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Eine Erlaubnis nach dem Sprengstoffgesetz durch die zuständige Behörde benötigen Sie, wenn Sie gewerbsmäßig, selbständig im Rahmen einer wirtschaftlichen Unternehmung oder eines land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes oder bei der Beschäftigung von Arbeitnehmern (gewerblicher Bereich)

  • mit explosionsgefährlichen Stoffen umgehen oder
  • den Verkehr mit explosionsgefährlichen Stoffen betreiben wollen.

Inhaber einer Erlaubnis für den Umgang oder Verkehr mit explosionsgefährlichen Stoffen im gewerblichen Bereich können sowohl natürliche als auch juristische Personen (Aktiengesellschaften (AG), Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH), Genossenschaften, Vereine, Länder und Gemeinden) sein.

Offene Handelsgesellschaften (OHG) und Kommanditgesellschaften (KG und GmbH & Co KG) sind den juristischen Personen gleichgestellt und somit erlaubnisfähig. Bei Gesellschaften des Bürgerlichen Rechts (GbR) wird die Erlaubnis den zur Vertretung berechtigten oder zur Geschäftsführung befugten Gesellschaftern erteilt. Sind mehrere Gesellschafter zur Geschäftsführung befugt, sind alle für explosivstoffrelevante Geschäftsbereiche zuständigen Gesellschafter in einer gesellschaftsbezogenen Erlaubnis aufzuführen.

Ist eine Behörde Antragsteller, ist die Erlaubnis auf den Bund, das Land oder auf die sonstige öffentlich-rechtliche Körperschaft, vertreten durch die betreffende Behörde, auszustellen.

Sie müssen die Tätigkeit innerhalb eines Jahres nach Erteilung der Erlaubnis beginnen, ansonsten erlischt die Erlaubnis. Die Erlaubnis erlischt auch, wenn Sie die Tätigkeit über zwei Jahre nicht mehr ausgeübt haben. Aus besonderen Gründen können diese Fristen von der zuständigen Behörde verlängert werden.

Voraussetzungen

Persönliche Zuverlässigkeit

Der Antragsteller sowie die mit der Leitung des Betriebes, einer Zweigniederlassung oder einer unselbständigen Zweigstelle beauftragten Personen müssen zuverlässig sein.

Die persönliche Zuverlässigkeit ist in der Regel beispielsweise nicht gegeben, wenn

  • Sie wegen eines Verbrechens verurteilt wurden und seit der Rechtskraft der letzten Verurteilung noch keine zehn Jahre verstrichen sind,
  • Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass Sie explosionsgefährliche Stoffe missbräuchlich oder leichtfertig verwenden werden,
  • Sie Mitglied in einem nach dem Vereinsgesetz unanfechtbar verbotenen Verein waren und seit dem Ende der Mitgliedschaft noch keine zehn Jahre verstrichen sind oder
  • Sie innerhalb der letzten fünf Jahre mehr als einmal wegen Gewalttätigkeit mit richterlicher Genehmigung in polizeilichem Präventivgewahrsam waren.

Fachkunde
Der Antragsteller sowie die mit der Leitung des Betriebes, einer Zweigniederlassung oder einer unselbständigen Zweigstelle beauftragten Personen müssen die für die Tätigkeit erforderliche Fachkunde nachweisen. Diese Anforderung entfällt, wenn sie nicht eigenhändig mit explosionsgefährlichen Stoffen umgehen.
Die notwendige Fachkunde haben Sie erbracht, wenn Sie erfolgreich an einem staatlichen oder staatlich anerkannten Lehrgang für die beabsichtigte Tätigkeit teilgenommen haben.
Der Nachweis der Fachkunde kann auch erbracht werden, wenn Sie

  • eine mindestens dreijährige praktische Tätigkeit ausgeübt haben, die geeignet ist, die erforderliche Fachkunde zu vermitteln oder
  • eine Ausbildung an einer Hochschule, einer Fachhochschule oder einer Technikerschule abgeschlossen und eine mindestens einjährige praktische Tätigkeit ausgeübt haben, sofern die Ausbildung und die praktische Tätigkeit geeignet sind, die erforderliche Fachkunde zu vermitteln oder
  •  in begründeten Ausnahmefällen ohne den Besuch eines Lehrgangs durch Prüfung vor einer Behörde.

Achtung:
Die drei oben genannten Möglichkeiten für den Nachweis der Fachkunde sind nicht möglich, wenn die Erlaubnis zur Ausführung von Sprengarbeiten oder für den Umgang mit Explosivstoffen im Rahmen der Kampfmittelbeseitigung erteilt werden soll.

Persönliche Eignung
Der Antragsteller sowie die mit der Leitung des Betriebes, einer Zweigniederlassung oder einer unselbständigen Zweigstelle beauftragten Personen, die den Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen selbst leiten, müssen persönlich geeignet sein. Diese Anforderung entfällt, wenn sie nicht eigenhändig mit explosionsgefährlichen Stoffen umgehen.

Persönlich geeignet bedeutet, dass Sie weder

  • für die Tätigkeit körperlich ungeeignet,
  • geschäftsunfähig noch
  • alkohol- oder drogenabhängig beziehungsweise psychisch krank sind und
  • es keine in Ihrer Person liegenden Gründe gibt, aufgrund derer
    --Sie mit explosionsgefährlichen Stoffen nicht vorsichtig oder unsachgemäß umgehen oder
    --diese nicht sorgfältig aufbewahren können oder
    --eine konkrete Selbst- oder Fremdgefährdung besteht.

Hinweis:
Wenn Zweifel an der persönlichen Eignung bestehen, kann die Behörde verlangen, dass Sie sich innerhalb einer von ihr festgesetzten Frist einer amts- oder fachärztlichen beziehungsweise einer fachpsychologischen Untersuchung unterziehen und ein Gutachten vorlegen. Bei Verweigerung der Untersuchung oder nicht fristgerechter Vorlage des Gutachtens kann die Behörde auf Nichteignung schließen.

Alter
Der Antragsteller sowie die mit der Leitung des Betriebes, einer Zweigniederlassung oder einer unselbständigen Zweigstelle beauftragten Personen, die den Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen selbst leiten, müssen das 21. Lebensjahr vollendet haben. Diese Anforderung entfällt, wenn sie nicht eigenhändig mit explosionsgefährlichen Stoffen umgehen.

Staatsangehörigkeit und Wohnsitz
Antragsteller, die Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union (EU) sind und Gesellschaften, die nach den Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaates der EU gegründet sind, werden genauso behandelt wie Deutsche im Sinne des Artikel 116 des Grundgesetzes oder wie Antragsteller, die ihre gewerbliche Niederlassung in Deutschland haben.