Insbesondere durch den Zuzug von Immigranten aus den osteuropäischen Staaten nach dem Fall der Mauer am Ende des 20. Jahrhunderts, begann eine starke Segregation im Wohnquartier.
Ansatz des Programms "Soziale Stadt" in Neustadt war und ist, die eingefahrenen sozialen Strukturen zu revitalisieren und eine Integration der unterschiedlichen Randgruppen zu erreichen. Hauptaufgabe der WBG liegt hierbei von Anfang an in der investiven Entwicklung, später aber auch sozialen Stärkung (siehe Mieterbüro), des Gebiets "Neusatz- und Allensteiner Straße", während das Hauptaugenmerk der Stadtverwaltung vor allem auf der sozialen Betreuung des restlichen Stadtteils liegt.
Da der Wohnungsbestand der WBG in Großteilen in Branchweiler liegt, ist es für die WBG selbstverständlich, dieses Gebiet durch bauliche und soziale Maßnahmen, aber auch durch die strategische Platzierung von Gewerbeangeboten, attraktiv und lebenswert zu gestalten.
Die Wohnblocks der Neusatz- und Allensteiner Straße wurden in den 70er Jahren erbaut.
Durch die öffentliche Förderung der Gebäude und die damit verbundene, geringe Miete, bot sich das Quartier bald für einkommensschwächere Bevölkerungsschichten an. Nach und nach entwickelte sich eine Abschottung gegen die umgebenden Wohnviertel. Durch den Zuzug vieler ausländischer Mitbürger wurde diese Tendenz noch verstärkt.
Vor Beginn der baulichen Maßnahmen durch die WBG war das Quartier geprägt durch tägliche Vandalismusschäden und eine sehr hohe Mieterfluktuation. Über das gesamte Stadtgebiet hinaus hatte sich das Wohnquartier einen unrühmlichen Ruf erworben.
Für die farbliche Neugestaltung wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt. Ziel hierbei war es, ein Konzept zu finden, welches die einheitliche Fassade der Wohnblockfronten in sichtbar getrennte Häuser zu unterteilen und somit ein gewisses Maß an Individualität zu erzeugen.
Mit einer Neuüberplanung des Wohnumfeldes sollten undurchsichtige, schwer pflegbare Busch- und Baumbestände verschwinden und zusätzlich Raum für Fertiggaragen entstehen, um dem Anspruch der Mieter nach sicheren Unterstellmöglichkeiten für die Kraftfahrzeuge gerecht zu werden.
Neben den baulichen Veränderungen setzte auch die WBG bald auf personelle Unterstützung, um die sozialen Gefüge im Quartier zu stärken. Anfang 2007 wurde deshalb eine eigene Halbtagsstelle mit einer Psychologin (später mit einer Sozialpädagogin) geschaffen, um insbesondere die Jugendlichen im Quartier zu unterstützen. Die Beschäftigung von Hausmeistern (ab Ende 2007) soll zusätzlich auch noch die Sauberkeit im Quartier unterstützen.
Durch die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadtverwaltung wurden Angebote entwickelt, um den Jugendlichen und Kindern Freizeitmöglichkeiten anzubieten und sie dadurch zu sinnvollen Beschäftigungen zu führen.
Da das Wohnquartier auch weiterhin für sozial schwache Mieterschichten genutzt werden soll, wird die gesetzlich mögliche Miete bei weitem nicht ausgeschöpft. So zahlen die Mieter nach der Sanierung eine maximale Kaltmiete von 4,50 Euro je m². In Anbetracht der durch die Sanierungsmaßnahmen bedingten Energiekosteneinsparungen ist zu erwarten, dass die Mieter somit bei einem vollständig sanierten Wohnraum kaum mehr zahlen werden als im unsanierten Urzustand.
Leider ist noch immer ein beträchtlicher Anteil an Vandalismusschäden zu verzeichnen, sei es durch Beschmierung der Keller, Brandschäden oder Graffitis an den neuen Fassaden oder Aufzugsanlagen.
Es bleibt jedoch zu erwarten, dass sowohl durch die baulichen Verbesserungen (die sich nicht unbeträchtlich auf die Betriebs- und Heizkosten auswirken werden) als auch durch die sozialen Maßnahmen (insbesondere auch die Jugendarbeit) in den kommenden Jahren eine entscheidende Änderung im Verhalten vieler Mieter eintreten wird.
Finanziert wird das Projekt durch das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt", Modernisierungsmittel des Landes Rheinland-Pfalz und das Eigenkapital der WBG.
Bis zum baulichen Abschluss der Maßnahmen wird die WBG etwa 18 Mio. Euro für die Sanierung und die sozialen Investitionen ausgegeben haben. 2 Mio. Euro hiervon kommen aus den Fördertopfen der "Sozialen Stadt".