Gehölzpflege an Autobahnanschlussstellen der A 65 - Nebeneffekt: Erhöhung der Artenvielfalt
Die Autobahnmeisterei Kandel lässt in nächster Zeit Gehölzpflegemaßnahmen an den Anschlussstellen Neustadt-Nord und Neustadt-Süd der A 65 durchführen. Das teilt die Umweltabteilung der Stadt mit. In den dortigen „Autobahn-Ohren“ liegen drei größere, bundeseigene Gehölzflächen von zusammen vier Hektar, die seit fast 30 Jahren nicht mehr gepflegt wurden.
Die Arbeiten sind in erster Linie aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig. Als Nebeneffekt lässt sich die biologische Vielfalt erhöhen, so die Umweltabteilung.
Die Gehölze bestehen aus gleichaltrigen, sehr dicht stehenden Laubbäumen von über zehn Meter Höhe, vor allem Ahorne und Eichen. Das Innere der Gehölze ist bislang sehr schattig, verkahlt und artenarm. Am Rand hat sich ein Gebüschstreifen entwickelt. Durch die Konkurrenz der Bäume und den Klimawandel sind zahlreiche Bäume im Absterben begriffen und drohen auf den Rand der Fahrbahn zu fallen. Außerdem behindert der Gebüschstreifen die Sicht an den Anschlussstellen.
In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde wird ein von der Autobahnmeisterei beauftragtes Unternehmen den Gehölzrand auf einer Breite von drei Metern „auf Stock setzen“, die abgestorbenen Bäume in einigen Metern Höhe mit Spezialgerät abkneifen, zu dicht stehende Bäume entnehmen und gut entwickelte, gesunde Bäume freistellen. Die bislang sehr spärliche Strauchschicht im Innern der schattigen Gehölzinseln bleibt erhalten und soll sich durch mehr Licht entfalten. Auf diese Weise bekommen die Inseln Strukturvielfalt, wovon auch Vögel, Insekten, Kleinsäuger und Fledermäuse profitieren werden.
Die Arbeiten werden von Rückegassen aus durchgeführt und müssen aus Artenschutzgründen bis Ende Februar abgeschlossen sein. Entnommene Bäume werden zu Hackschnitzeln verarbeitet, Totholz verbleibt im Gehölz.