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06.09.2019

Wie das Weingut Mohr-Gutting zum
"Federweißenpionier" der Pfalz wurde

Was als Steckenpferd begann ist heute ein bundesweiter Verkaufsschlager

Neustadt-Duttweiler, den 6. September 2019 (pts/06.09.2019/10:00) - "Es war vor über 60 Jahren, als mein Großvater Franz Mohr eine pfiffige Idee hatte, wie er auch in der Pfalz den neuen Wein schon Anfang September anbieten konnte", erzählt seine Enkelin Simone Gutting. "Damals, in den 50er Jahren, beherrschten noch die italienischen Federweißen den Markt. Das lag an der früheren Reife der Trauben in Italien. Aber auch an der strengen deutschen Leseordnung, die einen Erntestart oft erst im Oktober erlaubte.
Mein Großvater umging diese Bürokratie, indem er einen Weinberg mit einer frühreifen Rebsorte bepflanzte. Um diese Trauben vor Bienenfraß und Verderb zu retten, bekam er für die Lese dieser Trauben eine Ausnahmegenehmigung. So konnte er den ersten Federweißen im Lande anbieten."

Über den jungen Wein von Franz Mohr aus Duttweiler in der Pfalz berichtete bald die Presse in ganz Deutschland.

Was einst als "Steckenpferd" begann ist für das heutige zertifizierte Bio-Weingut Mohr-Gutting zu einem eigenen, wichtigen Geschäftszweig geworden. "Wir verfügen derzeit über 40.000 Liter Kühlkapazität für unseren frischen Traubenmost. Mittlerweile verschicken wir den "Neuen" an Fach- und Getränkehändler in ganz Deutschland", so Gutting. "Schon rein äußerlich unterscheidet sich unser Federweißer vom üblichen Angebot. Denn unsere Flaschen verfügen über einen hochwertigen BVS-Schraubverschluss (Longcap) und sind alle auch mit unserem prägnanten Logo etikettiert. Es zeigt das Porträt meines Großvaters Franz Mohr."

In den letzten Jahren erfreut sich Federweißer (aus weißem Traubenmost) oder Federroter (aus rotem Traubenmost) einer zunehmenden Beliebtheit. Sein süßlich-prickelnder Geschmack verwöhnt die Sinne. Er hat einen hohen Anteil an den Vitaminen B1 und B2, aber auch das Vitamin B6 ist nachweisbar. Und er hat positive Effekte bei allen Menschen, deren Verdauung mitunter nicht ganz der Norm entspricht.

Wo der "Neue" mal Federweißer heißt, mal Bremser, Rauscher oder gar der "mürrische Wein"...

Angeblich hat die milchig-weiße Hefefärbung des Neuen ihm seinen Namen verliehen. Die prickelnde Kohlensäure, die bei der Gärung des Mosts entsteht, lässt die Hefezellen wie winzige Federchen im Glase schweben. Je nach der Region, woher er stammt, hat er einen anderen Namen. In der Pfalz heißt er zumeist Federweißer, Neier Woi oder Bitzler. In Südtirol oder der Deutschschweiz oft Suser oder Sauser. An der Hessischen Bergstraße und in Rheinhessen Rauscher. In Franken Bremser. Und im französischen Sprachraum mitunter auch vin bourru, der "mürrische Wein".

Ab einem Alkoholgehalt von 4 % kann der "Neue" verkauft werden. Dann schmeckt er noch sehr süßlich und gleicht eher einem Traubensaft als einem Wein. Schreitet die Gärung voran, wird der Most immer herber, da der Traubensaft schon fast vergoren ist. Er verfärbt sich durch die zunehmende Hefe weißlich und hat einen höheren Alkoholgehalt von bis zu elf Volumenprozent.

"Durch unsere moderne technische Ausstattung können wir stets die ganze Palette vom frisch fruchtigen, klaren Most (Traubensaft) über Bitzler bis zum bekannten Federweißen anbieten", berichtet Junior-Chefin Simone Gutting. "Wegen des Klimawandels können wir auch immer früher ernten. Die Traube Solaris für unseren Federweißen ist bereits durch. Aktuell verwenden wir Ortega und Huxel. Danach kommen dann Müller-Thurgau, Kerner u.a.m.".

Ende Oktober endet die Saison des "Neuen". Dann übernimmt wieder ausschließlich der ungetrübte Wein das Regiment. Bis dahin kann die ständig wachsende Fan-Gemeinde des Feder-Weißen oder -Roten diesem so kurzlebigen wie flüchtigen Genussmittel frönen.

Weitere Infos über den "Federweißenpionier" der Pfalz finden Interessenten auf https://pfaelzer-federweisser.de/ . Weitere Infos über das Bio-Weingut Mohr-Gutting auf https://mohr-gutting.de .

Autor/in: gika-press Giesbert Karnebogen, Paul-Friedländer-Str. 1, 65203 Wiesbaden