Schulen: Deutsch-Förderkurse werden fortgesetzt
Die Deutsch-Förderkurse für vier weiterführende Schulen in Neustadt können dank einer großzügigen Unterstützung der Irene-Handrich-Stiftung weitergeführt werden. Darüber wurde im Schulträgerausschuss des Stadtrats informiert.
Das Projekt richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die bereits weiterführende Schulen in Neustadt besuchen, aber nur geringe Kenntnisse der deutschen Sprache haben. Im regulären Unterricht sind die Defizite kaum aufzuholen, wie sich in den vergangenen Jahren gezeigt hat. Daher haben die Stadtverwaltung, die städtische Volkshochschule (VHS) sowie die Georg-von-Neumayer Realschule Plus, das Käthe-Kollwitz-Gymnasium, das Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium und das Leibniz-Gymnasium ein gemeinsames Projekt entwickelt, dessen Finanzierung durch die Neustadter Irene-Handrich-Stiftung ermöglicht wird.
Nach einem erfolgreichen Testlauf zwischen Januar und Mai dieses Jahres konnte es nun unter dem Titel „Sprachförderung von Neustadter Schülerinnen und Schülern“ fortgesetzt werden. Die Kurse haben kürzlich, mit Beginn des neuen Schuljahrs, begonnen und laufen zunächst bis Mitte Juni 2027. In zwei Gruppen nehmen insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler teil.
Mit diesem Angebot geht Neustadt einen neuen und besonderen Weg: Statt Schülerinnen und Schüler mit geringen Deutschkenntnissen unmittelbar in den regulären Unterricht zu integrieren, wird zunächst auf eine intensive und systematische Sprachförderung gesetzt. Ziel ist es, eine solide sprachliche Grundlage zu schaffen, auf der schulischer Erfolg aufbauen kann.
Möglich wird dieser Ansatz durch das in Neustadt schon lange etablierte und gut funktionierende Bildungsnetzwerk. Die Zusammenarbeit zwischen den Schulen, der VHS und der Stadt wurde nun um die Irene-Handrich-Stiftung erweitert. Die Stiftung hat das Projekt initiiert und finanziert es mit einem mittleren fünfstelligen Betrag.
„Die Schulen hatten einen konkreten Bedarf benannt, die Stadt hat gemeinsam mit der VHS nach einer passgenauen Lösung gesucht und mit der Irene-Handrich-Stiftung konnte ein starker Partner für die Finanzierung gewonnen werden“, erklärte Oberbürgermeister und Schuldezernent Marc Weigel. „Dass daraus innerhalb kurzer Zeit ein tragfähiges Angebot entstehen konnte, zeigt die besondere Stärke dieser Zusammenarbeit“, ergänzte der Leiter des städtischen Fachbereichs Bildung, Kultur und Sport, Constantin Beck-Burak.
Aus einem Pilotprojekt wird ein dauerhaftes Angebot
Zunächst entstand ein Pilotprojekt: Von Jahresanfang bis Ende Mai 2026 förderte die VHS 20 Schülerinnen und Schüler der vier beteiligten Schulen mit einem Deutschkurs. Die positiven Erfahrungen bestärkten die Schulen darin, das Angebot fortzuführen und weiterzuentwickeln.
Mit Unterstützung der Irene-Handrich-Stiftung konnte nun ein kostenneutrales Angebot geschaffen werden. Die VHS übernimmt die Projektträgerschaft, Organisation und Durchführung. Die Kurse finden an der Georg-von-Neumayer-Realschule statt und stehen Schülerinnen und Schülern aller vier beteiligten Schulen offen.
Intensive Sprachförderung mit klarer Zielsetzung
Im Mittelpunkt stehen die Kompetenzen Sprechen, Lesen und Verstehen für Anfängerinnen und Anfängern ohne Deutschkenntnisse bis zu einem Sprachstand von maximal A2 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER).
Der Unterricht findet grundsätzlich montags bis freitags von 8 bis 10.30 Uhr statt. Die intensive Förderung über drei Unterrichtsstunden täglich ermöglicht eine kontinuierliche Arbeit. Vor Kursbeginn führt die VHS eine Sprachstandserhebung durch und bildet möglichst homogene Lerngruppen. Die Größe liegt in der Regel zwischen 12 und 18 Schülerinnen und Schülern. Die Zuweisung erfolgt durch die Schulleitungen der vier Schulen.
Für das Schuljahr 2026/2027 sind insgesamt 840 Unterrichtseinheiten für den Sprachkurs vorgesehen. Hinzu kommen 120 Einheiten für die Sprachstandserhebungen zu Beginn, zur Zwischenstandsermittlung und zur abschließenden Beurteilung.
Neustadter Bildungsnetzwerk als Grundlage
„Das Entscheidende ist das Zusammenspiel aller Beteiligten“, sagte Bürgermeister und Jugenddezernent Stefan Ulrich, der auch den Beirat der Stiftung leitet: „Neustadt geht hier gemeinsam mit der Irene-Handrich-Stiftung einen eigenen, pragmatischen Weg: Wir verbinden vorhandene Strukturen und Kompetenzen mit privatem Stiftungsengagement und schaffen daraus ein zusätzliches Bildungsangebot, das konkret auf unsere Situation zugeschnitten ist. So können wir Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf beim Erwerb der deutschen Sprache gezielt fördern und ihnen ermöglichen, erfolgreich am regulären Schulunterricht teilzunehmen.“
Die Irene-Handrich-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Neustadt an der Weinstraße. Sie wurde nach der 2023 verstorbenen Unternehmerin Irene Handrich-Gomola benannt. Ein wesentlicher Bestandteil der Stiftung sind die sechs Handrich-Bauzentren, darunter die größte Niederlassung in Neustadt, die H+H Handrich moderner Baubedarf GmbH in der Landauer Straße 281. Daraus erwirtschaftete Gewinne kommen über die Stiftung der Allgemeinheit zugute. Den Stiftungsbeirat leitet Neustadts Bürgermeister Stefan Ulrich.
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