vorgeschlagen, eine Absichtserklärung für die weitere Zusammenarbeit zwischen Stadt, Stadtwerken Neustadt und Vulcan Energy ausarbeiten zu lassen. Vulcan verfügt über die Aufsuchungsrechte für Tiefengeothermie im Stadtgebiet. Die geplanten Untersuchungen sollen eine Grundlage für spätere Entscheidungen schaffen. Zudem sollte geprüft werden, ob eine gemeinsame Projekt- oder Betreibergesellschaft infrage kommt und welche wirtschaftlichen und rechtlichen Risiken damit verbunden wären. Eine Entscheidung über den Bau einer Geothermieanlage sei damit noch nicht getroffen. „Wer heute dem Antrag zustimmt, stimmt keiner Bohrung zu“, betonte Oberbürgermeister Marc Weigel, „eine Zustimmung bedeutet, dass eine zukünftige Entscheidung zur Geothermie auf Wissen basieren soll, damit der Stadtrat verantwortungsbewusste Entscheidungen treffen kann“.
Im Zuge der Beratung lag auch ein Änderungsantrag der SPD-Fraktion vor, von welchem Punkt 3 in den Beschluss aufgenommen wurde. Dieser beinhaltet, dass bereits in der Prüfungsphase der Finanzierung Preismodelle berücksichtigt werden, die für die Anfangsphase einen subventionierten Preis für die geplante Wärmeversorgung über Wärmenetze vorsehen.
Oberbürgermeister Marc Weigel kündigte an, auch künftig Gesprächsmöglichkeiten anzubieten und die Öffentlichkeit transparent über den weiteren Verlauf zu informieren. So bleibe Raum, Fragen zu klären und Sorgen über mögliche Risiken offen anzusprechen.
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