Die Historie von Hambach
Hambach wurde im Jahre 865 als "Haganba(c)h" das erste Mal urkundlich erwähnt. Der Winzerort an der Weinstraße entstand aus drei Siedlungskernen und gliedert sich auch heute noch in Oberhambach mit der Wehrkirche St. Jakobus - Chorturm und Umfassungsmauern erinnern daran, Mittelhambach mit dem alten Rathaus, 1739 erbaut unter Fürstbischof Hugo Damian von Schönborn und Unterhambach (Andergasse) mit dem ehemaligen bischöflichen Försterhaus.
Die Kästenburg (mittelalterliche Bezeichnung für Kastanienburg), errichtet im innersten Bezirk eines germanischen Wodan- und römischen Merkurheiligtums wurde im 19. Jahrhundert in Maxburg und dann Hambacher Schloss umgetauft.
Durch das Hambacher Fest von 1832 erlangte Hambach schließlich bundesweite Bekanntheit. In diesem Zusammenhang wird Hambach auch als "Wiege der deutschen Demokratie" bezeichnet. Dem Aufruf zum Marsch auf das Hambacher Schloss durch Philipp Jakob Siebenpfeiffer und Johann Georg August Wirth am 27. Mai 1832 folgten rund 30.000 Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und zahlreichen Nationen. Es war der Auftakt zu einer dreitägigen Kundgebung am Fuße der Schlossruine "Maxburg" in Hambach. Die damaligen Forderungen: Einheit, Freiheit und Demokratie, dargestellt durch die schwarz-rot-goldene Trikolore.
Für das Fest fertigte Abresch eine deutsche Trikolore in den Farben Schwarz-Rot-Gold an und versah sie mit der Aufschrift „Deutschlands Wiedergeburt“. Diese Fahne mit der von Abresch erstmals gewählten Farbreihenfolge stellt den Ursprung der heutigen deutschen Nationalflagge dar. Als Hauptfahne des Nationalfestes trug Abresch sie während des Demonstrationszuges vom Neustadter Marktplatz zum Schloss und pflanzte sie dort auf dem Turm auf.
Seine Eröffnungsrede schloss Philipp Jakob Siebenpfeiffer mit den folgenden Worten:
„Es lebe das freie, das einige Deutschland! Hoch leben die Polen, der Deutschen Verbündete! Hoch leben die Franken (Franzosen), der Deutschen Brüder, die unsere Nationalität und unsere Selbständigkeit achten! Hoch lebe jedes Volk, das seine Ketten bricht und mit uns den Bund der Freiheit schwört! Vaterland - Volkshoheit - Völkerbund hoch!“ Bemerkenswert für die damalige Zeit war auch, dass er ausdrücklich Frauen ermutigte, sich am Hambacher Fest zu beteiligen.
Hambach lässt sich in 3 Ortsbereiche unterteilen: In Oberhambach befindet sich die Jakobuskirche, eine barocke Kirche mit Wehrturm und Wandgemälden aus dem 12. Jh. Den Rathausplatz in Mittelhambach prägen die Silhouetten der ehemaligen Elendherberge, später Gasthaus „Zum Engel“, und des Alten Rathauses, 1739-1741 im Barockstil errichtet. Von hier führt die mittelalterliche Schlossgasse hinauf zum Schlössel Geispitz, von dem nur noch die mächtigen Ringmauern und der Wirtschaftshof (heute ein Weingut) erhalten sind. Der Obergasserweg mit herrlichem Blick in die Rheinebene bis zum Odenwald und Schwarzwald leitet gegen Süden hinüber nach Unterhambach mit dem fürstbischöflichen Jägerhaus (1605 erbaut) in der Andergasse.
Hambach ist mit über 5.000 Einwohnern das zweitgrößte Neustadter Winzerdorf. Es schließt sich südlich an die Kernstadt an und liegt direkt am Haardtrand, am Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen.