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Grundstücks-Entwässerung

Entwässerungsantrag

Jede Änderung oder Neubau von Grundstücksentwässerungsanlagen bedürfen der schriftlichen Genehmigung durch den ESN.

Denken Sie daran, dass dazu auch ein Bauantrag erforderlich sein kann!

Wie erhalte ich meine Entwässerungsgenehmigung?
Beim ESN erhalten Sie das Formular "Entwässerungsantrag". Dieses reichen Sie vollständig ausgefüllt und mit den erforderlichen Unterlagen beim ESN zur Genehmigung ein. Sie müssen den Antrag mindestens einen Monat vor der geplanten Baumaßnahme einreichen.

Welche Unterlagen muss ich beifügen?
Grundsätzlich sind dem vollständig ausgefüllten Entwässerungsantrag Planunterlagen in dreifacher Ausfertigung beizulegen, welche von einem planvorlageberechtigtem Entwurfs-/Planverfasser erstellt sind.
Folgende Planunterlagen sind unter anderem beizufügen:

  • Übersichtslageplan
  • Lageplan
  • Flächenbilanz des Grundstücks
  • Sämtliche Geschossgrundrisse
  • Schnitt oder Strangschema
  • Eine Beschreibung der auf dem Grundstück geplanten Anlagen


Die genauen Erläuterungen der erforderlichen Planunterlagen können Sie bzw. Ihr Planer dem Formular entnehmen.

Was muss ich sonst noch beachten?
Alle Antragsunterlagen sind vom Grundstückseigentümer, Bauherrn und Planverfasser zu unterschreiben.

In Ihrem eigenen Interesse versuchen wir, eine schnelle und reibungslose Bearbeitung des Antrages sicherzustellen. Aus diesem Grund sollten Sie uns den Antrag nur vollständig ausgefüllt und mit allen geforderten Unterlagen vorlegen. Unvollständige Anträge müssen wir leider zurückgeben und bedeuten eine zeitliche Verzögerung mit zusätzlichem Arbeitsaufwand.

Rechtliche Grundlagen

  • Allgemeine Entwässerungssatzung der Stadt Neustadt an der Weinstraße (AllgE)

Dokumente

Versickerung auf dem Grundstück

Eine Information zum Thema Niederschlagswasserversickerung auf dem Grundstück

Das anfallende Niederschlagswasser auf Grundstücken soll nach der städtischen Entwässerungssatzung vorrangig versickert oder verwertet werden.

Veranlassung

  • hydraulische Überlastungen von Gewässern
  • kostenintensive Kanalvergrößerungen, welche nur selten ausgenutzt werden.
  • überproportionale Ausnutzung der kostbaren Grundwasserreserven
  • Grundwasserverschwendung
  • zunehmende Hochwassergefahr

Ziel

  • die Kanalisation wird geringer belastet und somit die Kanalbaubeiträge geringer gehalten
  • weniger Rückstau im öffentlichen Kanal
  • der örtliche natürliche Wasserkreislauf bleibt erhalten
  • der Abfluss in Oberflächengewässer wird verringert

Wird von einem Grundstück mehr Niederschlagswasser in den öffentlichen Kanal geleitet als zulässig ist, wird der ESN verlangen entsprechende technische Maßnahmen zu ergreifen um eine Überlastung des Abwassersystems zu verhindern. Die Niederschlagswasserversickerung ist eine Möglichkeit davon.

Wichtig!
Das Niederschlagswasser muss durch die belebte Bodenzone geleitet werden.
Als belebte Bodenzone wird die obere Bodenschicht (Mutterboden) bezeichnet. Bevor das Niederschlagswasser dem Grundwasser zufließt, muss es gereinigt werden. Das Wasser erfährt durch die Verwurzelung eine ständige Regeneration und wird gefiltert und durch die Mikroorganismen in dieser belebten Bodenzone gereinigt. Das bedeutet, dass der Einlauf zur Versickerungsanlage oberirdisch erfolgen muss.

Die Versickerung an Ort und Stelle

Flächenversickerung
Rasengittersteine und Rasenfugenpflaster bieten einen Freiraum zur Begrünung bzw. zur Füllung mit wasserdurchlässigem Splitt.

Öko-Pflaster ist ein offenporiger Pflasterstein, welcher eine Versickerung nicht nur durch die Fugen, sondern auch direkt durch den Pflasterstein gewährleistet. Diese Flächen bieten eine umweltgerechte Bodenbefestigung, da das Niederschlagswasser an Ort und Stelle direkt versickert. Die Pflastersteine müssen eine Versickerungsleistung von mind. 450l/s*ha erreichen. Viele Firmen bieten mittlerweile eine große Auswahl dieser "Öko-Steine" an. Soweit Flächen über das zulässige Maß hinaus versiegelt sind, kann der Einbau von versickerungsfähigen Flächen zur Reduzierung des erhobenen Oberflächenwasserbeitrages führen.

Die dezentrale Versickerung
Das Niederschlagswasser wird von wasserundurchlässigen Flächen (befestigte und bebaute Flächen) in eine Versickerungsanlage geleitet.
Die Bemessung der Versickerungsanlage ist abhängig von der Versickerungsleistung des Bodens.

Flächenversickerung
Hierbei wird das Niederschlagswasser offen und ohne wesentlichen Aufstau auf einer genügend groß bemessenen Fläche (Rasenfläche) direkt versickert. Voraussetzung hierfür ist, dass der Boden über eine sehr hohe Wasseraufnahmefähigkeit verfügt.

Muldenversickerung
Die Versickerungsmulden stellen eine Bodenvertiefung dar und können als Element der Landschaftsgestaltung genutzt werden. Der Regenwasserüberschuss wird in der Mulde zwischengespeichert, wo er langsam versickern kann.

Mulden-Rigolen-Versickerung
Die Mulden-Rigolen-Versickerung verbindet die Eigenschaften der Muldenversickerung und der Rigolenversickerung zu einer Einheit. Im Regelfall wird diese Kombination bei schichtweise undurchlässigen Böden oder bei geringen oberflächlichen Platzverhältnissen zum Einsatz kommen. Unter Rigolen versteht man mit Kiespackungen gefüllte Gräben oder Versickerungskörbe in die das Regenwasser oberirdisch eingeleitet wird. Bei der Rigolenversickerung findet die Zwischenspeicherung des Niederschlagswassers unterirdisch statt. Entsprechend der Versickerungsfähigkeit des umgebenden Erdreichs erfolgt eine verzögerte Abgabe des Wassers in den Untergrund.

Teich mit Retentionszone
Der Teich mit Retentionszone ist eine Möglichkeit die Elemente Reinigung, Speicherung und Versickerung miteinander zu kombinieren. Der Teich ist zum Untergrund hin abgedichtet und besitzt eine angrenzende Versickerungsfläche.

Zulauf zur Versickerung
Wie schon erwähnt, muss der Einlauf in die Versickerungsanlage oberirdisch erfolgen. Dies ist zum Beispiel mit einer Rinne möglich. Hier sind den gestalterischen Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt.

Haben Sie noch Fragen? 

Diese Info kann Ihnen nicht alle Einzelheiten zum Thema Niederschlagswasserversickerung auf dem Grundstück vermitteln. Vor der Durchführung der erforderlichen Maßnahme sollten sie sich von einem Fachmann, zum Beispiel Ihrem Architekten oder Landschaftsplaner beraten lassen. Alle Veränderungen an der Grundstücksentwässerungseinrichtung bedürfen der vorherigen Genehmigung des ESN.

Dokumente

Rückstauschutz

Eine Information über den Schutz vor Rückstau aus dem öffentlichen Kanalnetz

Wie entsteht ein Rückstau aus dem Kanalnetz?
Die öffentlichen Misch- und Regenwasserkanäle der Stadt Neustadt an der Weinstraße werden nach einem bestimmten, vorgeschriebenen Regenereignis bemessen. Kommt es allerdings zu außergewöhnlich starken Niederschlägen, wie zum Beispiel bei einem wolkenbruchartigen Gewitter, wird die Aufnahmekapazität des Straßenkanals überschritten. Aus wirtschaftlichen Gründen ist es nicht möglich die Kanalisation für solche Regenereignisse auszulegen. Der Wasserstand steigt dann bis an die Straßenoberkante an und läuft über die Straßenoberfläche ab. Somit muss mit einem Rückstau bis in die Anschlusskanäle und als Folge davon in die Grundstücksentwässerungsanlage gerechnet werden.

Wann wird ein Rückstauschutz erforderlich?
Das Abwasser steigt nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhre parallel zum Straßenkanal auch in den privaten Entwässerungsleitungen bis auf das Niveau der Straßenoberkante. Dieses Niveau ist die Rückstauebene. Befinden sich nun Entwässerungseinrichtungen, wie zum Beispiel Bodenabläufe, Waschbecken, Waschmaschinen usw. unterhalb dieser Rückstauebene, wird ein Rückstauschutz erforderlich. Ansonsten tritt an diesen Entwässerungseinrichtungen das Abwasser aus und überflutet die Räume mit Abwasser bis auf Straßenniveau.

Welche Gefahr besteht bei einem Rückstau?
Die mit Rückstau verbundenen Überflutungen gefährden Menschen, soweit sie sich in diesen Räumen aufhalten, verursachen seuchenhygienische Gefahren und wirtschaftliche Schäden an Einrichtungen und Gebäuden.

Welche Möglichkeiten zum Schutz vor Rückstau gibt es?
Grundsätzlich sollte genau geprüft werden, auf welche Entwässerungsgegenstände unter der Rückstauebene verzichtet werden kann. Eine Rückstausicherung in Form einer Abwasserhebeanlage fördert das Abwasser mittels einer Pumpe über die Rückstauebene hinweg und entwässert dann im Freigefälle in den öffentlichen Kanal. Diese Einrichtung bietet die größtmögliche Sicherheit gegen Rückstau. In Ausnahmefällen dürfen auch Rückstauverschlüsse zum Einsatz kommen. Hier bietet die Industrie eine Reihe von verschiedenen Modellen an. Es dürfen allerdings nur nach DIN zugelassene Rückstauverschlüsse eingebaut werden. Rückstauverschlüsse dürfen niemals als zentrale Absicherung eingesetzt werden. Das heißt, es dürfen sich keine Entwässerungsgegenstände oberhalb der Rückstauebene befinden, welche mit einer Rückstausicherung abgesperrt werden. Im Rückstaufall, also bei geschlossener Rückstausicherung, könnte dann das Abwasser nicht mehr abfließen und es käme zu einer Überflutung im Gebäude.

Welchen Schutz gibt es vor Überflutung durch Oberflächenwasser
Geländetiefpunkte sind anfällig gegen Überflutung durch nicht ablaufendes Oberflächenwasser. Die Erhöhung von Lichtschächten sowie eine zusätzliche Stufe vor Kellertreppen oder geländegleichen Hauseingängen schützen mit einfachen Mitteln tieferliegende Räume.

Aus DIN EN 12056-1 und 12056-4

  • Grundsätzlich ist das Abwasser mittels automatisch arbeitender Abwasserhebeanlage rückstaufrei mit fester Rohrverbindung in die öffentliche Abwasseranlage einzuleiten.
  • abweichend davon darf bei Vorhandensein von ausreichendem Gefälle zum Abwasserkanal und für Räume untergeordneter Nutzung
    - Schmutzwasser aus Klosett- oder Urinalanlagen (fäkalienhaltiges Abwasser) über Rückstauverschlüsse nach DIN 19578 bzw. E DIN EN 13564 abgeleitet werden, wenn der Benutzerkreis der Anlage klein ist (wie z. B. bei Einfamilienhäusern, auch mit Einliegerwohnung) und den Benutzern im Falle des Rückstaues ein WC oberhalb der Rückstauebene zur Verfügung steht.
    - Schmutzwasser ohne Anteile aus Klosett- und Urinalanlagen (fäkalienfreies Abwasser) über Rückstauverschlüsse nach DIN 1997 bzw. E DIN EN 13564 abgeleitet werden, wenn bei Rückstau auf die Benutzung der Ablaufstellen verzichtet werden kann.

Anmerkung
Diese Information kann Ihnen nicht alle technischen Einzelheiten zum Schutz vor Rückstau aus der öffentlichen Kanalisation vermitteln. Die DIN 1986-100 sowie die DIN EN 12056-4 enthalten die technischen Bestimmungen über den Schutz vor Rückstau. Vor der Durchführung der erforderlichen Maßnahmen sollten Sie sich von einem Fachmann, zum Beispiel Ihrem Architekten, Fachingenieur oder Sanitärinstallateur, beraten lassen.
Alle Veränderungen an der Grundstücksentwässerungseinrichtung bedürfen der vorhergehenden Genehmigung des ESN.

Zitierte Normen:
DIN 1986-100
DIN 1997-1
DIN EN 12056-1
DIN EN 12056-4

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Abwassergruben

In Neustadt werden nur noch rund 50 Abwassergruben betrieben.

Die Abfuhr des Grubenabwassers ist nur durch die vom ESN beauftragte Firma UFO aus Frankenthal (06233-737073) zulässig. Bitte wenden Sie sich direkt an diese, um einen Abfuhrtermin zu vereinbaren.
Die Kosten für die Abfuhr betragen 9,46 € / m³ einschl. Anfahrt. Die Rechnungsstellung erfolgt durch den ESN.

Gartenwasserzähler

Gartenwasserzähler können die Abwassergebühr senken.

Was versteht man unter einem Gartenwasserzähler?

Ein Gartenwasserzähler erfasst die Wassermenge, die aus dem Frischwassernetz entnommen wird und nicht dem Abwasserkanal zugeführt wird, wie zum Beispiel bei der Bewässerung des Gartens.

Lohnt sich für Sie der Einbau eines Gartenwasserzählers?

Wenn Sie viel Wasser für die Gartenbewässerung benötigen, könnte sich der Einbau eines Gartenwasserzählers lohnen.
Ihre Abwassergebühren errechnen sich pauschal von Ihrem Frischwasserbezug. 90% der Frischwassermenge werden als Abwassermenge angenommen und in Rechnung gestellt. Es wird also davon ausgegangen, dass Sie 10% des Frischwassers nicht als Abwasser in den Kanal leiten. Sollte die Wassermenge, die Sie für die Gartenbewässerung benötigen, die pauschale Absetzung von 10% übersteigen, kann sich der Einbau eines Zwischenzählers lohnen.
Allerdings müssen Sie noch die Kosten für die Beschaffung und den Einbau berücksichtigen.

Welche Kosten fallen an?

Die Kosten für die Beschaffung und den Einbau des Zählers hat der Eigentümer bzw. Mieter zu tragen. Für die Anmeldung des Gartenwasserzählers wird keine Gebühr erhoben.

Welchen Zähler muss ich einbauen?

Es sind Hauswasserzähler für Kaltwasser einzubauen, die der Eichordnung entsprechen. Es können Zähler für waagerechten Einbau oder auch Steigrohrzähler verwendet werden. Der Einbau von Zapfhahnwasserzählern ist als Nachweis nicht zugelassen.

Was muss ich bei der Zählerwahl noch beachten?

Die Gartenwasserzähler müssen geeicht oder von einer staatlich anerkannten Prüfstelle beglaubigt sein. Eichung und Beglaubigung sind entsprechend dem Eichgesetz 6 Jahre gültig. Der Grundstückseigentümer ist für die Eichung/Beglaubigung des Wasserzählers verantwortlich und trägt auch die dabei entstehenden Kosten. Nach Ablauf der Eichung kann die gemessene Wassermenge bei der Gebührenabrechnung nicht mehr berücksichtigt werden.

Was muss ich sonst noch beachten?

Es darf keine Möglichkeit bestehen, dass das über den Gartenwasserzähler erfasste Trinkwasser in den Abwasserkanal geleitet werden kann.

 

Notwendige Unterlagen

  • Antragsvordruck

Rechtliche Grundlagen

  • Abwasserentgeltsatzung § 14

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