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Radverkehrskonzept

Das Fahrrad ist nicht nur ein sehr umweltfreundliches Verkehrsmittel, sondern verhilft uns auch zu mehr Bewegung und fördert damit die Gesundheit. Darüber hinaus stellt das Rad das schnellste und damit ideale Verkehrsmittel für Strecken unter drei Kilometern dar. Die Neustadter Bürgerinnen und Bürger sind allerdings nicht sehr häufig mit dem Rad in der Stadt unterwegs. Das hat viele Gründe, z.B. Strecken ohne Radwege in der Innenstadt, die Topographie, wenig durchgängige Radrouten, zu wenig geeignete Fahrradständer.

Das soll sich in den nächsten Jahren grundlegend ändern. Seit Ende 2013 haben wir uns mit dem Radverkehrskonzept auf den Weg gemacht, Radfahren in Neustadt attraktiver zu machen. Wir haben noch viel vor uns, aber wir haben auch schon Erfolge vorzuweisen.

Was wollen wir für Neustadt erreichen?

  • Neustadt ist fahrradfreundlich - mehr Neustadter fahren Rad, weniger fahren Auto.
  • Der Radfahrer ist gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer. Man nimmt Rücksicht aufeinander.
  • Sichere und durchgängige Wege, um gut zum gewählten Ziel zu kommen.
  • Ausreichende und gute, auch überdachte Fahrradständer an wichtigen Zielen.
  • Jeder kann sein Fahrrad sicher, möglichst überdacht abstellen

 

Radverkehrsbeauftragter

Seit 01. Januar 2017 ist Arnold Merkel der neue, ehrenamtliche Radverkehrsbeauftragte der Stadt Neustadt an der Weinstraße. Am 06. Dezember wurde er von Oberbürgermeister Hans Georg Löffler offiziell im Rathaus ernannt. „Ich freue mich riesig, dass wir jetzt einen Mittler mit kühlem Kopf und vielen Erfahrungen haben“, so Löffler, „und bin Ihnen dankbar, dass Sie das Amt übernommen haben.“

Grundlage der Bestellung ist ein Beschluss des Stadtrates im Oktober 2016 nach einer Empfehlung des Arbeitskreises Radverkehrskonzept. Radverkehrsförderung sei demnach eine Querschnittsaufgabe und sehr abstimmungsintensiv. „Um das Thema dauerhaft zu verankern, bedarf es eines Kümmerers als ständigen Ansprechpartner für die Bürgerschaft, die Gewerbetreibenden sowie die Verwaltung“, heißt es aus dem Arbeitskreis.

Arnold Merkel ist 69 Jahre alt, wohnt in Haßloch und arbeitete lange bei der Stadt Ludwigshafen, unter anderem als Radverkehrsingenieur. Auch als Vorsitzender des regionalen ADFC war er aktiv.

Aufgaben: Alles rund ums Fahrradfahren

Arnold Merkel kümmert sich um Wünsche und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger zur Verbesserung des Radwegenetzes und ist Vermittler zu den zuständigen Abteilungen der Stadtverwaltung.

Seine Aufgaben betreffen zum Beispiel

  • Leitung des Arbeitskreises Radverkehrskonzept
  • Mitwirkung an Planungen zum Radverkehr
  • Ideen und Konzepte zur Erhöhung des Radverkehrsanteils
  • Mitwirkung bei der Entwicklung des gesamtstädtischen Radroutennetzes
  • Events und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Radverkehr

 

Arbeitskreis Radverkehr – Gemeinsam Vorankommen

Zusammen mit dem Radverkehrsbeauftragten bereitet der Arbeitskreis Radverkehr alle Entscheidungen zum Radverkehrskonzept vor. Seite Ende 2013 treffen sich Verwaltung, Verbände und Fraktionen etwa viermal im Jahr und diskutieren alle Aspekte des Radverkehrs in Neustadt.

Radverkehrskonzept

Mit dem Radverkehrskonzept wird eine Gesamtstrategie erarbeitet, um Fahrradfahren in Neustadt attraktiver zu machen. Schwerpunkte sind die Themen durchgängige Radrouten, Beschilderung und Fahrradabstellanlagen. Es geht um konkrete Maßnahmen, Prioritäten und einen Finanzierungsplan.

Welche Arbeitsschritte stehen an?

Wunschliniennetz

Unsere erste Aufgabe ist es, die Radwegeverbindungen in einem Wunschliniennetz darzustellen, d.h., wir müssen uns genau überlegen:

  • Wo kommen die meisten Radfahrer her? Wo wollen sie hin?
  • Welches sind die wichtigsten Ziele für Radfahrer?
  • Welche Ziele müssen miteinander verbunden werden?

 

Bestands- und Mängelanalyse

In der Bestands- und Mängelanalyse nehmen dann wir das bestehende Angebot für den Radverkehr genau unter die Lupe:

  • Wie wird der Radverkehr geführt? Wie komme ich zu wichtigen Zielen in der Stadt?
  • Wie sicher und attraktiv sind die Wege? Wo gibt es Gefahrenpunkte?
  • Wie ist die Beschilderung / Wegweisung? Wo gibt es Unklarheiten?
  • Wo gibt es Abstellanlagen für Fahrräder? Wie attraktiv sind sie? Wo fehlen Abstellanlagen?

Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Mängelanalyse, in der Konflikte und Problempunkte herausgearbeitet werden.

 

Zielkonzept

Im Zielkonzept sollen dann Antworten auf folgende Fragen gefunden werden:

  • Wie können wir durchgängige, attraktive und komfortable Radrouten und durchgängige Nord-Süd sowie Ost-West-Verbindungen erreichen?
  • Wie kommen die Menschen von Ihrem Wohnort mit dem Rad zum Bahnhof, zur Innenstadt, zu ihrer Arbeit, zur Schule oder zu Freizeiteinrichtungen?
  • Welches sind die besten Wege? Wie können wir die Routen durchgängig beschildern?
  • Wo brauchen wir Abstellanlagen für Fahrräder? 

 

Maßnahmen, Prioritäten, Zeit- und Kostenplanung

Aus der Bestands- und Mängelanalyse, kombiniert mit dem Zielkonzept, werden wir einen konkreten Maßnahmenkatalog vorschlagen, der bauliche und organisatorische Maßnahmen umfasst, um die vorhandenen Mängel zu beheben.Die Maßnahmenliste muss hinsichtlich der Dringlichkeit, der Wirkung für den Radverkehr und nicht zuletzt hinsichtlich der damit verbundenen Kosten bewertet werden. Auf dieser Grundlage wird ein konkretes Handlungsprogramm entwickelt.

 

Bürgerbeteiligung

1. Bürgerwerkstatt zum Radverkehrskonzept am 11.03.2014, um 18 Uhr im Rathaus

Am 11.03.2014 hatte die Verwaltung die Neustadter Bürgerinnen und Bürger zur
1. Bürgerwerkstatt Radverkehrskonzept eingeladen, um Ihnen schon sehr früh im Prozess einen Überblick über die Arbeit am Radverkehrskonzept und die Möglichkeit zur konkreten Mitwirkung zu geben. Rund 70 Personen waren in den Ratssaal gekommen.

Nach einer kurzen Einführung brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen von fünf moderierten Arbeitsgruppen ihre Sicht der Dinge zum Thema Radfahren ein.

Die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt sowie die Diskussionen in den Arbeitsgruppen haben wir ausführlich dokumentiert.

 Wir bedanken uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Anregungen und Ideen eingebracht haben, für die engagierte Mitarbeit.


2. Bürgerwerkstatt zum Radverkehrskonzept am 22.04.2015, um 18 Uhr im Rathaus

Nach Auswertung der Ergebnisse der 1. Bürgerwerkstatt vom März 2014 hat der Arbeitskreis Radverkehrskonzept aufgrund des festgestellten großen Handlungsbedarfs beschlossen, zunächst ein Paket aus Initialmaßnahmen zusammenzustellen, die vorrangig zur Umsetzung gebracht werden sollen.

Dabei wurden solche Punkte ausgesucht, die auch aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger einen besonders wichtigen Beitrag zur Verbesserung liefern und die – im Vergleich zu vielen baulichen Maßnahmen – schneller umgesetzt werden können. Der Schwerpunkt liegt dabei im Bereich Innenstadt, da hier die meisten Radler hinfahren und da dort der größte Problemdruck herrscht.

In der zweiten Bürgerwerkstatt wurden die vom Arbeitskreis vorgeschlagenen Initialmaßnahmen vorgestellt und diskutiert. Darüber hinaus gab es einen Ausblick auf das Gesamtkonzept, das wichtiges Ziel bleibt und parallel weiterentwickelt wird.

Bei der Bürgerwerkstatt haben neben der Stadtverwaltung auch Mitglieder des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) sowie des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) mitgewirkt, die die Stadt auch im Arbeitskreis Radverkehrskonzept unterstützen.

Umsetzungsstand der Maßnahmen

Verschiedene Maßnahmenpakete wurden seit dem Start des Radverkehrskonzepts auf den Weg gebracht. Dazu gehören:

  • Die Ergänzung und Erneuerung von Fahrbahnmarkierungen.
  • Die Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer in Randzeiten.
  • Die Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer.
  • Die Schaffung einer durchgängigen Ost-West-Verbindung.
  • Die Verbesserung des Fahrradparkens.

  

Ergänzung und Erneuerung von Fahrbahnmarkierungen 

Die Erneuerung und Ergänzung von Fahrbahnmarkierungen ist vielen Bürgerinnen und Bürgern ein dringendes Anliegen. Der Arbeitskreis Radverkehrskonzept hat daher ein Paket aus ca. 30 Maßnahmen zur Fahrbahnmarkierung zusammengestellt, das aktuell vom Bauhof umgesetzt wird.

Herauszuheben ist die zusätzliche Markierung der Fahrradstraße Villenstraße.

  

Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer

Mit ihrer Lage und Ausdehnung stellt die Neustadter Fußgängerzone eine erhebliche "Barriere" für Radfahrer dar. Zur Querung der Innenstadt durften Radfahrer ihr Fahrrad bislang nur durch die Fußgängerzone schieben. Alternativ mußten sie deutliche Umwege in Kauf nehmen oder auf die viel befahrenen Bundesstraßen ausweichen. Damit wird der Vorteil des Fahrrades gegenüber dem Auto, Ziele sehr direkt und schnell erreichen zu können, teilweise wieder zunichte gemacht.

Um die innerstädtischen Radwegeverbindungen zu verbessern, hat sich das im Mai 2016 geändert. Die Fußgängerzone ist nun teilweise beziehungsweise zeitlich befristet für den Radverkehr freigegeben. Damit wird eine vom Arbeitskreis Radverkehrskonzept vorbereitete und vom Stadtrat im Herbst 2015 beschlossene Maßnahme auf dem Weg zu einem fahrradfreundlicheren Neustadt umgesetzt.

Die Neuregelungen seit dem 09. Mai 2016:

1. Die gesamte Fußgängerzone ist im Zeitraum zwischen 20 und 8 Uhr für Radfahrerinen und Radfahrer freigegeben.

 

2. Die Schwanengasse entlang der Sparkasse als Verbindung zwischen Laustergasse und Schütt und das Verbindungsstück zur Landschreibereistraße am Klemmhof werden ganztägig für den Radverkehr freigegeben. Diese Bereiche sind Teilstücke einer neuen Ost-West-Verbindung.

 

Die Freigaben werden durch Zusatzschilder angezeigt.

Radfahrer erhalten durch die Neuregelung die Möglichkeit, abends und morgens kurze und sichere Wege zu nutzen. Besonders Schülern auf dem Weg zur Schule und Beschäftigten auf dem Weg zur Arbeit kommt die Regelung zu Gute. Auch abends haben die Neustadter Radler die Möglichkeit, ihren Weg durch die Innenstadt abzukürzen.

 

Was bedeutet die Freigabe konkret?

  • Die Fußgängerzone bleibt Fußgängerzone!
  • Fußgänger haben Vorrang und bestimmen das Verkehrsgeschehen.
  • Radfahrer müssen zu den freigegebenen Zeiten in der Fußgängerzone nicht mehr absteigen – solange sie vorsichtig fahren und die Fußgänger nicht gefährden.

 

Die Regel: Rücksichtnahme
  • Radfahrer müssen auf Fußgänger Rücksicht nehmen und in einer angepassten Geschwindigkeit, i.d.R. Schrittgeschwindigkeit, fahren.
  • Fußgänger dürfen weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, müssen Radfahrer warten oder das Rad schieben.

 

Der Modellversuch

Die Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer wird zunächst als Modellversuch für ein Jahr laufen. Ordnungsamt und Polizei werden die Einhaltung der neuen Regelungen verstärkt kontrollieren. Auf Grundlage eines Erfahrungsberichts, der von der Verkehrskommission ausgewertet wird, soll dann vom Stadtrat über eine dauerhafte Regelung entschieden werden. Es hängt dabei wesentlich vom Verhalten der Radler ab, ob diese Regelung dauerhaft beibehalten und evtl. sogar noch ausgeweitet werden kann oder auch wieder zurückgenommen werden muss. So verhalten Sie sich als Radfahrer richtig:

  • Gehen Sie verantwortungsvoll mit der neuen Freiheit um.
  • Fahren Sie Schrittgeschwindigkeit.
  • Überholen Sie nur, wenn ausreichend Platz ist.
  • Zeigen Sie Richtungsänderungen per Handzeichen an.
  • Gewähren Sie Fußgängern Vorrang.

   

Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer

Einbahnstraßen dienen innerorts vorrangig der Lenkung und Regelung des Kfz-Verkehrs. Für den Radverkehr unterbrechen sie dagegen vielfach direkte Verbindungen und erschweren die Benutzung z.T. verkehrsarmer Erschließungsstraßen. Gravierend tritt diese Thematik in Neustadt zunächst im erweiterten Innenstadtbereich zu Tage. Alle Einbahnstraßen in diesem Bereich wurden systematisch überprüft. Der Stadtrat hat im September 2015 beschlossen, folgende Einbahnstraßen in Gegenrichtung zu öffnen:

  • Hindenburgstraße
    (Abschnitt Winzinger Straße – Moltkestraße)
  • Hohenzollernstraße
    (Abschnitt Konrad-Adenauer-Straße – Von-Hartmann-Straße)
  • Moltkestraße (komplett)
  • Stangenbrunnengasse
    (Abschnitt Hetzelstraße – Schwesternstraße)
  • Wiesenstraße
    (Abschnitt Konrad-Adenauer-Straße – Hindenburgstraße)
  • Volksbadstraße (komplett)
  • Schwesternstraße (nach deren Umbau)

Bereits umgesetzt sind die Freigaben im Bereich Stangenbrunnengasse und Schwesternstraße. Die übrigen Freigaben werden aktuell durch die Verwaltung vorbereitet.

 

Fahrradparken

Zur Verbesserung des Fahrradparkens wurden im Innenstadtbereich zunächst an zwei Standorten neue Fahrradabstellanlagen errichtet:

  • 20 witterungsgeschützte Abstellplätze in der Unterführung bei der Sparkasse (überdachte Passage der Landschreibereistraße)
  • 18 Abstellplätze im Hof der Volkshochschule