Nach dem Extrem-Sommer ist vor dem nächsten: Neustadt baut Hitzeschutz weiter aus

Autor/in: Pressestelle

Der kalendarische Sommer neigt sich dem Ende zu, doch für die Stadtverwaltung ist das Thema Hitze damit keineswegs abgeschlossen. Im Gegenteil: Die jüngsten Erfahrungen mit den Extremtemperaturen fließen unmittelbar in die weitere Arbeit in Sachen Klimaanpassung und Hitzeschutz ein. Bereits während des Sommers hat die Stadt kurzfristig reagiert und arbeitet zugleich an langfristigen Lösungen für mehr Hitzeschutz und Klimaanpassung.

„Wir haben erlebt, dass Hitze gerade für ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich belastete Menschen eine große Herausforderung ist. Deshalb müssen wir auf mehreren Ebenen vorsorgen – kurzfristig, aber vor allem auch langfristig“, sagt die städtische Klimaanpassungsmanagerin Dr. Andrea Petmecky.

Ad-hoc-Maßnahmen und viele Infos

Die Stadtverwaltung hat bereits zu Beginn der Hitzeperioden 2026 verschiedene Ad-hoc-Maßnahmen umgesetzt. So wurden unter dem neuen Hitzeportal www.neustadt.eu/hitze Infos zum richtigen Verhalten bei Hitze gebündelt. Außerdem entstand gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern eine „Karte kühler Orte“, auf der unter anderem schattige Plätze, Brunnen, Grünanlagen und weitere Abkühlungsmöglichkeiten zu finden sind.

Viele weitere Infos gab es beispielsweise beim Vortrag „Hitze als neues Normal – wie wir uns schützen und anpassen können“ sowie beim bundesweiten Hitzeaktionstag Mitte Juni, an dem sich die Stadt beteiligte. Auch der speziell für Neustadt angepasster Hitzeknigge des Umweltbundesamts kam zum Einsatz.

Kostenloses Trinkwasser

Zudem wurde die Refill-Kampagne ausgeweitet: Zusätzliche Geschäfte, Einrichtungen und Apotheken beteiligen sich daran, kostenlos Trinkwasser auszugeben. Erkennbar sind die teilnehmenden Stellen an den Blaue-Tropfen-Aufklebern. Daran arbeitet die Stadtverwaltung kontinuierlich und nimmt gerne weitere Refill-Stationen auf – auch aus den Ortsteilen. 

Öffentliche Veranstaltungen werden künftig mit einem neu entwickelten Hitze-Check betrachtet: Bei hohen Temperaturen wird geprüft, ob und unter welchen Bedingungen eine Veranstaltung sinnvoll durchgeführt werden kann.

Messen, auswerten, gezielt handeln

Ein Schwerpunkt bei den Hitzeschutz-Maßnahmen liegt auf den städtischen Gebäuden. In diesem Sommer hat das Gebäudemanagement der Stadt insbesondere Kitas und Schulen mit Messgeräten ausgestattet, um die Temperaturen in den Innenräumen zu dokumentieren.

Die Daten werden derzeit ausgewertet. Daraus soll sich ableiten lassen, wo zuerst Maßnahmen notwendig sind. „Wir wollen genau hinschauen, wo es besonders warm wird und welche Lösungen dort am sinnvollsten sind“, erklärt Baudezernent Bernhard Adams.

Hitzeaktionsplan in Arbeit

Parallel wird derzeit an einem umfassenden Hitzeaktionsplan gearbeitet. Ein Entwurf soll Ende des Jahres vorgestellt und weiter beraten werden. Unter anderem geht es darum, wie die Bevölkerung noch besser über Risiken und Schutzmöglichkeiten informiert werden kann, wie kühle Orte und Trinkwasserangebote geschaffen oder sichtbar gemacht werden können und wie sich die Stadt insgesamt auf extreme Hitze besser vorbereiten kann. Dabei spielen auch der Schutz der Beschäftigten der Stadtverwaltung und kommunaler Betriebe sowie mögliche Unterstützungsangebote für besonders gefährdete Menschen eine Rolle.

Klimaanpassung läuft bereits

Grundlage für die weitere Arbeit ist das 2025 vom Stadtrat beschlossene Klimafolgenanpassungskonzept. Es umfasst 53 priorisierte Maßnahmen in sechs Handlungsfeldern – vom sogenannten Schwammstadtprinzip über klimaangepasste Innenräume bis hin zum Waldumbau.

Daran wird bereits gearbeitet. Dazu gehören unter anderem Planungen für mehr Begrünung und Beschattung im öffentlichen Raum, die konkrete Umsetzung der Baumpotenzialanalyse, die Aufwertung von Grünflächen wie an der Robert-Stolz-Straße zu Begegnungsräumen, die Installation von Trinkwasserspendern sowie die Schaffung kühler Begegnungsorte. Zudem werden bei der Landesgartenschau 2028 viele Aspekte der klimaangepassten Stadtentwicklung berücksichtigt – unter anderem mit der schon laufenden Renaturierung des Speyerbachs und des Rehbachs.

„Klimaanpassung ist eine Daueraufgabe“, betont die Beigeordnete Johanna Kunzendorff, zuständig für die Stabsstelle Klimaschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Entwicklung: „Der nun zu Ende gehende Sommer hat uns wichtige Erfahrungen und Daten geliefert. Jetzt geht es darum, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen und Neustadt Schritt für Schritt besser auf die kommenden Hitzesommer vorzubereiten.“

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