Neustadt treibt Energiewende voran: Photovoltaik-Großprojekt kann gebaut werden
Neustadt an der Weinstraße setzt ein deutliches Zeichen für den Klimaschutz: Der Stadtrat hat einstimmig den Bebauungsplan „Photovoltaikanlagen Benzenloch“ als Satzung beschlossen. Damit ist der Weg für eines der größten Photovoltaik-Projekte der Region frei.
Das Projekt im Übergangsbereich der Ortsbezirke Duttweiler, Geinsheim und Lachen-Speyerdorf umfasst eine Fläche von 24 Hektar und sieht eine Photovoltaikleistung von etwa 25 Megawatt Peak (MWp) vor. Künftig können hier rund 28.000 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden – genug, um 7.000 Vier-Personen-Haushalte vollständig mit klimafreundlicher Energie zu versorgen. Damit ließe sich der Anteil erneuerbarer Energien am Neustadter Strommix von derzeit etwa 16 auf rund 36 Prozent steigern.
Bebauungsplan als Grundlage für das Sondergebiet Photovoltaik
Mit dem Stadtratsbeschluss wurde die rechtliche Grundlage für das Photovoltaik-Sondergebiet geschaffen. Zuvor hatte die Verwaltung die im Rahmen der förmlichen Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und Träger öffentlicher Belange eingegangenen Stellungnahmen ausgewertet, abgewogen, zum Teil umgesetzt, zum Teil aber auch begründet verworfen.
Themen waren dabei der Natur- und Artenschutz, Fragen der Erschließung sowie technische Details zur Leitungsführung. Unter anderem wurde auf Anregung der Pfalzwerke Netz AG ein zusätzlicher Freihaltebereich im Umfeld eines Leitungsmasts festgesetzt.
Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen
Zum Schutz der Natur werden umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt. So wird in Kooperation mit den Eigentümern einer Fläche in Geinsheim ein sogenanntes Lerchenfenster geschaffen – eine offene Ackerfläche, die der Feldlerche als Brut- und Nahrungsraum dient. Außerdem entsteht im Rahmen des sogenannten Kiebitz-Programms in der Gemarkung Harthausen eine Flachwasserzone, um das dortige Bruthabitat des vom Aussterben bedrohten Kiebitz ökologisch aufzuwerten.
Auch andere Anregungen aus der Beteiligung wurden eingehend geprüft. So blieb die Stadt beim geplanten Abstand zwischen dem Sondergebiet und der angrenzenden Waldfläche – ein Vorschlag des Forstamts, diesen zu vergrößern, wurde nicht übernommen. Zur Absicherung unterzeichnen die Stadtwerke als Betreiberin der Anlage einen Haftungsausschluss gegenüber den Grundstückseigentümern.
Zudem wurde ein vom Land angeregtes Blendgutachten nicht für erforderlich gehalten, da aufgrund des großen Abstands zur Bundesstraße B39 keine Blendwirkungen zu erwarten sind.
Oberbürgermeister Marc Weigel sagte im Stadtrat: „Mit dem Benzenloch-Projekt schaffen wir nicht nur Wertschöpfung, sondern leisten vor allem auch einen messbaren Beitrag zur Klimaneutralität unserer Stadt.“
Ziel: Klimaneutrales Neustadt bis 2040
Neustadt hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 zwei Drittel des in der Stadt verbrauchten Stroms aus lokalen, regenerativen Quellen zu erzeugen. Spätestens 2040 soll die Energieversorgung vollständig klimaneutral sein. Neben großflächigen PV-Anlagen werden dafür auch kommunale Gebäude – etwa Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude – systematisch mit Solartechnik ausgestattet.
Das Projekt „Photovoltaikanlagen Benzenloch“ bildet dabei einen zentralen Baustein der kommunalen Klimaschutzstrategie, die durch die Stabsstelle für Klimaschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Entwicklung koordiniert wird.
Bürgerinfo am 12. November in Duttweiler
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich über den aktuellen Stand des Projekts und die weiteren Schritte im Rahmen einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 12. November 2025, um 18 Uhr in der Festhalle Duttweiler informieren.
Weitere Informationen zu allen städtischen Klimaschutzmaßnahmen sind online abrufbar unter: www.neustadt.eu/klimaschutz.
