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Denkmalpflege

Bei sämtlichen Fragen zum Thema Denkmalschutz und Denkmalpflege in Neustadt und seinen Ortsteilen ist die untere Denkmalschutzbehörde Neustadt Ihr erster Ansprechpartner. Sie berät, informiert und genehmigt.

Ansprechpartner

Ulrich, Stefan_230

 

Weiterführende Fachfragen sowie steuerrechtliche Details werden von der Direktion Landesdenkmalpflege der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz wahrgenommen.

 

Denkmalzonen

Denkmalliste der Stadt Neustadt an der Weinstraße

Die Denkmalliste wird von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz geführt.

Bitte folgen Sie dem Link:

Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler für die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße

 

Hierarchie der Denkmalbehörden in Rheinland-Pfalz

Die Denkmalbehörden in Rheinland-Pfalz unterteilen sich in

  1. die unteren Denkmalschutzbehörden, die bei Stadt- oder Kreisverwaltung angesiedelt sind
  2. die Denkmalfachbehörde, die als Direktion Landesdenkmalpflege Bestandteil der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz ist
  3. die obere Denkmalschutzbehörde als Bestandteil der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD)
  4. die oberste Denkmalschutzbehörde als Teil des zuständigen Ministeriums.

 

Öffentliche Auslegungen

Eine Auslegung gibt Ihnen die Gelegenheit zur Einsicht in die konkreten Planwerke sowie die Option zur Stellungnahme zu diesem jeweiligen Satzungsentwurf.

Rechtsverordnung über die Festsetzung des Grabungsschutzgebietes "Altenschemel" im Ortsbezirk Lachen-Speyerdorf, Stadt Neustadt an der Weinstraße

Der Ausschuss für Bau, Planung und Verkehr wurde am 29.10.2019 in öffentlicher Sitzung über den Erlass einer Rechtsverordnung über die Festsetzung des Grabungsschutzgebietes „Altenschemel“ informiert. Darauf folgend wird die öffentliche Auslegung nach § 9 Denkmalschutzgesetz (DSchG) stattfinden.

In der Zeit

vom 22.02.2021 bis einschließlich 23.03.2021

wird der Öffentlichkeit Gelegenheit gegeben, sich über die Rechtsverordnung und die dazugehörigen Planunterlagen zu informieren und zu äußern.

Aufgrund der aktuellen Umstände im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie ist die allgemeine Einsichtnahme bei der Abteilung Bauordnung, Stadthaus III, Amalienstraße 6 erst nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Neben den allgemeinen Öffnungszeiten

montags – mittwochs:            8:00 Uhr – 12:00 Uhr ;
                                                14:00 Uhr – 16:00 Uhr

donnerstags:                           8:00 Uhr – 12:00 Uhr ;
                                               14:00 Uhr – 18:00 Uhr

freitags:                                  8:00 Uhr – 12:00 Uhr

können Einsichtnahmen ggf. auch außerhalb der o.g. Öffnungszeiten nach telefonischer Absprache unter der Tel.-Nr.: 06321/8551314 vereinbart werden. Die Einsichtnahme erfolgt in einem gesonderten Raum. Die jeweiligen Vorgaben der Bundes- und Landesregierung RLP zur Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus werden im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung vor Ort eingehalten.

Für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf können die Unterlagen auf Wunsch in Papierform zugeschickt werden.

Stellungnahmen

Stellungnahmen können während dieser Frist schriftlich per Email an dr.stefan.ulrich@neustadt.eu oder auf dem postalischen Weg an Stadtverwaltung, Fachbereich Stadtentwicklung und Bauwesen, Amalienstraße 6, 67433 Neustadt an der Weinstraße abgegeben sowie nach Terminvereinbarung auch mündlich zur Niederschrift vorgebracht werden.

Da das Ergebnis der Behandlung der Stellungnahmen mitgeteilt wird, ist die Angabe der Anschrift des Verfassers zweckmäßig. Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt auf Grundlage des § 3 BauGB in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 Buchst. e DSGVO und dem LDSG. Sofern Sie ihre Stellungnahme ohne Absenderangaben abgeben, erhalten Sie keine Mitteilung über das Ergebnis der Prüfung.

Ziel und Zweck der Planung

In dem betroffenen Areal ist mit erheblichen archäologischen Funden und Befunden aus dem Früh- und Hochmittelalter zu rechnen.

Im Jahr 1963 wurden auf der Gewann „Kirchhöfel“ (heute „Bei der Alten Kirche“) mehrere Steinsärge ausgegraben. Im gleichen Jahr wurde die Kirchenwüstung St. Georg abgegangen, die zusammen mit dem Ort Spiradorph seit 774 urkundlich bekannt ist. Die Kirche konnte als rechteckige Erhebung im Wiesengelände zwischen Speyerbach und K 8 festgestellt werden (Flst. 9916/1). Sie wurde 2005 als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz gestellt (Unterschutzstellungsbescheid vom 14. 7. 2005). Die Ausweitung des Gewerbegebietes Altenschemel führte 2004 zu einer Grabungskampagne, die umfangreiche Siedlungsspuren einer früh- bis hochmittelalterlichen Bebauung rund um die Kirche zutage brachte. Das Grabungsareal beschränkte sich dabei auf den Großteil des Fstl. 9915/4. Am 11. Und 12. 4. 2019 wurde auf dem angrenzenden Flst. 9915/15 eine Sondage durchgeführt, die die Ausweitung der Befunde auf dieses Gelände bestätigte. Diese Untersuchungen konnten erneut aufzeigen, dass die Befunde schon wenige Zentimeter unter der modernen Oberfläche aufzufinden sind.

Bei den Ausgrabungen wurden verschiedene moderne Störungen (Pflanzgruben, Pflugspuren, Bombentrichter, Wassergraben und moderne Aufschüttungen) beobachtet, die das Denkmal schon erheblich beeinträchtigt haben. Trotzdem ließ sich eine hohe Konzentration an frühmittelalterlichen Siedlungsspuren dokumentieren. Diese bestehen zu großen Teilen aus Pfostengruben für Holzbauten und einer Mauerausbruchgrube eines Steinbaus. Durch die feuchten Sedimente nahe dem Speyerbach haben sich zusätzlich Hölzer gut erhalten. Die 2004/2005 geborgenen Holzproben konnten durch das Rheinische Landesmuseum Trier dendrochronologisch datiert werden, woraus sich eine Siedlungstätigkeit ab dem frühen 9 Jahrhundert nachweisen lässt. Die Fällungs- und Verarbeitungszeit der ältesten Holzprobe ist dabei nur 31 Jahre jünger als das Datum der schriftlichen Überlieferung. Bei den archäologisch zutage geführten Resten muss es sich daher offensichtlich um den in den Schriftquellen überlieferten Ort Spiradorph (in einer jüngeren Phase) handeln.

Aufgrund der früh- bis hochmittelalterlichen Vergangenheit der Siedlung Lachen-Speyerdorf ist die Befunddichte des Bodes äußerst hoch. Es ist demnach mit einer Vielzahl archäologischer Funde und Befunde – auch auf den Nachbargrundstücken – zu rechnen. Dies lässt sich deutlich aus der Konzentration der untersuchten Holzreste an der Westseite des ausgegrabenen Gebietes ermitteln (Anlage). Derartige Funde, wie sie hier durch die Feuchtbodenerhaltung konserviert sind, sind äußerst selten und besonders schützenswert. Die Situation gewinnt dadurch noch an Bedeutung, dass die Siedlung weit außerhalb des eigentlichen Ortskernes liegt. Ein Phänomen, das zwar öfters in der Vorderpfalz zu beobachten ist (Hassloch, Iggelheim, Speyer- Winterheim, Altdorf), in der wissenschaftlichen Auswertung jedoch erst am Anfang steht.

Das Denkmal erfüllt daher den Tatbestand des § 3 Abs. 1 DSchG.

Momentan ist erneut eine Ausweitung des Gewerbegebietes in dem Bereich geplant. Um den Erhalt eines möglichst großen Teils dieser einzigartigen archäologischen Befunde zu gewährleisten und um die im Zuge der geplanten Bebauung des Geländes unumgänglichen Grabungen und Untersuchungen nach denkmalpflegerischen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten fach- und sachgerecht durchführen zu können, ist die Ausweisung eines Grabungsschutzgebiets erforderlich.

Geltungsbereich

Das Grabungsschutzgebiet umfasst folgende Grundstücke bzw. Teile von Grundstücken innerhalb der Stadt Neustadt an der Weinstraße, Gemarkung Lachen-Speyerdorf:

Fl.St. Nr. 11393/1, 11394/1, 11395/1, 11396 - 11411, 10055/29, 9906/2, 9915/11, 9915/12, 9915/13, 9915/14, 9915/15, 9916/1, 9918/26, 9918/28, 9918/29, 9918/30, 9918/31, 9918/33, 9918/34, 9918/35, 9918/36, 9918/37, 9918/39, 9918/40, 9918/41, 9918/42, 9918/43, 9918/44, 9918/45, 9910/4, 9910/5, 9910 /6.