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21.11.2025

Böbig: Weitere 3,46 Millionen Euro für Modernisierung und mehr Aufenthaltsqualität

Die Stadt Neustadt an der Weinstraße erhält für ihr Städtebauprojekt „Soziale Stadt Böbig“ weitere Fördermittel von Bund und Land in Höhe von 3,46 Millionen Euro. Der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling übergab im Stadtteiltreff Böbig den entsprechenden Förderbescheid an Oberbürgermeister Marc Weigel und Baudezernent Bernhard Adams. 

Die Mittel stammen aus dem Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt – Soziale Stadt“, mit dem Bund und Land die Stadt seit 2018 bereits mit rund vier Millionen Euro dabei unterstützt haben, den Böbig attraktiver zu gestalten. Der Förderanteil beträgt zwar bis zu 90 Prozent. Dennoch muss die Stadt weiterhin hohe Eigenanteile aufbringen, um städtebaulich und sozial weitere Impulse setzen zu können.  

Die Bescheid-Übergabe fand während des regelmäßigen gemeinschaftlichen Kochens im Stadtteiltreff statt. Der von Stadtteilmanager Thomas Lörcher organisierte Freitags-Treff, bei dem gekocht, gegessen und diskutiert wird, bot dem Minister und dem Oberbürgermeister die Gelegenheit, sich mit den Bewohnerinnen und Bewohnern auszutauschen. Auch dabei wurde erkennbar, wie wirkungsvoll die Mittel - auch aufgrund der Bürgerbeteiligung - eingesetzt werden.

Der Böbig im Wandel – und mit großer Bedeutung für die Landesgartenschau 2027

OB Weigel betonte, dass die Gelder an einer entscheidenden Stelle der Stadtentwicklung ansetzen: „Zwischen dem Böbig und der Landesgartenschau 2027 (LGS) besteht eine enge Verzahnung. Der Bahnhaltepunkt wird zum grünen LGS-Eingangstor, und mit dem Grünzug entlang des Speyerbachs wird eine wichtige Achse ausgebaut, die Innenstadt, Böbig und Gartenschau verbindet. Die Förderungen helfen uns, die Lebensqualität hier zu verbessern.“

Das Quartier weist zahlreiche Stärken auf: Er verfügt über Grünräume, ein vielfältiges Schul- und Sportangebot, drei städtische Kitas sowie Naherholungsräume in der unmittelbaren Umgebung. Rund 2.750 Menschen leben hier. Zwei Unterkünfte für Geflüchtete ergänzen das soziale Gefüge.

Gleichzeitig gibt es erhebliche Herausforderungen: Die meisten Gebäude stammt aus den 60er- bis 70er-Jahren und haben Sanierungsbedarf. Viele Wege, Plätze und das Stadtteilzentrum haben eine geringe Aufenthaltsqualität. Deshalb wurde der Böbig 2018 in das mehrjährige Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen, das nun unter dem Namen „Sozialer Zusammenhalt“ weitergeführt wird.

Erledigte und neue Aufgaben – von Schlüsselprojekten bis sozialer Infrastruktur

Fortschritte wurden bereits bei der Aufwertung des Wohnumfelds erreicht, etwa mit der Sanierung des Abenteuerspielplatzes, der 2022 wiedereröffnet wurde und heute ein generationenübergreifender Treffpunkt ist. Außerdem wurden am Harthäuserweg Straße, Gehwege, Parkflächen und Zugänge erneuert. Die Fertigstellung erfolgte vor wenigen Monaten. Neue Bäume entlang der Straße werden noch gepflanzt. Ebenso wurde ein neuer Fuß- und Radweg zwischen der Robert-Stolz-Straße und dem Harthäuserweg fertiggestellt, der insbesondere Schülerinnen und Schülern sichere Wege ermöglicht und zugleich das Umfeld des Abenteuerspielplatzes anbindet.

Mit dem Stadtteiltreff, der 2021 in einer WBG-Wohnung eröffnet wurde, gibt es einen niedrigschwelligen Ort, an dem alle Generationen zusammenkommen. Hier gibt es unter anderem Bewegungsangebote, Spieletreffs, Infoveranstaltungen, Nachhilfe und Filmabende. Zu den laufenden Maßnahmen gehören auch das Stadtteilmanagement unter der Leitung von Thomas Lörcher sowie der Aktionsfonds, über den kleinere Projekte unbürokratisch umgesetzt werden. Darin spiegeln sich viele Ideen aus der Bürgerschaft wider. Die Stadt knüpft dabei auch an die positiven Erfahrungen aus dem Förderprogramm im Stadtteil Branchweiler (2003 – 2021) an, wo zukunftsweisender Projekte erfolgreich etabliert wurden.

Aktuelle Entwicklungen: Bahnhaltepunkt wird barrierefrei und grüner

Verknüpft mit der Stadtteilentwicklung ist der in Kürze beginnende Umbau des Bahnhaltepunkts Böbig, der bis zur Landesgartenschau 2027 zum modernen Mobilitätsknoten weiterentwickelt wird. Das gesamte Areal wird barrierefrei gestaltet, erhält neue Fahrradabstellanlagen, sichere Wegebeziehungen, neu strukturierte Parkflächen, einen verbesserten Zugang zur Unterführung sowie Grünflächen mit Baumrigolen zur Regenwasserspeicherung.

Ganz in der Nähe entsteht einer der Haupteingänge zur LGS. Damit gewinnt der Standort eine neue Bedeutung im Stadtgefüge. Auch hier wird auf die Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung reagiert, die vor allem eine unzureichende Aufenthaltsqualität angemerkt hatte. Im ersten Bauabschnitt wird eine Rampe zu Gleis 1 gebaut. Danach folgt die Umgestaltung des Park-and-Ride-Parkplatzes. Auch neue, barrierefreie Bushaltestellen und eine sicherere Verkehrsführung in der Landwehrstraße sind geplant.

Der Beigeordnete und Baudezernent Bernhard Adams sagte, dass der zuletzt in den 90er-Jahren sanierte Haltepunkt ein entscheidender Baustein der Neustadter Mobilitätsstrategie ist: „Wir können hier das Thema Mobilität weiterentwickeln – und zwar so, dass es allen Bürgerinnen und Bürgern nutzt. Mit dem neuen Umfeld entsteht ein Ort, an dem man nicht nur ankommt, sondern sich auch gerne aufhält.“

Nächste Schritte: Weitere Grünräume, moderne Wegebeziehungen und soziale Treffpunkte

Mit den 2025 beantragten Maßnahmen setzt die Stadt die Entwicklung konsequent fort. Dazu gehört neben der Bahnhaltepunkt-Neugestaltung die Weiterentwicklung des Grünzugs Böbig entlang des Speyerbachs sowie die Sanierung einer historischen Sandsteinbrücke über den Rehbach. Darüber hinaus soll auf der Grünfläche zwischen Robert-Stolz-Straße und Harthäuserweg ein generationenübergreifender Treffpunkt entstehen. Zudem soll der Stadtteiltreff um eine benachbarte Wohnung und somit von 91 auf 172 Quadratmeter erweitert werden.

Innenminister Ebling betonte, dass das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ bundesweit zur Stabilisierung und Aufwertung von Stadtteilstrukturen beitrage. Eine erfolgreiche Städtebauförderung verbinde wirtschaftliche Entwicklung, soziale Strukturen und demografische Veränderungen zu einem ganzheitlichen Konzept. Ziel sei es, lebendige, widerstandsfähige und lebenswerte Quartiere zu schaffen. In Neustadt werde dies im Böbig anschaulich.

Oberbürgermeister Weigel erklärte, dass die Fördermittel in Neustadt dringend benötigt und gut investiert werden – „in einem Stadtteil, der großes Potenzial besitzt und gleichzeitig vor Herausforderungen steht, die wir nur gemeinsam mit Bund und Land bewältigen können.“

Koordiniert wird das Gesamtprojekt von der städtischen Abteilung Stadtplanung, wo Eva Wefel für die „Sozialen Stadt Böbig“ verantwortlich ist.

Kontakt zum Stadtteilmanagement Böbig: Thomas Lörcher, Stadtteiltreff Böbig, Am Knappengraben 18, Telefon: 06321 855-1671,  E-Mail: thomas.loercher@neustadt.eu

Autor/in: Pressestelle