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Arbeitnehmer leisten während ihrer Erwerbstätigkeit Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, die zusammen mit dem Arbeitgeberanteil direkt vom Lohn / Gehalt einbehalten werden.
Diese Beiträge berechtigen Sie, in Zeiten der Arbeitslosigkeit Leistungen zu beziehen.

Anspruch
Wenn Ihr Arbeitsverhältnis oder eine andere versicherungspflichtige Tätigkeit (wie etwa der Grundwehrdienst oder Krankengeldbezug) endet, sind Sie verpflichtet, sich so früh wie möglich bei einer Agentur für Arbeit Ihrer Wahl persönlich zu melden.

Die Agentur für Arbeit prüft daraufhin Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld. Diesen haben Sie in der Regel, wenn Sie in den letzten zwei Jahren mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig beschäftigt waren (Anwartschaftszeit).

Dauer
Die Dauer, für die Sie Arbeitslosengeld erhalten können, hängt von Ihrem Alter ab und davon, wie lange Sie in den letzen fünf Jahren versicherungspflichtig beschäftigt waren. Noch bestehende "Rest"-Ansprüche können gegebenenfalls berücksichtigt werden.
Wie lange Sie Arbeitslosengeld erhalten, erfahren Sie in der Rubrik "Dauer des Anspruchs" des Internetportals der Bundesagentur für Arbeit. Sie finden dort eine Tabelle "Anspruchsdauer" zum Download.

Berechnung
Grundlage für die Berechnung der Höhe Ihres Arbeitslosengeldes ist das Bemessungsentgelt (in der Regel das Brutto-Gehalt vor der Arbeitslosigkeit).
Das Bemessungsentgelt wird um "pauschalierte" Beiträge zur Sozialversicherung sowie Lohnsteuer und Solidaritäts­zuschlag vermindert.
Vom verbleibenden pauschalierten Nettoentgelt (Leistungsentgelt) errechnet sich Ihr individueller Leistungssatz.

Der allgemeine Leistungssatz beträgt 60 Prozent des pauschalierten Nettoentgeltes (Leistungsentgeltes). Ein erhöhter Leistungssatz von 67 Prozent wird gewährt, wenn Sie oder Ihre Ehegattin/Ihr Ehegatte oder Ihre Lebenspartnerin/Ihr Lebenspartner, die/der ebenfalls unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist, ein Kind (im ersten Grad verwandt oder Pflegekind) haben und Sie nicht dauernd getrennt leben. Berücksichtigt werden dabei grundsätzlich

  • leibliche Kinder,
  • angenommene Kinder und
  • Pflegekinder.
Auf die Zahl der Kinder kommt es dabei nicht an. Es geht nur um den Nachweis, dass Sie oder Ihre Ehegattin/Ihr Ehegatte oder Ihre Lebenspartnerin/Ihr Lebenspartner mindestens ein zu berücksichtigendes Kind haben. Ein Kind unter 18 Jahren können Sie am einfachsten dadurch nachweisen, dass Sie Unterlagen vorlegen, die belegen, dass der Kinderfreibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren zu berücksichtigten ist (zum Beispiel Verdienstbescheinigung) bzw. beim Finanzamt als Lohnsteuerabzugsmerkmal gespeichert ist (zum Beispiel Ausdruck/ Bescheinigung des Finanzamtes mit den aktuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen). Ein Kind ab 18 Jahren kann durch den Bezug von Kindergeld nachgewiesen werden.
Tipp: Lassen Sie sich die Höhe des Arbeitslosengeldes mit dem Online-Rechner im Internet schätzen (Angaben ohne Gewähr).

Voraussetzungen
Um Arbeitslosengeld beziehen zu können, müssen Sie
  • arbeitslos sein und zur Vermittlung von Arbeit zur Verfügung stehen,
  • die Anwartschaftszeit erfüllt haben und
  • sich persönlich bei Ihrer Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben.

Die Anwartschaft haben Sie erfüllt, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und der eingetretenen Arbeitslosigkeit mindestens zwölf Monate (genauer gesagt 360 Kalendertage, weil jeder Monat mit 30 Tagen gezählt wird) in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung gestanden haben oder zum Beispiel wegen des Bezuges von Krankengeld versicherungspflichtig waren.
Hinweis: Mit Eintritt des regulären Rentenalters haben Sie keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld.