Stadtleben: Neues Gewerbegebiet im Südosten geplant
Die Stadtverwaltung plant ein neues Gewerbegebiet im Südosten Neustadts zwischen der Adolf-Kolping- und der Louis-Escande-Straße. Um die bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen möglichst bald bauwilligen Unternehmen zur Verfügung stellen zu können, möchte sie am sogenannten „Turboflächenprojekt“ des Landes teilnehmen.
Dies sowie die Aufstellung des Bebauungsplans und Maßnahmen zur Flächensicherung stehen auf der Tagesordnung der Stadtratsitzung am Dienstagabend, 10. November 2026. Vorberaten wird das Vorhaben im Bauausschuss am Donnerstag, 5. November 2026.
Ziel ist es, die Voraussetzungen für einen zusammenhängenden Gewerbestandort zu schaffen, der die wirtschaftliche Entwicklung Neustadts vorantreibt und Arbeitsplätze schafft beziehungsweise sichert.
Mehr als 42 Hektar für ansiedlungswillige Unternehmen
Das geplante Entwicklungsgebiet umfasst 42,3 Hektar. Es wird im Wesentlichen durch die Speyerdorfer Straße im Norden, die B 39 im Süden, die Adolf-Kolping-Straße im Westen und die Louis-Escande-Straße im Osten begrenzt.
Das Gebiet erstreckt sich über Teile der Gemarkungen Neustadt, Lachen-Speyerdorf und Hambach und ist im Flächennutzungsplan bereits als gewerbliche Baufläche vorgesehen. An der Speyerdorfer Straße soll zudem eine Grundschule gebaut werden können.
Land unterstützt Entwicklung wichtiger Gewerbeflächen
Umgesetzt werden soll das Gewerbegebiet mit Unterstützung des 2025 gestarteten rheinland-pfälzischen „Turboflächenprojekts“. Das Land möchte damit die Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen beschleunigen, um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben. Neustadt gehört zu den 13 ausgewählten Kommunen, für die zunächst Machbarkeitsstudien erstellt wurden.
Die Untersuchung des Landes hat das Potential des Neustadter Zukunftsstandorts bestätigt. Die Stadt hatte für diesen Bereich schon zuvor einen Rahmenplan erarbeitet. In direkter Nachbarschaft entstehen mit der Bäckerei Hammermühle und dem Autohaus Kestenholz bereits zwei große Gewerbe-Neubauten. Zudem ist ein Weiterbildungszentrum der Handwerkskammer geplant.
Diese Ansiedlungen sowie die nun geplante Erweiterung des Gewerbegebiets gehen zurück auf das städtische Gewerbeflächenkonzept, den städtebaulichen Rahmenplan „Neustadt-Ost“ und den im April 2026 in Kraft getretenen Flächennutzungsplan 2040.
Nun wird der Stadtrat über die Teilnahme am Turboflächenprojekt und die Kernpunkte der weiteren Flächenentwicklung entscheiden. Dies ist die Grundlage dafür, dass bereits bis Ende 2028 ein rechtskräftiger Bebauungsplan und ein tragfähiges Konzept vorliegen könnte, wie die Grundstücke für die Entwicklung verfügbar gemacht und die Umsetzung begonnen werden können.
Bebauungsplan und Instrumente zur Flächensicherung
Mit der Aufstellung des Bebauungsplans „Neustadt-Südost“ soll noch in diesem Jahr das formelle Planungsverfahren beginnen. Der Bebauungsplan legt eine leistungsfähige Erschließung und eine geordnete städtebauliche Entwicklung fest. Zudem fließen Umweltbelange und Maßnahmen zur Klimaanpassung ein.
Darüber hinaus soll der Stadtrat über eine Veränderungssperre für das Gebiet und eine Satzung über das besondere Vorkaufsrecht entscheiden:
Die Veränderungssperre sichert die Planung während des laufenden Verfahrens.
Das Vorkaufsrecht ermöglicht der Stadt bei geplanten Verkäufen von Privat-Grundstücken im zukünftigen Gewerbegebiet selbst Eigentümerin der jeweiligen Fläche zu werden. Hintergrund ist, dass die Stadt eine von ihr selbst gesteuerte Entwicklung anstrebt. Daher ist vorgesehen, dass die Stadt die Grundstücke zunächst auch selbst kauft.
Planungskosten von 750.000 Euro
Für die erforderlichen Planungsleistungen, Fachgutachten, die Projektsteuerung und die Vorbereitung der Flächenaktivierung wurde ein maximaler Kostenrahmen von rund 750.000 Euro ermittelt. Wenn der Stadtrat zustimmt, wird für diese Summe ein Fördermittelantrag beim Land gestellt.
Die Pläne für das neue Gewerbegebiet werden im Bauausschuss am Donnerstag, 5. November 2026, 18 Uhr, im Ratssaal des Rathauses vorberaten. Die Abstimmung des Stadtrats findet dort am Dienstag, 10. November 2026, statt.
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