Invasive Ameise: Neustadt intensiviert Bekämpfung

Autor/in: Pressestelle

Die Stadtverwaltung intensiviert die Bekämpfung der Großen Drüsenameise, der „Tapinoma magnum“. Ebenso wie in anderen Pfälzer Gemeinden und weit darüber hinaus ist diese invasive Art auch an vielen Orten Neustadts zu einer starken Belastung geworden. Die Meldungen hierüber haben sich in der Vergangenheit gehäuft.

Gute Erfahrungen mit einer konkreten Bekämpfung hat die Verbandsgemeinde Edenkoben gesammelt. Die Stadt Neustadt orientiert sich an diesem Modell und setzt nun ähnliche gezielte Maßnahmen wie dort um.

Schon länger besteht für Betroffene die Möglichkeit, einen Verdacht auf Tapinoma-Befall der Stadt zu melden. Seit Juli 2026 werden diese Meldungen nun durch eigens für die Bekämpfung der Ameisen eingestelltes Personal nach genauer Systematik vor Ort bearbeitet. Im Fokus stehen zunächst die Meldungen, die in diesem Jahr eingegangen sind.

Personal extra für die Ameisenbekämpfung

Das städtische Personal sichtet die Örtlichkeiten, nimmt eine Artenbestimmung vor und übernimmt die Bekämpfung. Dafür wird entweder Kieselgur oder ein Pilzmittel verwendet. Bei feuchterem Wetter können an bestimmten Standorten perspektivisch auch Nematoden zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die als biologische Gegenspieler gegen die Ameisen eingesetzt werden.

In Folge der Bekämpfungsmaßnahmen mit Kieselgur sind mancherorts weiße Ringe an Bäumen zu sehen oder ein weißes Pulver auf dem Bürgersteig mit einem Warnhinweis auf Ameisenbekämpfung. Es handelt sich dabei um gezielte Ausbringungen von Kieselgur, einem natürlichen Stoff, der stark austrocknend wirkt. Die Ameisen, die in Kontakt damit kommen, trocknen aus und sterben.

Für größere Tiere ist Kieselgur weitgehend harmlos. Wegen seiner stark austrocknenden Wirkung - insbesondere der Nasenschleimhaut - sollten die Behandlungsflächen von Hunden gemieden werden.

Rein biologische Mittel im Einsatz

Neben Kieselgur führt die Stadt auch Versuche mit anderen biologischen Mitteln wie einer Pilzlösung durch, zum Beispiel am Gimmeldinger Friedhof. Das Pilzmittel wird in die Erde eingebracht, der Pilz wächst und setzt sich auf die Ameisennester. Der Pilz ist harmlos für Flora und Fauna.

Für private Flächen gilt:

Das städtische Personal wird nur auf öffentlichen Flächen mit Kieselgur oder anderen Bekämpfungsmitteln tätig. Auf privaten Flächen sind die Eigentümer-/innen oder Mieter-/innen verantwortlich, Maßnahmen zu ergreifen. Für eine nachhaltige Bekämpfung arbeiten jedoch öffentliche und private Hand bestenfalls zusammen und führen parallel einen Bekämpfungsdurchgang durch. Denn bei einseitiger Bekämpfung können die Ameisen auf die jeweils andere Fläche ausweichen und die Population bleibt bestehen.

Für die gemeinsame Bekämpfung nimmt das städtische Personal aktiv Kontakt zu Anliegern und Anliegerinnen auf, informiert über die Bekämpfung im öffentlichen Raum und bittet um parallele Bekämpfung auf den privaten Flächen.

Viele weitere Infos zur Tapinoma magnum finden sich unter www.neustadt.eu/tapinoma. Hier gibt eine FAQ-Liste unter anderem Tipps sowohl zur Bestimmung der Art als auch ihrer Bekämpfung.

Artenbestimmung als erster Schritt

Seit diesem Sommer verfügt die Stadt über die Möglichkeit, selbst die Artenbestimmung durchführen zu können. Dies ist der erste Schritt bei der Bekämpfung und wird für jede Verdachtsfläche durchgeführt, da nur die invasive Art bekämpft werden soll, keine einheimischen Arten.

Wenn also starker Ameisenbefall im öffentlichen Raum auftritt (Bürgersteig o.ä.) oder sich Ameisen stark auf Privatflächen ausbreiten, sollte zur Artbestimmung zunächst mit der Stadt Kontakt aufgenommen werden. Wenn die Bestimmung bestätigt, dass es sich um die Tapinoma magnum handelt, entscheidet die Stadt je nach Einzelfall über die Art der Bekämpfung.

Bekämpfung verläuft vielversprechend

Intensive Bekämpfungsdurchgänge finden aktuell in Gimmeldingen, Haardt, Lachen-Speyerdorf und auf der Hambacher Höhe statt. Die bereits ergriffenen Maßnahmen sind vielversprechend verlaufen und lassen hoffen, dass die Ameisenart eingedämmt werden kann. Ein komplettes Verschwinden wird indessen nicht erwartet, da die Klimaänderung die Ausbreitung begünstigt.

Verdachtsfälle können gemeldet werden über die städtische Mängelmelder-App Meldoo sowie an die Umweltabteilung unter Telefon 06321 850-1373 oder per E-Mail an ameisen@neustadt.eu. Weitere Infos gibt‘s unter www.neustadt.eu/tapinoma.


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