Wasser verbindet: Neustadt startet internationales Kooperationsprojekt mit Independencia in Bolivien - gemeinsam Lernen aus Erfahrungen - Themenabend im November
In Neustadt an der Weinstraße ist das Projekt „Wasser verbindet: Resiliente Wasserversorgung durch die Kooperation zwischen Neustadt an der Weinstraße (Deutschland) und Independencia (Bolivien)“ offiziell gestartet. Das seit September laufende Vorhaben markiert den Beginn der kommunalen Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten und rückt die Bedeutung internationaler Kooperationen im Zeichen des Klimawandels in den Fokus.
Ein gemeinsamer Weg für eine sichere Wasserversorgung
Bis Ende 2025 wird in der Gemeinde Independencia (Region Ayopaya) ein 150 Kubikmeter großer Wassertank gebaut, der hilft, die Wasserversorgung mit Trink- und Brauchwasser für 2.600 Personen in der Region langfristig zu sichern. Der neue Wassertank wird im nördlichen Teil der Ortschaft Erapata errichtet und über eine bestehende, rund sechs Kilometer lange Zuleitung aus Fluss- und Quellwasser gespeist. Schulungen von Fachkräften sichern den Betrieb und die Wartung des Tanks langfristig. Darüber hinaus werden im lokalen Radio Beiträge zum Bau des Wassertanks ausgestrahlt und Umweltbildungsprogramme zum Thema angemessener Umgang mit Wasser in Schulworkshops, Videos und Broschüren für Kinder und Jugendliche angeboten.
Gefördert wird das Projekt durch Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Auch der Freundeskreis Kunan Mink’a e.V. aus Gimmeldingen unterstützt das Projekt finanziell. Es lebt dabei von der Zusammenarbeit der Stadt Neustadt mit dem Freundeskreis Kunan Mink’a, dem Comité Cívico von Independencia und dem Centro Cultural Ayopayamanta. So wurde der Projektantrag gemeinsam erarbeitet und auch die Projektdurchführung erfolgt in enger Abstimmung innerhalb der deutsch-bolivianischen Projektgruppe.
Globale Herausforderungen – gemeinsame Lösungen
Aufgrund des Klimawandels ist Bolivien – insbesondere ländliche Regionen wie Ayopaya – zunehmend von Trockenperioden betroffen. So führte eine anhaltende Dürre im Jahr 2023 dort sogar zur Rationierung von Trinkwasser. Auch in Neustadt an der Weinstraße ist die Bedeutung einer sicheren Wasserversorgung in Zeiten des Klimawandels spürbar. Das Klimaanpassungskonzept (im September 2025 vom Stadtrat verabschiedet) prognostiziert eine erhöhte Betroffenheit von längeren Trockenperioden und eine verringerte Grundwasserneubildung, insbesondere im Pfälzerwald. „Dieses Projekt zeigt, wie stark globale Themen lokal wirken – ob in den Anden oder in der Pfalz“, betont Johanna Kunzendorff, Beigeordnete der Stadt Neustadt. „Durch den Austausch lernen wir voneinander und stärken das Bewusstsein dafür, dass wir Kommunen in einer gemeinsamen Welt sind.“
Einladung zu deutsch-bolivianischem Themenabend zu Klima und Wasser
Im Rahmen des Projekts lädt die Stadt Neustadt an der Weinstraße gemeinsam mit dem Freundeskreis Kunan Mink’a e.V. und den bolivianischen Partnern aus Independencia am Mittwoch, 19. November 2025, von 19 bis 21 Uhr (deutsche Zeit) zu einem virtuellen Themenabend ein. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten und bietet spannende Einblicke in das Leben in Bolivien und die Region Ayopaya. Neben der Vorstellung des aktuellen Projektstands werden Herausforderungen und Lösungsansätze rund um die Auswirkungen des Klimawandels, gerade in Bezug auf Wassermanagement diskutiert. Der Themenabend wird simultan in Deutsch und Spanisch übersetzt.
Eine Anmeldung ist über die Webseite der Stadt Neustadt möglich. Die Zugangsdaten werden anschließend per E-Mail zugesandt: https://umfrage.neustadt.eu/index.php/367616?lang=de
Eingesehen kann das Projekt zudem auf der städtischen Homepage unter der Rubrik Bürger&Leben, Klima&Nachhaltigkeit und Nachhaltige Entwicklung.
Fotos
Bild 1 (© Vera Drude): Auftakttreffen im November 2024 (von links nach rechts): Fabiana Albarado (Buchhalterin des Centro Cultural Ayopayamanta), Marcel Schwill (Stabsstellenleiter Klimaschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Entwicklung), Clara Hüther (Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik), Jonas Lache (Freundeskreis Kunan Mink’a e.V.), Severino Maldonado Terrazas (Vizepräsident des Centro Cultural Ayopayamanta), Vera Drude (Vorsitzende Freundeskreis Kunan Mink’a e.V.)
Bild 2 (© Vera Drude): Die Stadt Independencia (Region Ayopaya) von oben
